AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Und nochmal Tacheles

Tacheles

“#Tacheles wird gerade geräumt. War zuletzt eh nur Tourinepp. Bin gespannt wann die Gegend aus Touriführern verschwindet” und
“#Tacheles geräumt und #BER erneut verschoben: So langsam bekommen wir das Problem mit den Touristen in den Griff.” wurde gestern getwittert.

Tatsächlich begann der Wandel der Spandauer Vorstadt zum Touristenviertel mit dem Tacheles und der darum entstehenden Gastronomie. Die Oranienburger Straße die ’schrillste Amüsiermeile Berlins’ schrieb der Dumont Berlin-Reiseführer schon in den 1990er Jahren.
Selbst heute nennt der Reiseführer Lonely Planet das Tacheles “die sixtinische Kapelle der Graffiti”. ‘Die Leser der Traveller-Bibel setzten das “coole street Art Hang-out” auf Platz vier aller Orte, wo man in Berlin gewesen sein sollte, direkt hinter den Imbiss “Burgermeister” unter dem Hochbahn-Viadukt am Schlesischen Tor und vor dem Brandenburger Tor.’ (http://m.morgenpost.de/berlin/article108954156/Berliner-Kunsthaus-Tacheles-schliesst-fuer-immer.html;jsessionid=Q8VHY1IEbw9tC8Ko9BQB7v+C?emvcc=0&nborh=&nbcol=1|unknown)

1998 hatte die Fundus-Gruppe des Investors Anno August Jagdfeld das Gelände, auf dem das Tacheles steht, vom Land Berlin für rund 2,7 Millionen Euro erworben.
Die geriet allerdings 2007 in starke finanzielle Schieflage. Seither ist das Haus Eigentum der HSH Nordbank, die ihrerseits einen Zwangsverwalter einsetzte. Nach den Plänen der Bank soll das Tacheles baldmöglichst versteigert werden, wer das Grundstück ersteigern wird, weiß keiner. Ohne Künstler dürfte der Wert der Immobilie um etliche Millionen Euro steigen. 2011 gab das Amtsgericht Mitte den Verkehrswert der 25 000 Quadratmeter bester Innenstadtlage mit 35 Millionen Euro an.

Pressemitteilung
Berlin, den 04.09.2012

Der für den Standort des „Tacheles“ an der Oranienburger Straße zuständige Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts Mitte hat das Gebäude heute geräumt und an den Zwangsverwalter herausgegeben. Grundlage für die Tätigkeit des Gerichtsvollziehers war ein Urteil des Landgerichts Berlin vom 20. Juni 2012. Darin war die Initiative zum Erhalt des Kunsthauses Tacheles e.V. zur Herausgabe von Räumen und Flächen an den Zwangsverwalter verurteilt worden.

Der Gerichtsvollzieher bezeichnete das Geschehen, das knapp sechs Stunden gedauert hat, als „friedliche Übergabe“. Nach Verhandlungen zwischen den Rechtsanwälten der Beteiligten hätten auch dritte Personen, die nicht im Urteil genannt seien, ihre Räumlichkeiten freiwillig herausgegeben. Kunstwerke habe er im Gebäude nicht vorgefunden. Nicht geräumt worden seien lediglich ein nur von der Straße aus zugänglicher Laden sowie die übrig gebliebene Freifläche hinter dem Gebäude.

Landgericht Berlin, Urteil vom 20. Juni 2012
- 29 O 156/12 -

Tacheles Raeumung

Tacheles Raeumung
Der Vorstand des Kunsthauses Tacheles e.V. gibt noch eine Erklärung ab

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tacheles
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tacheles-zaunpolitik

2012-09-05

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