AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

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Gestern eröffnete eine Ausstellung in der Alfred Ehrhardt Stiftung mit Camera obscura-Fotos von Hanns Zischler.
“Bei der sogenannten Lochbildfotografie wird mit langen Belichtungszeiten durch eine präzise durchbohrte Messingscheibe fotografiert, wie der Künstler am Donnerstag in einer Mitteilung erläuterte. ‘Die unmittelbar gegenüber der Blendenöffnung liegende Fläche empfängt mehr Lichtpartikel als die Ränder, sodass am Ende der Belichtung eine von der hellen, solaren Mitte des Bildes nach außen dunkler werdende, pulsierende Lichtstreuung zu beobachten ist.’”

Hanns Zischler

Hanns Zischler, “der aufgeräumte Finsterling des deutschen Kinos” (sz), hat vor kurzem auch ein Berlinbuch veröffentlicht, “Berlin ist zu groß für Berlin”.
Die Beschreibung macht sehr neugierig:
“Seit gut vierzig Jahren bewegt sich Hanns Zischler fast ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der S-Bahn durch Berlin. Kein Wunder, dass er einen ganz eigenen Blick auf die Stadt und ihre Geschichte entwickelt hat.”
http://www.galiani.de/buecher/hanns-zischler-berlin-ist-zu-gross-fuer-berlin.html

25. Mai bis 30. Juni 2013
Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststr. 75

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:

9. Juni 2013, 14 Uhr: Die Idee der Geburt der Fotografie -
Prof. Dr. Peter Geimer (Fotohistoriker) im Gespräch mit Hanns Zischler

20. Juni 2013, 19 Uhr: Prof. Dr. Hubertus von Amelunxen, Präsident der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, im Gespräch mit Hanns Zischler

30. Juni 2013, 14 Uhr: Finissage. Lesung mit Hanns Zischler in der Reihe „Literaturhaus der Fotografie“, moderiert von Thomas Böhm, Leiter des internationalen literaturfestivals berlin

2013-05-25

Tamasha - N S Harsha

Tamasha - N S Harsha

Das Berliner Künstlerprogramm des DAAD zeigt in Zusammenarbeit mit der Fassadengalerie des KuLe e.V. die Installation „Tamasha“ des indischen Künstlers N S Harsha.
„Tamasha“ ist ein in Hindi, Urdu oder Marathi gebräuchlicher Begriff, der umgangssprachlich eine große Show, Performance oder Feier, aber auch ein Aufhebens, einen Tumult, ein Wirrwarr bezeichnet.

Tamasha - N S Harsha

“So verbinden sich Anspielungen auf die Verehrung der heiligen Affen und auf die Affenplagen im realen indischen Alltag mit dem alten deutschen Mythos des Rattenkönigs. Dieses seltene Phänomen bezeichnet Gruppen von an den Schwänzen miteinander verknoteten Hausratten (z.B. durch Überwintern in zu engen Bauten), was der Legende nach zu Verwachsungen der Schwänze von lebenden Ratten geführt haben soll. …”

N S Harsha
2012/13 ist der in Indien lebende N S Harsha Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

24.4.-31.7. 2013, Auguststr. 10

2013-04-23

JR - Auguststrasse

JR - Auguststrasse

Gestern klebte der französischer Fotograf und (Street Art-)Künstler JR mit seinem Team ein Groß-Fotoportrait an die Fassade des Umspannwerkes in der Auguststrasse.

JR - Auguststrasse

JR - Auguststrasse

Schon 2008 plakatierte JR in der spanischen Hafenstadt Cartagena Groß-Fotoportraits von älteren Einwohnern, die zum Teil aus ihren Wohnungen vertrieben wurden um für lukrativere Bürohochhäuser Platz zu machen.[1]

Im Rahmen seines Projekts “The Wrinkles oft the City” sollen in den nächsten Tagen mehr als 15 Gebäude in Berlin mit grossformatigen Fotos beklebt werden.

JR - Auguststrasse

[1] http://rebelart.net/jr-in-cartagena/00620/

2013-04-16

Busch - DDR-Grenzmauer
© Busch Gmbh

Die DDR-Grenzmauer für den Modellbau (H0)
“Die Einzelelemente entsprechen den Stützwandelementen Typ UL 12.41 der »neuen« Mauer von 1979/80 und besitzen auch im Modell die typischen Betonwandabschrägungen im Fußbereich. Ein Originalmauerelement ist 3,6 m hoch, 1,2 m breit und wiegt ca. 2,6 t. ”

Busch - DDR-Grenzmauer
© Busch Gmbh

Erst ab Mitte der 1980er Jahre entstanden die farbigen Sprühgrafittis und Malereien auf der ‘Berliner Mauer’. Bis dahin gab es vorallem ‘writings’: Sprüche und Parolen.
Bis in die 1980er Jahre war die ‘Mauer’ in Westberlin “die grösste Wandzeitung der Welt”:
“Ronald Steckel hat auf einer mehrmonatigen Wanderung entlang der Westseite der Mauer alle Texte abgeschrieben und ist mit dem Manuskript zu Wolfgang Neuss gegangen, um das gesammelte Volksvermögen durch die ‘Schnauze der Nation’ ‘zur Sprache zu bringen’.”
http://www.berlin-wall-shop.de/pi2/pd138.html
siehe auch: /wolfgang-neuss-zum-85igsten

Abriss am Bethanien Damm - gesehen Sommer 1990:

Berliner Mauer

Berliner Mauer

Berliner Mauer

2013-03-07

Wickelkunst Installation

Installation am Rosenthaler Platz

Wickelkunst Installation

Wickelkunst Installation

2013-02-10

Auguststrasse

Im aktuellen BERLIN BUCH des Tagesspiegel-Stadtmagazins ‘Zitty’ erläutert Claudia Wahjudi in einem Gespräch mit dem ehemaligen Auguststraßen Galeristen Friedrich Loock (Galerie Wohnmaschine), mit Jutta Weitz, Ben de Biel und dem Kunsthändler Judy Lybke, wie der ‘Mythos Auguststraße’ entstand.

‘Warum wurde dann ausgerechnet die Auguststraße zur Kunstmeile? Es gab doch so viele Straßen in der Nachbarschaft mit leeren Wohnungen und Läden.’
FRIEDRICH LOOCK: “Das lag an den damaligen Schlüsselfiguren, zum Beispiel an Jutta Weitz. Sie arbeitete in der Wohnungsbaugesellschaft Mitte, die fast alle Immobilien in Mitte verwaltete. Jutta hat die ganze Rückübertragung begleitet und mitgesteuert. Man wusste damals einfach: Dieses Haus wird den Besitzer wechseln oder ist in Restitution, das dauert vielleicht noch ein halbes Jahr. Und Jutta entschied: So lange nutzt Künstlerinitiative X oder Initiative Y die Räume und zahlt dafür nur die Betriebskosten – hier ist der Schlüssel. Kündbar innerhalb eines Monats, aber so lang tobt Euch aus. Jutta Weitz hatte auch für die heutigen Kunst-Werke ein Konzept auf dem Schreibtisch – für ein Bodybuilder-Center. Sie ist jedoch zu Klaus Biesenbach gegangen, der wenig später dort die Kunst-Werke gründen sollte.

JUTTA WEITZ: “(…) Die Auguststraße war interessant, weil sie zwischen Tacheles und Eimer lag. Da ist man damals automatisch durchgelaufen.(…) Damals haben sehr viele Menschen in Mitte Räume gesucht. Und am Anfang war der Bestand der WBM unheimlich groß, fast ganz Mitte. Ich hatte schnell mitgekriegt, dass die im Kunstbereich andere Möglichkeiten haben als etwa eine Tischlerei. Handwerker brauchen langfristige Mietverträge, weil sie Gewerbeauflagen erfüllen müssen. Die konnten wir aber oft nicht geben, weil die Eigentumssituation der Häuser unklar war. Ateliers und Galerien dagegen haben wenige Auflagen. Und wenn, dann hat sich niemand dran gehalten.(…) Um Zwischennutzung als Instrument der Stadtentwicklung ging es damals nie. Erst später wurde es so gesehen. Damals hat sich das zufällig entwickelt. Als Einzelfallentscheidung.”

(…)

FRIEDRICH LOOCK: “Das war vielleicht auch das Besondere an Berlin-Mitte. In Prenzlauer Berg saßen die alten Ostszene-Leute auf ihrer Ostszene und in Kreuzberg saßen die Westszene-Leute auf ihrer Westszene. Aber in Mitte gab es diesen limitierten Besitzverstand nicht. Dorthin kamen alle – aus West aus Ost, aus dem Ausland, aus Russland und Amerika. Die Dinge spielten sich anfangs auf Augenhöhe ab. Nichts war klar, außer der Vision: Hier liegt die Zukunft.

(…)

‘Wie hat man voneinander gehört?’
FRIEDRICH LOOCK: “Jutta veranstaltete damals ihre sonntäglichen Brunchs bei sich zu Hause, wo dann von Klaus Biesenbach bis zu den Leuten vom Tacheles und dem Eimer alle rumsaßen. Das war die Börse für die Infos: Wo waren Räume frei, wo kann man was nutzen? Jutta war der Schlüssel zu allem.”

Zitty Berlin Buch 2013

Quelle:
Zitty Spezial Berlin
Das Berlin Buch 2013

siehe auch:

Authentizität als Kulisse
Die Spandauer Vorstadt als lebendiges Beispiel für das Wechselspiel der Aufwertung zwischen Kunstbetrieb, Gewerbe und Sozialstruktur. Ein Resümee

2013-01-30

Der Umzug von C/O Berlin nach Charlottenburg ins Amerika-Haus ist nun beschlossen. “Ein Vertrag zwischen C/O und der Berliner Immoblienmanagement GmbH (BIM) über das seit 2006 landeseigene Gebäude ist bereits am 12. Dezember unterschrieben worden. Der Vertrag sichert der Fotogalerie den Standort für 16 Jahre zu,” so gestern die TAZ.
Der C/O-Direktor beklagte sich noch einmal über mangelnde Unterstützung aus dem Bezirk Mitte, weil der Bezirk nicht einen Teil der öffentlichen Grünanlage Monbijoupark dem privaten Unternehmen C/O Berlin GmbH & Co. KG überlassen hat.
“Man sei zwar „ein Kind von Mitte“ gewesen, aber „irgendwann wird man mal erwachsen“, meinte Erfurt.” Und die TAZ weiter: “Die Neuansiedlung von C/O Berlin passt zu den Absichten, die City West kulturell aufzuwerten und mit Infrastruktur- und Marketingmaßnahmen weiterzuentwickeln. Der Umzug in den alten Westen scheint daher mehr als ein Zufall zu sein. Er ist Symptom des Ausverkaufs von Mitte als Ort, wo man sich nach der Wende selbst neu erfinden konnte. Kulturinitiativen und Künstler brauchten die vorhandenen Freiräume nur zu besetzen. Das ist vorbei.”
Aber das ist schon ganz lange vorbei. Schon kurz nach der Wende wurden hauptsächlich GESCHÄFTSMODELLE erfunden.

http://www.taz.de/Fotogalerie-C/O-Berlin/!107608/

siehe auch:

/co-berlin-und-der-monbi

2012-12-19

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