Was will uns der Aktivist sagen? Brot und Spiele oder wie oder was
Kleine Anmerkung zu einer Ausstellung in München:
‘Ein Blick für das Volk. Die Kunst für Alle‘. Im Mittelpunkt steht die von 1885 bis 1944 vom Münchner Bruckmann-Verlag publizierte Zeitschrift ‘Die Kunst für Alle’, die sich an ein nicht spezialisiertes, breites Publikum wandte und in diesem Bereich eine der einflussreichsten Kunstzeitschriften Deutschlands werden sollte. Das in hoher Auflage erschienene Blatt widmete sich allen Kunstgattungen, vor allem jedoch der Malerei, und verwendete konsequent das zunächst noch neue Medium der fotografischen Bildreproduktion.
Die Zeitschrift, ein gemäßigtes Organ der bürgerlichen Mitte, blendete die Kunst der Avantgarde nahezu vollständig aus und beschränkte sich auf gegenständliche Kunst. Der im Titel formulierte volkspädagogische Anspruch, die künstlerische Bildung breiter Bevölkerungsschichten zu fördern, sollte schließlich in die völkische Kunstpropaganda der gleichgeschalteten nationalsozialistischen Presse münden.
2006-09-28
