
Oranienburger Straße
Die einfarbig beklebten Litfaßsäulen sind kein Ergebnis der Kampagne ‘Berlin werbefrei‘ sondern im Januar 2019 wurde bekannt, dass sämtliche 2.500 Berliner Original Litfaßsäulen verschrotten werden sollen. Die ursprünglichen schlanken Originalsäulen sollen von einer neuen Betreiberfirma durch dickere ersetzt werden und auch an andere Standorte kommen. (Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/ur-berliner-erfindung-eine-bunte-legende-verschwindet-31943628)
“Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, entstand, um der damals um sich greifenden Wildplakatierung entgegenzuwirken. Litfaß schlug den Behörden vor, überall in der Stadt Säulen aufzustellen, an denen die Menschen ihre Plakate anhängen konnten. Nach jahrelangen Verhandlungen erteilte der Berliner Polizeipräsident Karl Ludwig von Hinkeldey Litfaß am 5. Dezember 1854 die erste Genehmigung für seine „Annoncier-Säulen“. Er bekam von der Stadt Berlin ein bis 1865 gültiges Monopol für die Aufstellung seiner Säulen.”
https://de.wikipedia.org/wiki/Litfa%C3%9Fs%C3%A4ule

Mehringdamm
“Durch sein Angebot, den kontrollierbaren Säulenanschlag durchzuführen, spielte er Hinckeldey zugleich die Möglichkeit zu, endlich wieder eine Zensur gegen der Plakatanschlag indirekt und zudem ganz legal in Berlin einführen zu können. Als Gegenleistung forderte Litfaß für sich die alleinige Konzession zur Aufstellung der Anschlagsäulen. Hinckeldey versprach sich von einem Vertragsabschluß mit Litfaß die Gelegenheit, ganz bestimmte Anschläge verbieten, politische Parolen an Häusermauern, Zäunen und Bäumen beseitigen und somit politische Meinungsbildung beeinflussen zu können. (…) In der Öffentlichkeit rechtfertigte er seine zensierenden Maßnahmen allerdings mit der Begründung, er tue dies aus kommerzieller Rücksicht.”
Sabine Reichwein, Die Litfaßsäule, Berlin 1980

Gneisenaustraße
siehe auch:
/berlin-mitte-geschichte-polizeipraesident-von-berlin-karl-v-hinckeldey
2019-01-29

Foto von 2013 - Anbau an die von Martin Gropius entworfene Charité-Frauenklinik (1879–1883) durch den Architekten Chipperfield.
Nachdem der erste Mieter abgesprungen und die Sanierung der ehemaligen Charité-Frauenklinik sich seit 2013 hingezogen hat, konnte nun Google von ihren Büro Unter den Linden in die Tucholskystraße umziehen.
“Gegen das neue Google-Büro gab es im Vorfeld übrigens keine Proteste von Anwohnern. Aber in Berlin-Mitte gibt es ja auch kaum noch Anwohner” schrieb die taz dazu. http://www.taz.de/!5564179/
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU) und Konzernchef Sundar Pichai kamen gestern zur Eröffnungsparty.
siehe auch:
/ehemalige-frauenklinik-der-charite-freiberger-holding
/haupttelegraphenamt-und-frauenklinik-der-charite-freiberger-holding
2019-01-23

Hans-Joachim Sander, Ehemann einer Erbin des Shampoo-Imperiums Wella, Immobilieninvestor und Kunstsammler, kaufte 2003 die Auguststraße 24/25 (Clärchens Ballhaus) und Auguststraße 23.
Erst wurde dem Familienbetrieb des Clärcherns nach 91 Jahren gekündigt und an neue Betreiber verpachtet. In den letzten Jahren wurde die Auguststraße 23 weitgehend entmietet. Die Schreinerei im Rückgebäude wird vom Clärchens Ballhaus als Lager verwendet.

Seit ein paar Wochen wird das Haus nun hinter einer Plane versteckt, nur ein paar wenige Fenster der letzten Mieter sind frei gelassen.
Wie mir erzählt wurde beabsichtigt Sander die Auguststraße 23 weiter zuverkaufen. Jetzt müssen nur noch die letzten Mieter raus.
siehe auch:
2019-01-15
