In den ersten Jahren nach dem Mauerfall gab es einen scheinbar nicht abreißenden Strom von Westdeutschen und internationalen BesucherInnen, die in Ostberlin systematisch in jeden Hof gingen. Einige gaben sich aggressiv als AlteigentümerInnen zu erkennen und legten den BewohnerInnen der betreffenden Häuser einen Auszug nahe. (…)
Es ergab Sinn, aus der Not eine Tugend zu machen und für eine Woche einmal die ganze Straße zu einer Ausstellung zu machen.(…)
Die Idee der “37″ Räume in der Auguststraße wurde realisiert.(…)
Das Vorwort der Ausstellung beschrieb das Gebiet um die Auguststraße als “fast menschenleer und in insgesamt maroden Bauzustand.” Bei einer Diskussionsrunde, die zum Abschluss der Austellung stattfand, wurde die Beschreibung “menschenleer” von AnwohnerInnen der Straße heftig angegriffen. Nach wie vor würde ich eine derartige Beschreibung sogar fast heute noch als subjektiven Eindruck für gültig halten, wenn man Berlin mit anderen großen Städten vergleicht.
schreibt KLAUS BIESENBACH, Gründungsdirektor KW und berlin biennale, 2006 im Vorwort zum Katalog der 4.berlin biennale

2006-08-03
