AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

august11_16_1a.jpg

Das vom Architekten Alexander Beer 1930 entworfene Gebäude Auguststraße 11-13, ist das letzte Gebäude, das die Jewish Claims Conferende Anfang Oktober an die Jüdische Gemeinde Berlins zurückgegeben hat.
Bis 1942 war das Gebäude eine jüdische Schule, danach wurde es als Lazarett genutzt. In der DDR war hier die „Bertolt-Brecht-Schule“ angesiedelt. Nach der Wende wurde das Gebäude an die Jewish Claim Conference übergeben. Die JCC ist ein Zusammenschluss jüdischer Organisationen in New York, die seit 1951 Entschädigungsansprüche jüdischer Nazi-Opfer vertritt.
Im Vorstand der jüdischen Gemeinde wird zur Zeit darüber diskutiert, ob in die ehemalige Mädchenschule nun wieder Schüler einziehen sollen. Die Jüdische Oberschule in der nahen Großen Hamburger Straße braucht dringend eine Erweiterung.
In den 90er Jahren war bereits das benachbarte Grundstück in der Auguststraße 14-16, in dem sich zunächst das Jüdische Krankenhaus und bis 1943 das Kinderheim „Ahawa“ befunden hatte, durch die JCC an die Gemeinde übertragen worden.
Erbaut zwischen 1858 und 1861, entworfen von Carl Eduard Knoblauch, galt das Gebäude als der modernste Krankenhausbau im damaligen Preußen.(Nr. 16)
Ergänzt wurde dieses durch ein Verwaltungs- und Apothekengebäude (Nr. 14). Im September 1861 wurde das Krankenhaus eröffnet und nach 15 Jahren um ein weiteres Haus ergänzt, das der dauerhaften Unterbringung von Pflegebedürftigen dienen sollte (Nr. 15).
Nach 1900 wurde das Krankenhaus jedoch zu klein und entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Nach dem Neubau des Jüdischen Krankenhauses im Wedding wurde es deshalb in den 1920er Jahren zum Kinderheim umgewidmet. In der NS-Zeit wurde das Haus der Jüdischen Gemeinde entzogen und als Sammellager missbraucht.
Nach der deutschen Vereinigung stand das gesamte Ahawa-Gebäude leer. Über die Jahre wurden verschiedene Nutzungskonzepte diskutiert, verstärkt wieder ab 2007, als die Untere Denkmalbehörde die Auflage erteilte, die Gebäudesubstanz zu sichern. Die Sicherungsarbeiten für das Ahawa-Gebäude wurden 2008 – auch wegen fehlender Mittel der Gemeinde – vorerst abgeschlossen. Jetzt besteht jedoch die Gefahr, dass – nach fast 20 Jahren Leerstand – das Dach des Siechenhauses einstürzt.

august11_16_2a.jpg

Dank dem Landesdenkmalamt, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten, die 400.000 Euro zur Verfügung gestellt haben, kann nun als erstes an die Gebäudesicherung fortgesetzt werden, die voraussichtlich bis Jahresende mit dem ersten Bauabschnitt abgeschlossen sein wird.
Über die Frage, was mit dem Areal und dem Gebäudeensemble geschehen soll, gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen. Einige Konzepte, so für ein Mehrreligionenhaus, eine Schule und ein Jugendhotel, wurden der Repräsentantenversammlung präsentiert.

Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Mitte%3Bart270,2913944
http://www.jg-berlin.org/beitraege/details/der-ahawah-eine-perspektive-geben-i194d-2009-09-30.html

2009-10-12

Ausgrabung Schlossplatz

zur Zeit am Schloßplatz, Berlin Mitte

eigentlich müßte in Berlin noch an ganz anderen Stellen gegraben werden

Ausgrabung Schlossplatz

siehe auch:

http://www.rbb-online.de/ozon/beitrag/2008/zwischen_bagger_und.html

http://www.morgenpost.de/berlin/article1151637/Forscher_machen_sensationellen_Fund_am_Schlossplatz.html

2009-09-01

Berliner Dialekt

gesehen am Rosenthaler Platz

Berliner Dialekt

Berliner Dialekt

“Das Berlinische ist nicht, wie man immer wieder lesen kann, ein regelloses Gemisch in verwahrloster Form, sondern in seiner Geschichte deutlich faßbar. Seine Elemente liegen klar vor uns: der Lautgestalt nach ist es die im 16. Jahrhundert aus dem Obs. [Obersächsischen] entlehnte Sprachform, ist es hochdeutsch, und wenn bei Dialektfragen die Lautgestalt zugrunde gelegt wird, so ist das Berlinische nur als “hochdeutscher” Dialekt zu bewerten. Aber diese Lautgestalt wurde von einem niederdeutschen Volke übernommen und erhielt dadurch in Intonation und Ausprache ‘niederdeutschen Charakter’. Zunächst vom höheren Bürgerstand getragen, gewinnt dies Berlinische allmählich die unteren Schichten,
die in Wort- und Formenschatz dem Niederdeutschen näher geblieben waren. Wenn die obere Klasse es zugunsten der Schriftsprache aufgibt, wenn es sich in die unteren Kreise zurückzieht, so dringen einige der hier lebenden etwas gröberen Formen vor. Im Wortschatz endlich finden wir die Spuren aller Epochen, die unsere Sprache durchlaufen hat, aber auch aller der Beziehungen, die in Berlin zusammenströmen, schließlich den charakteristischen Widerklang der berlinischen Geistesart. Statt der geschichtslosen Form finden wir im Gegenteil eine in ihrer Schichtung besonders interessante Bildung, und so dürfen wir auch hier wieder einmal feststellen, daß Berlin besser ist als sein Ruf.”

Berliner Dialekt

gesehen in der Linienstraße

Berliner Dialekt

siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Dialekt
Dialektatlas

2009-08-10

Beflaggung

Die Beflaggung des Hauses zu staatlichen Feiertagen wie den Feiern zum 1. Mai durch möglichst jeden Mieter gehörte zum Alltag in der DDR.
Noch heute sind in der Spandauer Vorstadt an machen Fenstern Halterungen für die Fahnen zu finden.

Beflaggung

Beflaggung

Diese “Fahnen-Raushängen” wurde als Loyalitätsbeweis eingefordert. Verweigerer wurden mit Argwohn beäugt.

Beflaggung

Beflaggt wurde mit der DDR-Staatsflagge oder der Roten Fahne, in der DDR wurde sie als Arbeiterfahne bezeichnet.

Beflaggungstage waren die staatlichen Feiertage:
1. Mai, dem Internationalen Kampf- und Feiertag der Werktätigen;
8. Mai, dem Tag der Befreiung;
7. Oktober, dem Tag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik;
und der 7. November, dem Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

Das “Flagge hissen” ist im vereinten Deutschland erst seit der Fußball-WM 2002 bei internationalen Fußballturnieren in Mode gekommen.

Flaggen-Installation im Rahmen einer Ausstellung der Galerie Eigen+Art, Auguststrasse 26:

Beflaggung

Die Installation “Schwarz Rot Gold” von Anna Schimkat besteht aus weißen Fahnen, aufgedruckt ist die Konstruktionsbeschreibung einer bundesdeutschen Nationalflagge.

2009-07-28

(mehr…)

KULE-Theater

Probe zu einer Performance des KULE-Theaters

KULE-Theater

KULE-Theater

KULE-Theater

2009-07-23

Auguststr.23

Auguststr. 23

Auguststr. 23

Die Auguststrasse 23 - eines der wenigen nicht-sanierten Häuser der Straße
Nicht nur die Touristen freuen sich drüber …

Dieses Emaileschild hing vor 10 Jahren an der Haustür:

Auguststr. 23

2009-07-08

Das Grundstück Auguststraße 48 wird jetzt bebaut.

Auguststr.48

Die herrschende städtebauliche Doktrin einer “dichten Stadt” und die Anstrengungen alle Spuren von Krieg und Teilung zu verwischen, führt dazu, das es bald keine Baulücke mehr in der Spandauer Vorstadt geben wird.
Investoren und Architekten freuen sich. Ich finde es schade, weil der einmalige Charakter der Gegend immer mehr verloren geht …

Auguststr.48

auguststr48_1.jpg

Auguststr.48

Foto unten: Januar 2007. Weiß noch jemand, wozu dieser “Metallsilo” mal diente?

2009-06-29

« vorherige Seitenächste Seite »