AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

“Wenn man es genau nimmt sind Künstler und Kreative Teil der Gentrifizierung
und Entwicklung von Stadtteilen, warum dürfen sie nicht auch davon profitieren?” MMX

who kills mitte

who kills mitte

SP38 - WHO KILLS MITTE? AGAIN- Linienstraße 142 - Berlin

SP38 moved in Berlin in the middle of the 90s & settled at the level of the 142 Linienstrasse in Mitte. Back in the day it was an artistic house project connected to the Tacheles looking onto a small courtyard with trees that grew up after the WWII. At that time, after the fall of the Berlin Wall, nobody wanted to live in the center east except punks, freaks, local people and alternative artists who used to live in squats.

20 years later things have significantly changed, Linienstr. is now one of the most expensive street where hipsters, bourgeois and agencies are fighting for each single square meter. All alternative artists have been kicked out of the area long ago. Even the trees in the yard of Linienstr. 142 have now been removed to make way for businessmen & compromised artists that sold their soul to real estate companies, even though most of them still claim the underground and their belonging to the alternative urban art scene.

The reality here is artists and creatives are used and later abused to create a buzz, to bring a cool factor to another high end real estate project. Let’s be intellectually honest, it’s not about Art there, it’s about Business. How much does it cost to buy a soul, that we don’t know. What we do know is that where artists and creatives used to live and work for free, space is now available at 8000€ per square meter.

That doesn’t leave us indifferent & we fully support SP38 who’s intervention is meant to question the passers by. The fall of Berlin Mitte as a leading area for alternative art started 10 years ago when the Tacheles was sold. Since then things have only gotten worst. Berlin, what happened to your soul?

“Who Kills Mitte?” is not meant to be “against”, the point is to make a spontaneous artistic action to respond.

Our duty is to denounce the enemy via:

who kills mitte

Stellungnahme MMX (via)
“zu dem Artikel den wir generell Positiv sehen da er auch andere Seiten aufzeigt und die Hintergründe hinterfragt …

Saniert, gebaut und verkauft wird mit oder ohne das Künstler hier ausstellen. Das Künstler hier ausgenutzt werden ist Ansichtssache aber leider auch ein altbackenes Thema,
es wird offen kommuniziert was wir machen und wer es finanziert.
Wenn man es genau nimmt sind Künstler und Kreative Teil der Gentrifizierung und Entwicklung von Stadtteilen, warum dürfen sie nicht auch davon profitieren?
Wir haben uns darauf eingelassen um uns mit der Thematik auseinanderzusetzen anstatt einfach dagegen zu sein, für uns war das eine 180 Grad Wendung, in 2010 haben wir diesen Ort schließlich aus eigenen Kräften aufgebaut.
Eine solche Zusammenarbeit ist für uns neu aber auch spannend. Es stimmt nach dem Konzept sollen Künstler die Eigentumswohnungen nach Wunsch gestallten bzw. Kunstwerke kaufen und der öffentliche Raum des Haus soll auch mit Kunst gestaltet werde, was gibt es daran verwerfliches ?
Es wird schließlich auch dementsprechend honoriert und wovon lebt der normale Künstler sonst wenn gerade nicht von Nebenjobs, Harz IV oder Stipendien.”

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Quelle: Expose Linienstraße 142

Wir sind gekauft - Linienstrasse

siehe auch: Branding-Strategie von Immobilienbesitzern - Linienstraße 142

2012-11-14

Linienstrasse 142

Zur Vermarktung von Eigentumswohnungen in der Linienstraße 142 holt der Immobilienbesitzer seinen Mieter von 2010 zurück, die “Künstlergruppe MMX”, und läßt die Fassade bemalen und Streetart anbringen. Auf dem Verkaufcontainer können die Künstler Kunstvideos zeigen …

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“MMX der alternative Kunstort aus 2010 ist zurück in den alten Räumen der Linienstrasse 142, das Gebäude wird saniert, ein neues gebaut und Eigentumswohnungen entstehen, anstatt das die Kunst hier wie so oft weicht setzt diese sich mit der Transformation des Ortes auseinander und reagiert während des Wandels mit künstlerischen Positionen, eine symbiotische Beziehung die sich befruchten kann aber auch unbekanntes Terrain wagt.”, so MMX.

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“Künstler, die das Objekt im Leerstand als Spielwiese genutzt haben, können in die Gestaltung der Wohnung mit einbezogen werden”, so der Immobilienbesitzer.

Linienstrasse 142

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siehe auch: POTTINGERS HAUS

2012-10-28

Entwicklung von reiner Vorderhausbebauung zum mehrfach überbauten, verdichteten Mietskasernenhof:
Das Berliner Zimmer
BZ = Berliner Zimmer: großer, minimal belichteter Raum in der Innenecke

“Das «Berliner Zimmer» ist ein großer Durchgangsraum, der den Teil der Wohnung, der dem «vornehmen» Vorderhaus angehört, mit den Arbeits- und Dienstpersonalräumen des Seitenflügels verbindet. Es ist also nicht nur Durchgangsraum, sondern auch Grenze im System der Berliner Mietswohnung, bauliche und soziale Scheidelinie. In mancher Wohnung nur ein düsterer Saal, Rumpelkammer, Hohlraum, leere Pracht, in anderen Wohnungen das eigentliche Zentrum, Gemeinschafts- und Eßraum. Das Fenster führt auf den Hof hinaus und gibt den Blick auf das Hinterhaus frei, das oft mit beschönigender Ignoranz für die Realitäten «Gartenhaus» genannt wird.
Die Berliner Mietskaserne, die schon im Namen ihre Herkunft nicht verleugnen kann, ist bzw. war Ausdruck eines Dreiklassensystems mit vielen Schattierungen und Modifikationen, je nach dem, in welchem Bezirk der Wohnblock lag, wie groß und licht der Hof war, ob er Platz für etwas Grünes bot oder nur ein Betonrechteck war, gerade groß genug, damit die Feuerspritze im Notfall wenden konnte.”

Quellen:
Geist, Johann Friedrich; Kürvers, Johann Friedrichs; Das Berliner Mietshaus 1862-1945, München 1984
Strohmeyer, Klaus und Marianne (Hrsg.): Berlin in Bewegung. Literarischer Spaziergang 2: Die Stadt. Reinbek: Rowohlt (1987).

BeLichtung – zu Gast im Berliner Zimmer

BeLichtung Berliner Zimmer

Ausstellung mit Fotografien von Oliver Möst und Florian von Ploetz

In der abstrahierten Kulisse eines Berliner Zimmers wurden Besucher und Gäste des Museums Neukölln eingeladen, sich für ein Porträt in Szene zu setzen. Über 150 Bilder von Teilnehmern/innen sind so entstandenen. Sie zeigen die vielfältige Auseinandersetzung mit dem eigenen Bild und die Selbstinszenierung vor der Kamera.

12.10.2012 (19:00) - 31.12.2012 (18:00)
Museum Neukölln
Alt-Britz 81

Verkehrsverbindungen:
U7 bis Parchimer Allee
BUS M44, M46 (bis Britzer Damm/Tempelhofer Weg)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr

2012-10-10

Tacheles

“#Tacheles wird gerade geräumt. War zuletzt eh nur Tourinepp. Bin gespannt wann die Gegend aus Touriführern verschwindet” und
“#Tacheles geräumt und #BER erneut verschoben: So langsam bekommen wir das Problem mit den Touristen in den Griff.” wurde gestern getwittert.

Tatsächlich begann der Wandel der Spandauer Vorstadt zum Touristenviertel mit dem Tacheles und der darum entstehenden Gastronomie. Die Oranienburger Straße die ’schrillste Amüsiermeile Berlins’ schrieb der Dumont Berlin-Reiseführer schon in den 1990er Jahren.
Selbst heute nennt der Reiseführer Lonely Planet das Tacheles “die sixtinische Kapelle der Graffiti”. ‘Die Leser der Traveller-Bibel setzten das “coole street Art Hang-out” auf Platz vier aller Orte, wo man in Berlin gewesen sein sollte, direkt hinter den Imbiss “Burgermeister” unter dem Hochbahn-Viadukt am Schlesischen Tor und vor dem Brandenburger Tor.’ (http://m.morgenpost.de/berlin/article108954156/Berliner-Kunsthaus-Tacheles-schliesst-fuer-immer.html;jsessionid=Q8VHY1IEbw9tC8Ko9BQB7v+C?emvcc=0&nborh=&nbcol=1|unknown)

1998 hatte die Fundus-Gruppe des Investors Anno August Jagdfeld das Gelände, auf dem das Tacheles steht, vom Land Berlin für rund 2,7 Millionen Euro erworben.
Die geriet allerdings 2007 in starke finanzielle Schieflage. Seither ist das Haus Eigentum der HSH Nordbank, die ihrerseits einen Zwangsverwalter einsetzte. Nach den Plänen der Bank soll das Tacheles baldmöglichst versteigert werden, wer das Grundstück ersteigern wird, weiß keiner. Ohne Künstler dürfte der Wert der Immobilie um etliche Millionen Euro steigen. 2011 gab das Amtsgericht Mitte den Verkehrswert der 25 000 Quadratmeter bester Innenstadtlage mit 35 Millionen Euro an.

Pressemitteilung
Berlin, den 04.09.2012

Der für den Standort des „Tacheles“ an der Oranienburger Straße zuständige Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts Mitte hat das Gebäude heute geräumt und an den Zwangsverwalter herausgegeben. Grundlage für die Tätigkeit des Gerichtsvollziehers war ein Urteil des Landgerichts Berlin vom 20. Juni 2012. Darin war die Initiative zum Erhalt des Kunsthauses Tacheles e.V. zur Herausgabe von Räumen und Flächen an den Zwangsverwalter verurteilt worden.

Der Gerichtsvollzieher bezeichnete das Geschehen, das knapp sechs Stunden gedauert hat, als „friedliche Übergabe“. Nach Verhandlungen zwischen den Rechtsanwälten der Beteiligten hätten auch dritte Personen, die nicht im Urteil genannt seien, ihre Räumlichkeiten freiwillig herausgegeben. Kunstwerke habe er im Gebäude nicht vorgefunden. Nicht geräumt worden seien lediglich ein nur von der Straße aus zugänglicher Laden sowie die übrig gebliebene Freifläche hinter dem Gebäude.

Landgericht Berlin, Urteil vom 20. Juni 2012
- 29 O 156/12 -

Tacheles Raeumung

Tacheles Raeumung
Der Vorstand des Kunsthauses Tacheles e.V. gibt noch eine Erklärung ab

siehe auch:

/tacheles
/tacheles-zaunpolitik

2012-09-05

775 Jahre Berlin

Berlin feiert zum dritten Mal ein Stadtjubiläum.
Aus diesem Anlass sind noch bis zum 28. Oktober 2012 drei Open-Air-Ausstellung zu sehen:

- ‘Spuren des Mittelalters’

Ausstellungstürme und Markierungen im mittelalterlichen Stadtgebiet von Berlin-Cölln

775 Jahre Berlin

- ‘Die Berliner Stadtjubiläen 1937 und 1987 - Party, Pomp und Propaganda’ - Ausstellung vor der Marienkirche (Ecke Karl-Liebknecht-Straße und Spandauer Straße)

“Die Ausstellung gibt einen Überblick über die öffentlichen Inszenierungen der drei Stadtjubiläen. In Fotos, Filmen und teilweise großformatigen Bildern werden die Umzüge, Ausstellungen und Feste dargestellt, ergänzt um Schlagwörter und Losungen. In Wort und Bild veranschaulicht die Ausstellung die wechselnde politische Ikonographie im Berlin des vorigen Jahrhunderts, und sie rekonstruiert auch die Topographie der Berlin-Jubiläen: Wo wurde gefeiert, wie wurde der Stadtraum jeweils inszeniert? Konkurrenzen, Übernahmen und Abgrenzungen zwischen den Berliner Stadtfeiern werden ebenfalls thematisiert, wie beispielsweise die West-Berliner Überlegung, keinen Festumzug zu veranstalten, weil dies die Hauptstadt unter den Nazis schon gemacht hatte - und dann auch Ost-Berlin.(…)”

775 Jahre Berlin

Dazu gibt es auch ein Begleitbuch:
Krijn Thijs
Party, Pomp und Propaganda
Die Berliner Stadtjubiläen 1937 und 1987
14,95 EUR

siehe auch:

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/775-jahre-berlin-berlin-ist-heute-keine-umstrittene-stadt-mehr/7038078-3.html

775 Jahre Berlin

und ‘Stadt der Vielfalt’ - Ausstellung auf dem Schlossplatz

“Berlin als Stadt der Einwanderung ist eine Stadt der Vielfalt. Ihr Wachstum, ihre Dynamik und Vitalität beruhen seit Jahrhunderten auf Impulsen durch Zuwanderung und kulturellen Austausch. Die Open-Air-Ausstellung „Stadt der Vielfalt“ auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte bringt die Geschichte(n) der Zuwanderer einer großen Öffentlichkeit nahe.”

775 Jahre Berlin

775 Jahre Berlin
Tafel Rosenthaler Platz (seit 1990)

“(…) Einige Häuser stehen leer und verfallen. Das zieht bald Hausbesetzer, nicht nur aus Deutschland, an. Vor der Räumung der Brunnenstraße 183 im Herbst 2009 leben dort 35 Menschen aus 16 verschiedenen Ländern. Inzwischen tummeln sich hier verstärkt internationale Immobilieninvestoren und Touristen, die für kurze Zeit in den umliegenden Hostels absteigen.(…)”

” ‘Wir bleiben alle’ steht lange am besetzten Haus an der Brunnenstraße 183. Doch die, die gekommen sind um zu bleiben, sind notgedrungen längst weitergezogen. Das Haus steht seither leer.” Bildlegende zur Brunnenstraße 183 …

2012-08-30

Delicious Doughnuts
Rosenthaler Strasse 9

“Nach fast 19 Jahren wird das Delicious Doughnuts Mitte August 2012 schließen. Der am 05.11.1993 eröffnete Club ist einer der letzten Originale, der über die Jahre am selben Ort unter selbem Namen existent war.(…) Nun haben sich die Zeiten geändert, es scheint wenig Platz für diese Beständigkeit. Einhergehend mit der steigenden Kostenstruktur und der Verlagerung der so genannten Subkultur in andere Bezirke weit jenseits von Mitte gelingt dieser Spagat bodenständigen Nachtlebens leider nicht mehr.(…)”
Aus einen Brief der Betreiber

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Mich erinnerte die über die Jahre unveränderte äußere Erscheinung des Klubs an der Ecke Rosenthaler Straße / Auguststraße an die längst vergangenen Zeiten: als es noch den Eimer in der Rosenthaler Straße 68 gab, das KaDeWe in der Neuen Schönhauser Straße oder die Speicheldrüse, Eingang durch die “Kohleschüttung” in den Keller, in der Tucholskystraße.
An die Zeit als durch die zugezogenen “Pioniere” (und ihre kulturellen Veranstaltungen in den massenhaft leerstehenden Läden) der Ruf von (Alt-)Mitte als Sceneviertel sich etablierte.
Heute ist die Spandauer Vorstadt ein Touristenviertel …

siehe auch:

Touristification in der Spandauer Vorstadt - eine empirische Untersuchung 1990 - 2005

TOURISTIFICATION: Nutzungswandel durch Tourismus in großstädtischen Altbauquartieren

und:

/touristifizierung-in-der-spandauer-vorstadt
/die-touristifizierung-in-der-spandauer-vorstadt

2012-08-09

Mascha Kaléko (gebürtig Golda Malka Aufen, geb. am 7. Juni 1907 im galizischen Chrzanów, Österreich-Ungarn, heute Polen; gest. am 21. Januar 1975 in Zürich) war eine deutschsprachige, der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Dichterin.

Mascha Kaléko
Interview mit mir selbst.
Mascha Kaléko spricht Mascha Kaléko.
Deutsche Grammphon Wort, Berlin 2007

1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, übersiedelte zunächst die Mutter mit den Töchtern Mascha und Lea nach Deutschland, um Pogromen zu entgehen. In Frankfurt am Main besuchte Kaléko die Volksschule. Ihr Vater wurde dort aufgrund seiner russischen Staatsbürgerschaft als feindlicher Ausländer interniert. 1916 zog die Familie nach Marburg, schließlich 1918 nach Berlin, in die Spandauer Vorstadt (Grenadierstraße 17).(3)

Grenadierstrasse
Familie Kempler, Grenadierstraße ca. 1926, (heute Almstadtstraße)

“Die 16-jährige Mascha lernt Bürokauffrau im «Arbeiter-Fürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands» [in der Auguststraße 17] und schreibt heimlich Gedichte. Heimlich, damit ihr Vater nichts von dieser «brotlosen» Kunst erfährt. Sie trifft mit ihrem ironisch-melancholischen Ton den Nerv der Zeit. Sie beschreibt den Alltag und die Träume.”(2)

“In ihrem Text ›Mädchen an der Schreibmaschine‹ hat sie den Büroalltag in den zwanziger Jahren beschrieben: »Die Maschine heißt Continental, römisch zwei. Das Mädchen Fräulein Siebert. Zumindest zwischen neun und fünf. Nach Feierabend gibt es auch einen Vornamen ( … ) Punkt neun beginnt der “Betrieb”. Neun Uhr zehn ausgeschlafen oder müde, keinen geht das an, klappern die schmalen Finger des Mädchens schon herum auf der stählernen Schreibkiste. Tipp tipp tick … tipp tipp tick … ein sanftes Klingeln, ping. Wir zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung … Im ersten Brief kommt ein Gähnen auf je ein Komma. Beim zweiten beginnt man den Ärger über die prallgefüllte U-Bahn langsam zu verwinden. Beim dritten aber ist man schon ganz mittendrin. Ja, es kann schon einmal vorkommen, daß man sich an der reinen Weiße eines knisternden Schreibmaschienbogens über der Walze freut. Oder vielleicht über anderthalb Meter Sonnenstrahl, die durch das staubige Bürofenster auf die Tasten fallen, ein grellbeschienenes A oder Z, — es ist merkwürdig, wie einen derartige Lächerlichkeiten zuweilen froh stimmen können.«
Die monotone Büroarbeit füllt sie nicht aus und ist für sie nur eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.” (1)

“Ihre ersten Gedichte werden 1929 in Berliner Tageszeitungen veröffentlicht. Sie trifft im «Romanischen Cafe» (gegenüber der heutigen Gedächtniskirche) Bertolt Brecht, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Alfred Polgar bis hin zu Else Lasker-Schüler.
Im Januar 1933 erschien ihr erstes Buch: ›Das lyrische Stenogrammheft‹. »Großstadtliebe« oder »Langschläfers Morgenlied« lauteten die Titel ihrer Stenogramme aus dem Berliner Alltag, mit denen sie sich die Herzen der Leser eroberte. Mascha Kaléko wurde getragen von einer Woge des Erfolges.
Ernst Rowohlt wagte noch ein zweites Buch der jungen Autorin: ›Kleines Lesebuch für Große‹. Doch am 8. August 1935 wurde Mascha Kaléko aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhielt Berufsverbot. Das ›Kleine Lesebuch‹ wurde noch in der Druckerei beschlagnahmt, ihre Bücher nur noch unter dem Ladentisch verkauft oder von Freunden für Freunde abgeschrieben.
Fast hätte Mascha Kaléko den Absprung ins Exil verpasst, weil sie sich von Berlin nicht trennen mochte. Erst 1938 verließ sie Deutschland.” (2)

(1) Jutta Rosenkranz: Mascha Kaléko. Biografie. dtv premium 24591, München 2007
(2) http://www.kaleko.ch
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kal%C3%A9ko

2012-06-07

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