Volksentscheid am 3. November




siehe:
http://www.berliner-energietisch.net/argumente/7-gute-gruende-deutsch-und-tuerkisch
2013-10-30

Zur Zeit wird das Haus Kleine Auguststrasse 2-3 umgebaut. Bis auf einen Teil der Fassaden bleibt aber nichts übrig von diesem 1881 erbauten Mietshaus.

Foto: Beek100 - http://de.wikipedia.org/
Eine neue Dimension der Verdrängung: Umbau eines Mehrfamilienhauses zu einer Wohneinheit.
Bis vor kurzem wohnten hier 7 Mietparteien. In Zukunft residieren hier das (Medien-)Unternehmer Ehepaar Christiane (zu Salm) Kofler und Georg Kofler.

Früher zogen Vermögende an den Stadtrand in ein Villenviertel. Jetzt wollen sie mittendrin wohnen. Mich wundert, dass so ein Bauprojekt überhaupt eine Baugenehmigung bekommt im denkmalgeschützten Bauensemble Spandauer Vorstadt.



Aber eigentlich wundert mich kaum noch was in Berlin Mitte …
2013-10-16


Jetzt ist das Chaos perfekt.
“Ab dem 14. Oktober 2013, Betriebsbeginn, wird auf dem Rosenthaler Platz mit der Erneuerung der Vierfachkreuzung begonnen. Im Zuge dieser Baumaßnahme, die auch in die angrenzende Brunnenstraße, Torstraße, Rosenthaler Straße und den Weinbergsweg hineinreicht, werden 210 m neues Berliner Straßenbahngleis verlegt.
Für die Bauzeit ist eine Vollsperrung der Rosenthaler Straße von Linienstraße bis Gipsstraße erforderlich.”
http://www.bvg.de/index.php/de/103842/name/Pressemitteilungen/article/1261430.html
siehe auch:
2013-10-14

gesehen am Hackeschen Markt
Die Obdachlosigkeit ganzer Familien ist in der Regel nur von kurzer Dauer. Sie sind nicht imstande, sich lange, wenn sie bis dahin herabgesunken, dem Auge der Gesellschaft und ihrer beauftragten Organe zu entziehen. Die nächste Stufe zur Obdachlosigkeit einer Familie ist das Wohnen derselben in den vielerwähnten Familienhäusern des Vogtlandes. Diese großen, nackten Gebäude, welche dem Jammer, der Verzweiflung und dem Verbrechen zur Zuflucht dienen, sind nicht etwa, wie man mannigfach geglaubt hat, Wohltätigkeitsanstalten, im Gegenteil, sie sind – charakteristisch für die Zustände unserer Zeit – auf Spekulation erbaut worden. In diesen fünf Häusern vor dem Hamburger Tore wohnen 16- bis 1800 Seelen. Die Häuser sind für 80 000 Taler erbaut, der Besitzer fordert gegenwärtig 200 000 Taler für dieselben. Man zahlt in denselben für eine Stube – welche häufig von mehr als einer Familie bewohnt wird – 24 Taler Miete, ist noch ein finsteres Loch zum Kochen dabei, 36 Taler.
Das Kapital verzinst sich gegenwärtig zu 12 Prozent. Die Pfennige der schrecklichen Armut müssen eine reiche, bequeme Existenz düngen, und wer nach Ablauf des Monats nicht zu dem richtigen Termin die allerdings nur kleine Mietsumme bezahlen kann, der wird augenblicklich und ohne weitere Umstände in seiner Nacktheit mit seinem zitternden Weibe, mit seinen hungernden Kindern auf die Straße geworfen, «exmittiert», wie es in der Sprache der berlinischen Hauseigentümer heißt. Und das ist nur allzuhäufig das Los unseres kleinen Handwerkertums, welches sich jahrelang, vom Morgen bis zum Abend, ohne zu ruhen und zu rasten, abgemüht hat, die Konkurrenz eines großen Fabrikanten zu ertragen, und durch die Macht des Kapitals und unglückliche Familienereignisse so tief gestürzt wurde.
Text:
Saß, Friedrich: Berlin in seiner neuesten Zeit und Entwicklung, 1846. Nachdruck 1983
zitiert nach: Klaus Strohmeyer: Berlin in Bewegung - Literarischer Spazierang 2 - Die Stadt, 1987
siehe auch:
/berlin-mitte-geschichte-steinwuerfe-am-hamburger-tor
2013-10-10

Plakat von SP38, gesehen in der Rosenthaler Straße
Eine Antwort gibt der aus dem englischen übersetzte Artikel von Quinn Slobodian, ‘Es sind gar nicht die Hipster, Dummkopf! - Der Blick eines Amerikaners auf Berlin’:
“In Berlin reden die Leute gern von früher. Jeder hat seine spezielle Epoche, von der er schwärmt (…) Wenn Berliner darüber klagen, wie sehr sich die Stadt verändert hat, kann man das leicht als Nostalgie abtun (…). Doch in den letzten Jahren hat sich die Stadt tatsächlich spürbar verändert. (…) Nur wer blieb arm und wer wurde reich in diesem schönen neuen Berlin?”
Die Verwandlung von öffentlichen in private Dienstleistungen
Als Beispiel führt Slobodian auch den Berliner Werbeunternehmer Hans Wall (Toilettenkönig) an:
“Die Benutzung der alten Toiletten war kostenlos gewesen, nun kostete sie fünfzig Pfennig. Für jede Dienstleistung, die die Firma an den Senat verkaufte, erhielt sie Zugang zum öffentlichen Raum und hatte am Ende ein Quasi-Monopol für flächendeckende Außenwerbung.”

SP38, gesehen in der Auguststrasse
2013-10-07
