
In Vertrauen bauen: sogar die Wirklichkeit der Glaswände
kann die unwirkliche Kommunikation nicht verdecken, sogar
die Stimmung der öffentlichen Plätze entlarvt die
Verzweiflung und die Isolierung des einzelnen Gewissens,
sogar die geschäftige Anfüllung des Raumes lässt sich
durch Leerlauf ermessen.
S.I. Nr. 6, 1961
Nach über einem Jahr Bauzeit, wird der Neubau des Architektenehepärchens Armand Grüntuch und Almut Ernst bald fertiggestellt sein.
Die Architekturkritiker werden vielleicht wieder ins Schwärmen kommen, wie bei dem “Glaswunder”, das von Grüntuch und Ernst entworfene Wohn- und Geschäftshaus Hackescher Markt 2-3, in dem sie selbst wohnen und und ihren Firmensitz haben.
Was ist dieser Bau schon gelobt worden! Kaum setzt im steinseeligen Berliner Klima ein Architekt eine große Glasscheibe ein, greift in den Farbtopf oder zieht ein paar schräge Linien, stehen die Kritiker Schlange um zu applaudieren.
Das Duo Armand Grüntuch und Almut Ernst betreiben ausgesprochen professionelles Marketing: sie haben schon angefangen zu publizieren, als gerade zwei kleine Projekte fertig waren. Ihre erste Ausstellung 1997 bestand fast nur aus Visualisierungen! Diese offensive PR-Arbeit hat sich ausgezahlt – in den zehn Jahren seitdem wurde über das Büro mehr geschrieben als über andere in drei Jahrzehnten.
Hurra – es kommt der „neue Urbanit“! vs. Wem gehört die Stadt?
Nach der Erlebnisgastronomie kommt jetzt das “Wohnen mit Erlebnisqualität”: Neue Architektur für neue Lebensstile, für die kreative Klasse, “der Wohnkonsument sucht zunehmend nach Selbstverwirklichung”.
“Wohnen ist das “Trink Coka Cola!” des Urbanismus - die Notwendigkeit des Trinkens wird durch die, Coka Cola zu trinken, ersetzt ” (S.I.) …
2007-06-03









