AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Kunscht und Generalstreik

alias generalstreik
gesehen in der Auguststrasse

“Häufig bilden schwerwiegende ökonomische Ungerechtigkeiten oder soziale Unruhen die auslösenden Motive für einen Generalstreik.(…)
Der größte Generalstreik der neueren europäischen Geschichte – der erste wilde Generalstreik überhaupt – waren die Mai-Unruhen 1968 in Frankreich. “(Wikipedia)
Generalstreik erst 2020 ? Schwerwiegende ökonomische Ungerechtigkeiten werden seit Jahren immer größer.

Alias Neue Arbeit von ALIAS

Baustellenabsperrungen ohne Baustelle für Werbung einer Kunstinstitution der Auguststrasse

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SP38
SP38 - no money no art

2015-06-05

100 Jahre Dada - Antikunst und Subkultur in Kreuzberg

100 Jahre Dada - Antikunst und Subkultur in Kreuzberg

Eine ganz wunderbare Ausstellung ist noch bis zum 28.02. in der Marheineke Markthalle zu sehen:
KreuzbergDada - 100 Jahre Grosz-Heartfield-Konzern. 1915-1920.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Eckhard Siepmann (veröffentlichte u.a. das Buch ‘Montage: John Heartfield. Vom Club Dada zur Arbeiter - Illustrierten Zeitung’)

Eckhard Siepmann
Eckhard Siepmann bei einer Ausstellungsführung

“Kurz nach dem 1. Weltkrieg wurde Berlin nicht nur von einer Revolution erschüttert, sondern auch von einer Gruppe junger Leute, die sich Dadaisten nannten und der vom Krieg demaskierten Macht und ihrer Kultur den Kampf ansagten.

100 Jahre Dada - Antikunst und Subkultur in Kreuzberg

Im heutigen Berlin treiben Macht-Skepsis und Autoritäten-Abneigung die buntesten Blüten in Kreuzberg, und so passt es, dass auch Berlindada kurz nach dem Krieg im Gebiet Kreuzbergs ein ästhetisch/politisches Munititonslager besaß: den Grosz-Heartfied-Konzern. Die beiden Freunde streuten die Drachensaat Dadas in Berlin vor genau 100 Jahren aus mit dem Beginn ihrer künstlerischen Zusammenarbeit 1915.

Die Ausstellung zeigt die gemeinsame provokative Produktion von Grosz und Heartfield in dieser Zeit, mit ihrer Vorgeschichte und ihren Folgen. Prägend waren die Erfahrungen der Kriegskatastrophe und des Großstadtchaos. Die Schlächterei des Krieges bewies ihnen die Ohnmacht der Kultur und der abendländischen Werte insgesamt. Die Großstadt mit ihrem rasenden Verkehr und der gleichzeitigen Nachbarschaft ganz fremder Szenerien ließ sie zu Schere und Klebstoff greifen und mit Montagen experimentieren, die an die Stelle der verhöhnten Kunst treten sollten.

100 Jahre Dada - Antikunst und Subkultur in Kreuzberg

100 Jahre Dada - Antikunst und Subkultur in Kreuzberg

Die sieben Ausstellungsteile liegen wie Inseln im brandenden Marktgeschehen, und dieses Treiben ist optisch wie akustisch ein Teil der Schau. Sie kommt damit einer Intention von Dada entgegen: der Verschwisterung von Kunst und Alltag, von Poesie und Leben.

Mit dieser Verschwisterung ist es nun vorerst in der Markthalle vorbei.
Nach über 4 Jahren erfolgreicher Verbindung von Kunst, Kultur und Alltagsleben muss die Browse Gallery ihre 250 m² Fläche auf der Empore der Markthalle einem veganen Supermarkt überlassen und sucht nun neue Räume.”

Text aus der Pressemitteilung

Ausstellungszeiten: noch bis 28.2.2015

AusstellungsOrt: Mittelgang der Marheineke Markthalle, Marheineke Platz 15 - 10961 Berlin-Kreuzberg
Täglich 08 - 20:00 Uhr, samstags 08 - 18:00 Uhr

2015-02-24

Blind Spot

Blind Spot

Nach Martha Roslers /Josh Neufelds Banner Pull Up Those PIIGS (2011) und der Installation Tamasha von N S Harsha (2013) ist das neue, gemeinsame Projekt zwischen der Fassadengalerie des KuLe e.V. und dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Blind Spot des bildenden Künstlers Mykola Ridnyi und des Schriftstellers Serhij Zhadan (beide leben in der ostukrainischen Stadt Charkiw) an der Fassade in der Auguststrasse 10 zu sehen.
” Die Arbeit ist Teil einer kürzlich entstandenen Fotoserie von Mykola Ridnyi, die Pressefotos der bewaffneten Konflikte in der Ukraine mit dem Phänomen des allmählichen Erblindens und einem daraus resultierenden verengten Sichtfeld koppelt: die Bildmotive werden fast vollständig von schwarzer Farbe überdeckt. „Manchmal beginnt es wie ein kleiner, sich allmählich ausbreitender Fleck oder aber wie ein sich verengender Tunnel, der das Sehvermögen verschlingt, bis es ganz ausgelöscht ist. Diese Unfähigkeit zu sehen gleicht dem menschlichen Abwehrmechanismus, angesichts eskalierender Gewalt eine freiwillige Blindheit zu produzieren.“ M.Ridnyi

Blind Spot

Am Fuß der Fassade greift Serhij Zhadan mit seinem Essay Das zerschossene Museum, abgedruckt im ukrainischen Original sowie in russischer, deutscher und englischer Übersetzung, das Thema der Kriegszerstörung am Beispiel des von Bomben getroffenen Museums in Donezk auf
“In einem Artikel habe ich gelesen, das Regionalmuseum in Donezk sei von einem nächtlichen Bombenangriff getroffen worden. Von eingestürzten Decken und Gebäudeteilen wurde da berichtet, die sogar die Kellerdecke durchbrachen.(…)
Der Vorfall mit dem Museum ist typisch, denn eigentlich hat es doch niemanden gestört, wer hatte es also nötig, das Museum unter Beschuss zu nehmen, wer wollte auf diese Weise die Geschichte umschreiben oder genauer gesagt sie loswerden? Von Stellungen im Museum war gar nicht die Rede, es stellt sich plötzlich heraus, dass es völlig egal ist, ob da jemand eine Stellung hält oder nicht, der Zufall entscheidet, und leider nicht zum besten. Im letzten Krieg hat es das Museum im Übrigen auch erwischt, die Sammlungen sind zerstört worden. Kriege sind alle ähnlich.”
Serhij Zhadan

http://www.berliner-kuenstlerprogramm.de/de/veranstalt_detail.php?id=896

2014-10-06

TRUST IN THE SUN - Fare Well Bill - Slave for Sale

TRUST IN THE SUN

Für ein paar Tage umrahmte die anonyme Arbeit ‘Trust in the sun’ die Galerie Jordan/Seydoux in der Auguststrasse 22.
Die Hausverwaltung lies die Streetart-Arbeit aber schnell wieder überpinseln …

TRUST IN THE SUN

Georg Baselitz: Fare Well Bill
bis zum 01.11.2014

Die Ausstellung stellt die jüngsten, 2014 erschienen Druckgraphiken und ausgewählte Radierungen und Holzschnitte von Georg Baselitz vor.

Jordan/Seydoux - Drawings & Prints
Auguststraße 22
10117 Berlin

Öffnungszeiten:
Di-Sa 12.00-18.00 Uhr

und SP38 meint an der Auguststr. 5a: Slave for Sale

SP38_Slave for Sale

2014-10-06

Der erweiterte Kunstbegriff: Schlingensief ?

Am Wochenende lief ich neben einer Touristengruppe durch die Auguststrasse, beim Vorbeigehen am KW ging ein überraschtes Raunen durch die Gruppe, “schaut mal: Ausländer raus” beim Weitergehen dann ein erleichtertes “äh, des is Kunscht”.

 Schlingensief

Die Container mit dem “Ausländer raus”-Transparent sind von Schlingensiefs Kunst- und Filmprojekt aus dem Jahr 2000, das im Rahmen der Wiener Festwochen stattfand.
Kurz vor der Aktion, war die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) unter der Leitung von Jörg Haider als zweitstärkste Partei in den Nationalrat gewählt worden. Durch eine Koalition mit der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) wurde die FPÖ zur Regierungspartei. Die FPÖ stand vordergründig wegen ihres fremdenfeindlichen Wahlkampfs in der öffentlichen Kritik. (Wikipedia)

Schlingensief

Noch bis zum 19.1.2014 findet im KW eine Werkschau zu Christoph Schlingensief statt.

Schlingensief war in den 1990er Jahren von Castorf aufgrund seiner Filmprodukte an die Berliner Volksbühne geholt worden und konnte sich in diesen Nachwendeklima als Aktionskünstler austoben.

Roberto Ohrt schrieb 1998 unter dem Titel ‘Das Stolpern des Christoph Schlingensief. Über das Abräumen politischer Bewegungsformen’ (in der Zeitschrift ‘Die Beute. Neue Folge’):
“Er ist der Abräumer der 80er und 90er Jahre. Von den Club-, Scherzvogel- und ‘Bewegungslehre’-Ideen bis zu Karaoke (…), er räumt alles ab, was seinerzeit mit weniger Absichten und Aussichten auf das große Publikum genossen wurde. Und obwohl seine Vorbilder weitaus amüsanter waren, jetzt greifen die Medien zu und machen Licht, wo es nur geht.
Er ist ein Produkt der Szene; er hat ihre Signale und Rituale auseinandergenommen - entschärft und neutralisiert waren sie ohnehin - und die Szene bringt ihn hoch, mit ihrem Überdruß an den nicht mehr funktionierenden, den nur mehr rituellen Protestformen. Bei ihm sind die Erinnerungsreste und was noch dazu kommt, Warhol oder Beuys, mit neueren Ideen zusammengesetzt, konsequenter und skupelloser auf die Medien gerichtet, den Einstieg in den Mainstream, an dessen Lacherfolgstechnik er mit den anderen Seiten seines absurden Stückwerks experimentiert.(…)

Mit der Politik - oder dem Leben - ist es bei Schlingensief übrigens genau wie mit der Kunst; sie will sich nicht wirklich formulieren, und auf diese Weise hängt das eine mit dem anderen direkt zusammen. Er entzieht seiner Politik die Anhaltspunkte für eine genauere Überprüfung und setzt an dessen Stelle das Spiel der Beteiligung und den moralisierenden Nebel. Mehr ist die Fiktionalität bei ihm nicht; sie will nicht stören, nicht projizieren, was wirklich unmöglich und doch greifbar wäre. Die von ihm aufgerufenen Interessen und Kräfte - der Rest eines politischen Engagements zum Beispiel oder der noch unklare Wunsch, dem Elend der Verhältnisse etwas entgegenzusetzen - werden von seinen Gewissensspiel sehr bald erschöpft oder abgeschliffen.”

Schlingensief

Aus einen Interview von Dietrich Kuhlbrodt in der Jungle World (Nr. 23, 31. Mai 2000) zur Wiener ‘Ausländer raus’-Aktion

“Machst Du es nicht den Haider-Freunden zu leicht? Ist da nicht was dran, an der unzulässigen Verquickung von Politik und Kunst? Roberto Ohrt hat Dir in der Beute vorgeworfen, den Ausverkauf von Kunst zu betreiben.

Schlingensief: Was soll das sein: Ausverkauf der Kunst? Wenn er damit die Menschheit meint, habe ich keine Probleme, wenn er aber die Erfindung der Kunst meint und somit das Monopol der Erfinder stützen will, gehört er genauso wie die Beute zu den Vorgestrigen. Die Beute hat ihre Absichten dermaßen verraten und ausgelutscht, dass sie Henryk M. Broder das Heft überlassen sollten. Das wäre sicher spannender.

Ich sehe keine Trennung mehr zwischen Kunst und Politik, Politik und Leben, Leben und Kunst. Das gehört ab sofort alles zusammen. Das transformiert sich von selbst. Und wer das behindert oder auf irgendwelche Schutzzonen und Monopoleinrichtungen verweist, ist verloren.”
http://jungle-world.com/artikel/2000/22/27651.html

2013-12-16

Berlin Art Week in der Auguststrasse

Berlin Art Week
Gestern wurde in der Auguststrasse die Berlin Art Week eröffnet

Berlin Art Week
DIE STADT GEHÖRT ALLEN - Statement der Fassadengalerie (KuLe), Auguststr. 10

Berlin Art Week
Klaus Wowereit in seiner Eröffnungrede: “Ihr könnt auch für die Deutsche Bank applaudieren”

“An Künstlern herrscht kein Mangel in Berlin, wohl aber an Käufern, die Geld für Kunst ausgeben wollen.” (rbb)

Die Berlin Art Week ist eine Art Wirtschaftsförderungsmaßnahme. Der Landesverband der Berliner Galerien LVBG beklagte letztes Jahr, dass der Umsatz der Berliner Galerien nach dem Ende der Kunstmesse Art Forum um 40 Prozent eingebrochen war. (taz)
Kern der Veranstaltung sind die beiden Kunstmessen abc art berlin contemporary und Preview, gefördert wird die Berlin Art Week durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und die EU mit je 250.000 Euro und durch den Sponsor Deutsche Bank mit 500.000 Euro.

Berlin Art Week

Berlin Art Week

Berlin Art Week

2013-09-18

Opportunisten

SP-38 - Oppurtunisten

Neue Arbeit von SP-38, gesehen in der Gipsstrasse

Laut DUDEN:
(bildungssprachlich) allzu bereitwillige Anpassung an die jeweilige Lage aus Nützlichkeitserwägungen
(marxistisch) bürgerliche ideologische Strömung, die dazu benutzt wird, die Arbeiterbewegung zu spalten und Teile der Arbeiterklasse an das kapitalistische System zu binden

Dieses Wort stand 1905 erstmals im Rechtschreibduden.

2013-08-20

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