AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Sophienstrasse 23

Sophienstrasse 23
gesehen 2011

Sophienstrasse 23
Mai 2014

Da läuft man mal länger nicht durch die Sophienstraße - und plötzlich ist ein Haus abgerissen …

Sophienstrasse 23

Sophienstrasse 23

Die Sophienstraße wurde zur Berliner 750-Jahr-Feier 1987 aufwendig saniert.

“Das Haus Nummer 23 war ein Neubau in der Sophienstraße. 1987 wurde er an die Stelle eines abgerissenen historischen Kolonistenbaus gesetzt, um das Berliner Heimatmuseum zu beherbergen.”
Der Hauseingang war über den Hof des Nachbarhauses, Nummer 24 und auch von der Gipsstraße erreichbar.
“Nach der Wende brachten Restitutionsverfahren abgeschottete Hinterhöfe und verriegelte Haustüren mit sich.”
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/haus-an-der-sophienstrasse-hat-keine-klingelanlage-mehr-kein-eintritt-ohne-anmeldung,10810590,9492754.html

Das Grundstück gehörte der Evangelisch-methodistischen Kirche und wurde an die Württembergischen Lebensversicherung AG verkauft.
Hier soll ein Gebäude mit Tiefgaragen entstehen.

2014-05-21

Die verkaufte Mitte

Karte

Tacheles, Postfuhramt und die historischen Gebäude des “Forum Museuminsel” waren einst im Eigentum des Bundes oder der Universitätsklinik Charité. Doch sie wurden im Zuge der neoliberalen Politik seit Ende der 1990er Jahre verscherbelt.

Das Wall Street Journal berichtete letzte Woche:
“In ganz Europa vermuten Immobilienunternehmen Gewinnchancen in der Umwandlung von historischen Gebäuden (…), sagt David Tomback von English Heritage, einer staatlichen britischen Einrichtung, die mit dem Schutz historischer Gebäude beauftragt wurde. (…)
In Großbritannien generierten historische Projekte zwischen 1980 und 2011 einen gleich hohen oder höheren Gesamtertrag als Gewerbeimmobilien insgesamt, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2011 von Colliers International, die von English Heritage in Auftrag gegeben wurde.”

Postfuhramt
Postfuhramt -Jetzt in Besitz des Medizintechnikunternehmens Biotronik

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Tacheles

Ein ganzer Stadtteil (über 25 000m2) mit drei historischen Gebäuden, wurde von der öffentlichen Hand 1998 für 30,9 Millionen Euro an den geschlossenen Immoblienfondsbetreiber August Jagdfeld/Fundus Gruppe verkauft. Seine Investitionen hat er nie getätigt, die öffentliche Hand hat trotz dieses Vertragsbruches keine Rückabwicklung des Kaufes durchgeführt.

Laut Presseberichterstattung vom November 2013 will die Fundus Gruppe jetzt für 200 Millionen Euro
weiterverkaufen.
siehe auch: http://kritikdesign.blogspot.de/2011/09/euer-land-wurde-verschachert.html

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“Forum Museuminsel”
Schon 2001 erwarb die Freiberger Holding die Freimaurerloge aus dem Jahr 1791 und die “Post- und Fernmeldewesen”-Gebäude, 2007 dann die Gebäude der Universitätsklinik Charité.

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Gebaut wurde bisher ein Anbau an die von Martin Gropius entworfene Charité-Frauenklinik (1879–1883) durch den Architekten Chipperfield.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/der-spreeuferweg-zwischen-tucholskystrasse-und-monbijoustrasse-soll-privatisiert-werden

Karte: Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL

2013-11-28

Kleine Auguststrasse 2-3 - vom Mietshaus zum Einfamilienhaus

Kleine Auguststrasse 2-3

Zur Zeit wird das Haus Kleine Auguststrasse 2-3 umgebaut. Bis auf einen Teil der Fassaden bleibt aber nichts übrig von diesem 1881 erbauten Mietshaus.

Kleine Auguststrasse 2-3
Foto: Beek100 - http://de.wikipedia.org/

Eine neue Dimension der Verdrängung: Umbau eines Mehrfamilienhauses zu einer Wohneinheit.

Bis vor kurzem wohnten hier 7 Mietparteien. In Zukunft residieren hier das (Medien-)Unternehmer Ehepaar Christiane (zu Salm) Kofler und Georg Kofler.

Kleine Auguststrasse 2-3

Früher zogen Vermögende an den Stadtrand in ein Villenviertel. Jetzt wollen sie mittendrin wohnen. Mich wundert, dass so ein Bauprojekt überhaupt eine Baugenehmigung bekommt im denkmalgeschützten Bauensemble Spandauer Vorstadt.

Kleine Auguststrasse 2-3

Kleine Auguststrasse 2-3

Kleine Auguststrasse 2-3

Aber eigentlich wundert mich kaum noch was in Berlin Mitte …

2013-10-16

Vom Mietshaus zur Kapitalanlage

Linienstrasse 118

Die Berliner Morgenpost berichtete vor ein paar Tagen ausführlich über die Entmietungsgeschichte der Linienstraße 118. Andrej Holm hat im Gentrification Blog die immobilienwirtschaftlichen Gewinnspannen am Beispiel des Hauses nochmal zusammengefasst:

- 1997 Verkauf des Hauses an ein zur Erbengemeinschaft des Hauses gehörendes Hamburger Ehepaar für 700.000 Euro (290 Euro/qm)

- 2011 Verkauf des Hauses an eine Immobilienfirma aus Wien für 2.400.000 Euro (1.000 Euro/qm)

- 2012 Verkauf des Hauses an die in Berlin ansässige David Borck Immobilien für 5.520.000 Euro (2.300 Euro/qm)

- 2013 Verkauf von leerstehenden und vermieteten Eigentumswohnungen für ca. 8.000.000 Euro (3.400 Euro/qm)

Im gleichen Beitrag ist auch ein Hinweis auf einen Artikel im Tagesspiegel zu finden, in dem über eine Rede des Regierende Bürgermeister Wowereit (SPD) letzte Woche bei den „Berliner Wirtschaftsgesprächen“ im Capital Club am Gendarmenmarkt berichtet wird: „In Berlin gibt es offensichtlich kein Gefühl dafür, dass es sich lohnt, eine Eigentumswohnung zu haben“, meinte Wowereit, und “selbst ein Normalverdiener, der sich drei Mal im Leben einen Mercedes kauft, komme nicht auf die Idee, Wohnungseigentum zu erwerben. Aber vielleicht werde sich dieser Trend auch in Berlin ändern. Vor allem Menschen, die zuziehen, kaufen.”

Linienstrasse 142
Linienstrasse 142

In der Linienstrasse 142, in der ebenfalls Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, führen die letzten Mieter ein Bautagebuch und beschreiben ihre Situation im Haus:

http://linien142.wordpress.com/bautagebuch/ereignisse-bauwoche-2/

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/branding-strategie-von-immobilienbesitzern-linienstrasse-142

2013-09-04

Gebäudeensemble Auguststrasse 11-16

jüdischen Krankenhaus

Erstmal die gute Nachricht: seitdem der Komplex vom Bund als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung gefördert wird, wird der weitere Verfall des ehemaligen jüdischen Krankenhaus des Architekten Eduard Knoblauch in der Auguststrasse verhindert.

jüdischen Krankenhaus

auguststrasse14.jpg

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Leider kam diese Förderung für den Komplex, der sich von der Neuen Synagoge auf der Oranienburger Straße ausgehend, entlang der Auguststraße erstreckt, kurz nach dem Abschluß des 20jährigen Mietvertrages mit dem Galeristen Michael Fuchs. Und das ist die schlechte Nachricht: so gibt es jetzt als weiteren Untermieter das Kennedy-Museum in der Auguststrasse 11-13. Michael Fuchs laut Tagesspiegel: “„Es spricht nationale sowie internationale Besucher an, die sich nicht nur mit Kunst, sondern auch mit der Geschichte Berlins auseinandersetzen möchten.“ Es sei daher eine perfekte Ergänzung zu den bereits vorhandenen Ausstellungen. Und Alexander Golya, Pressesprecher des Museums: „Das Publikum hier in der Gegend ist sehr viel internationaler und äußerst kulturaffin.“ (Als am alten Standort am Pariser Platz)”
Die Entwicklung zum Touristenviertel geht weiter …

Maedchenschule.jpg

siehe auch:

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9366/highlight/Auguststra%C3%9Fe

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auguststrasse-11-13

2012-11-28

Linienstraße 142 - Intervention von SP38

“Wenn man es genau nimmt sind Künstler und Kreative Teil der Gentrifizierung
und Entwicklung von Stadtteilen, warum dürfen sie nicht auch davon profitieren?” MMX

who kills mitte

who kills mitte

SP38 - WHO KILLS MITTE? AGAIN- Linienstraße 142 - Berlin

SP38 moved in Berlin in the middle of the 90s & settled at the level of the 142 Linienstrasse in Mitte. Back in the day it was an artistic house project connected to the Tacheles looking onto a small courtyard with trees that grew up after the WWII. At that time, after the fall of the Berlin Wall, nobody wanted to live in the center east except punks, freaks, local people and alternative artists who used to live in squats.

20 years later things have significantly changed, Linienstr. is now one of the most expensive street where hipsters, bourgeois and agencies are fighting for each single square meter. All alternative artists have been kicked out of the area long ago. Even the trees in the yard of Linienstr. 142 have now been removed to make way for businessmen & compromised artists that sold their soul to real estate companies, even though most of them still claim the underground and their belonging to the alternative urban art scene.

The reality here is artists and creatives are used and later abused to create a buzz, to bring a cool factor to another high end real estate project. Let’s be intellectually honest, it’s not about Art there, it’s about Business. How much does it cost to buy a soul, that we don’t know. What we do know is that where artists and creatives used to live and work for free, space is now available at 8000€ per square meter.

That doesn’t leave us indifferent & we fully support SP38 who’s intervention is meant to question the passers by. The fall of Berlin Mitte as a leading area for alternative art started 10 years ago when the Tacheles was sold. Since then things have only gotten worst. Berlin, what happened to your soul?

“Who Kills Mitte?” is not meant to be “against”, the point is to make a spontaneous artistic action to respond.

Our duty is to denounce the enemy via:

who kills mitte

Stellungnahme MMX (via)
“zu dem Artikel den wir generell Positiv sehen da er auch andere Seiten aufzeigt und die Hintergründe hinterfragt …

Saniert, gebaut und verkauft wird mit oder ohne das Künstler hier ausstellen. Das Künstler hier ausgenutzt werden ist Ansichtssache aber leider auch ein altbackenes Thema,
es wird offen kommuniziert was wir machen und wer es finanziert.
Wenn man es genau nimmt sind Künstler und Kreative Teil der Gentrifizierung und Entwicklung von Stadtteilen, warum dürfen sie nicht auch davon profitieren?
Wir haben uns darauf eingelassen um uns mit der Thematik auseinanderzusetzen anstatt einfach dagegen zu sein, für uns war das eine 180 Grad Wendung, in 2010 haben wir diesen Ort schließlich aus eigenen Kräften aufgebaut.
Eine solche Zusammenarbeit ist für uns neu aber auch spannend. Es stimmt nach dem Konzept sollen Künstler die Eigentumswohnungen nach Wunsch gestallten bzw. Kunstwerke kaufen und der öffentliche Raum des Haus soll auch mit Kunst gestaltet werde, was gibt es daran verwerfliches ?
Es wird schließlich auch dementsprechend honoriert und wovon lebt der normale Künstler sonst wenn gerade nicht von Nebenjobs, Harz IV oder Stipendien.”

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Quelle: Expose Linienstraße 142

Wir sind gekauft - Linienstrasse

siehe auch: Branding-Strategie von Immobilienbesitzern - Linienstraße 142

2012-11-14

Branding-Strategie von Immobilienbesitzern - Linienstraße 142

Linienstrasse 142

Zur Vermarktung von Eigentumswohnungen in der Linienstraße 142 holt der Immobilienbesitzer seinen Mieter von 2010 zurück, die “Künstlergruppe MMX”, und läßt die Fassade bemalen und Streetart anbringen. Auf dem Verkaufcontainer können die Künstler Kunstvideos zeigen …

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“MMX der alternative Kunstort aus 2010 ist zurück in den alten Räumen der Linienstrasse 142, das Gebäude wird saniert, ein neues gebaut und Eigentumswohnungen entstehen, anstatt das die Kunst hier wie so oft weicht setzt diese sich mit der Transformation des Ortes auseinander und reagiert während des Wandels mit künstlerischen Positionen, eine symbiotische Beziehung die sich befruchten kann aber auch unbekanntes Terrain wagt.”, so MMX.

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“Künstler, die das Objekt im Leerstand als Spielwiese genutzt haben, können in die Gestaltung der Wohnung mit einbezogen werden”, so der Immobilienbesitzer.

Linienstrasse 142

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siehe auch: POTTINGERS HAUS

2012-10-28

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