
Immer dann wenn es in den Straßen temporäre Parkverbote gibt, wegen Veranstaltungen oder Baustellen, erkennt man wie schön doch die Straße OHNE abgestellte Autos wäre.
Klaus Gietinger, Sozialwissenschaftler und Drehbuchautor, zeigt Alternativen zum motorisierten Individualverkehr auf und entwirft die „konkrete Utopie“ einer „autobefreiten Gesellschaft“:
“Autofahren ist meines Erachtens Sucht und Seuche zugleich, die Nutznießer wie Drogenkartelle aus Wirtschaft, Politik und Medien nähren.(…)
Ich propagiere die Abschaffung des Autos – Wesentliches ist dazu nötig:
1. Die radikale Reduzierung der Geschwindigkeit.
2. Die grundsätzliche Aufhebung der eingebauten Vorfahrt, das heißt, die Autos würden ihr Recht, die Straßen bevorzugt und allein zu benutzen, verlieren – Vorrang hätten Fußgänger oder Radfahrer.
3. Das Verbot des Parkens auf der Straße und auf dem Gehweg.
(…)
Wir müssen draußen bleiben: Grundsätzliches Parkverbot
Würde man zusätzlich das Parken auf Straßen, Gehsteigen und Plätzen untersagen und Sammel- und Quartiersgaragen für die Anwohner einrichten, wäre auch hier der Spaß, 80 Kilogramm Mensch mit 1,5-2 Tonnen Stahl und Plastik fortzubewegen, deutlich gemindert. Der Mensch müsste nämlich 300-500 Meter zur Garage laufen, so weit, wie er zur nächsten Bus-, Tram- oder Bahnstation hätte. (…)
Auf die Dauer würden die Gehsteige verschwinden. Die Straße wäre wieder ein Ort der Kommunikation, des Spiels und erst dann des Verkehrs. (…)
Bevor man einen Pkw anmelden darf, muss man einen Stellplatz nachweisen, der wiederum in mindestens 300 Metern Entfernung platziert sein müsste. Dies würde eine der wenigen nützlichen Privatisierungen darstellen. Jeder Autobesitzer müsste sich selbst um den Platz für sein ‚Stehzeug’ kümmern.”
Text: Klaus Gietinger

Zur Zeit gibt es eine Bausstelle mit Parkverbot an der Ecke Auguststraße / Tucholskystraße.

siehe auch:
/die-stadt-und-das-auto
/auto-wahn
Klaus Gietinger, Totalschaden. Das Autohasserbuch, 2010
2015-07-28

am 30. Jul. 2015
was wird denn da gerade auf der Ecke gebaut? Wird die Fahrbahn verengt oder weerden doch nur Rohre verbuddelt?
am 30. Jul. 2015
ja, leider wieder nur gebuddel an den Netzen und nicht erste Baumaßnahmen zur Umgestaltung zu einer Begegnungszone in der Fußgänger Vortritt vor Fahrzeugen haben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Begegnungszone