Kunst kommt geht bleibt Kapital
Den offiziellen Startschuß gab schließlich 1992 die von den Kunst-Werken inszenierte Aktion “37 Räume”: 37 teils genutzte, teils ungenutzte Räume wurden Künstlern und Kuratoren zur Verfügung gestellt. Ließen sich die Anwohner und Gewerbetreibenden anfangs noch gutwillig auf die Aktion ein, so dämmerte ihnen spätestens beim siebentägigen Pilgerzug der Kunsttouristen durch die Straße, daß sie selbst bestenfalls Bestandteil der Kulisse waren. Zurück blieb Ernüchterung und das Graffiti: Kunst kommt geht bleibt Kapital.
Fünf Jahre später ist das Terrain erobert, reiht sich Galerie an Café, Club, Designer-, Feinkost- und Antiquitätenladen und wieder Galerie. Schon sprangen die ersten wieder von den gemeinsam organisierten Galerienrundgängen ab und zelebrierten ihre Vernissagen separat: die Freitagabend-Invasionen fielen langsam lästig.
aus der berliner stadtzeitung Scheinschlag von Ulrike Steglich
2006-08-02
