AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Judenherberge Rosenthaler Tor

Die Judenherberge Rosenthaler Tor, kolorierte Federzeichnung Leopold Ludwig Müller 1807

Juden in Berlin um das Jahr 1800
Wie in allen jüdischen Gemeinden gab es auch in Berlin eine Herberge für Durch- und Zuwanderer, die bei Freunden oder Verwandten keine Unterkunft finden konnten: für fahrendes Volk wie Musikanten und Schausteller, für reisende Scholaren auf der Suche nach einer Lehrerstelle, für Vaganten und Bettler, bis hinunter zu Berufsdieben und Beutelschneidern.
In dieser Herberge wurden auch Hochzeiten gefeiert. Wöchnerinnen durften länger als nur zwei oder drei Tage bleiben. Die Herberge spielte im Sozialleben der unteren Schichten der Juden eine wichtige Rolle.
In Berlin war die Gemeinde den Behörden gegenüber verpflichtet, nur solchen auswärtigen Juden einen Passierschein durch eines der dafür bestimmten Tore ausstellen zu lassen, für deren Kurzaufenthalt sie garantieren konnte oder die eine Anstellung in der Gemeinde vorwiesen. Die anderen wurden auf dem Weg über die »Judenherberge« wieder abgeschoben.

aus: Nachum T. Gidal, Die Juden in Deutschland, 1988

siehe auch: Stadtpläne von Alt-Berlin

2007-02-04

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