AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Ausstellung Straßengeflüster - Bilder vom Scheunenviertel aus der DDR- und Wendezeit

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“Gehst Du eine Straße bewusst entlang, eine Straße, die dir vertraut zu sein scheint, erlebst du aufeinmal, dass hier oder da etwas zu dir leise zu Flüstern scheint. Viele immer mehr werdende Stolpersteine, im Pflaster messingfarben leuchtend, erinnern dich an Unvorstellbares, das in dieser Straße, Stadt und Land geschah. Alte Häuser verändern ihr äußeres wiederholt. Inschriften geben Rätsel auf. Grünflächen inmitten geschlossener Häuserzeilen, warum?
Viel wird vom Scheunenviertel erzählt. Aber wo war es wirklich, wer wohnte einst dort, was erzählt man davon?
Mittendrin die Verlohrene Straße. War das etwa eine Straße der Verlorenen? Wer oder wo oder was ist Almstadt?
Eine Schendel Gasse mitten in Berlin? Wo ist das blau/weiße Straßenschild dieser Gasse geblieben?
“Straßengeflüster” erzählt als eine Ausstellung in Bild und Wort vom Wachsen und Werden eines Viertels, dem sogenannten “Scheunenviertel”, von seinen Veränderungen vor und um die Wendezeit, von den Menschen und ihrem Leben in den Häusern.”

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Mehr als ein Dutzend junger Studierender der TU Berlin haben u. a. die Weinmeister- Münz-, Mulack-, Almstadt-, Max-Beer- und Steinstraße im “Scheunenviertel” in der Spandauer Vorstadt von ihrer Anlegung bis zur Gegenwart untersucht. Deren Erfahrungen und die Bilder von Klaus Bädicker, als einstiger Mitarbeiter und Fotograf der Kommunalen Wohnungsverwaltung Berlin-Mitte in der DDR-Zeit von 1984 bis kurz nach der Wende, wollen dem Besucher dieser Ausstellung “was ins Auge und Ohr flüstern”.

Andreas Ulrich (Moderator beim rbb und radioeins) wird als Freund und Kenner der Berliner Mitte am 15. April ab 19 Uhr im Raum 1.02 im Erdgeschoss der Volkshochschule Menschen interviewen, die hier einstmals lebten oder immer noch wohnen, arbeiteten oder das Viertel mit zu rekonstruieren halfen, es einfach nur oder eben deshalb lieben. Es wird an diesem Abend auch einen kleinen Büchertisch vom “Sonnenhaus” mit auserlesener Berlin-Literatur geben.

Begleitend zur Ausstellung werden zwei verschiedene Führungen am Samstag, den 18.04.2015 durch das “Sophienviertel” und am 25.04.2015 durch das “Scheunenviertel” jeweils ab 16 Uhr angeboten. Treffpunkt: Koppenplatz, Denkmal. Teilnahme natürlich kostenfrei.

Eine Ausstellung in der Volkshochschule Berlin Mitte • Linienstraße 162 • 10115 Berlin
Ausstellungseröffnung am 15. April 2015, 19 Uhr
Die Ausstellung ist vom 15. April bis 30. August 2015 zu den Öffnungszeiten der VHS Linienstraße zu sehen.

2015-04-09

Die Hackeschen Höfe und die Touristifizierung der Spandauer Vorstadt

Hackeschen Höfe

Schaut man in Berlin-Reiseführer der frühen 1990er Jahre, so werden als Sehenswürdigkeiten von Berlin-Mitte unter anderem die Sophienkirche, die Synagoge sowie der Alte Jüdische Friedhof empfohlen.
Erst die Sanierung der Hackeschen Höfe ab 1995 brachten die Spandauer Vorstadt im gesamten als eigenständige Sehenswürdigkeit in die Reiseführer - Ende der 1990er Jahre gehören die Höfe zum Pflichtprogramm für Berlin Besucher.

1991 ging die Immobilie nach einem Restitutionsanspruch an die Erbengemeinschaft Jakob Michael, die verkauften 1994 an den Heidelberger Bauunternehmer Roland Ernst und den Düsseldorfer Immobilienunternehmer Dr. Rainer Behne.

Hackescher Markt

“Die Geschichte des Nachwende-Berlins wäre ohne Roland Ernst nicht zu erzählen. Der Projektentwickler aus Heidelberg war einer der Ersten, die nach dem Umbruch von 1989/90 die großen Chancen auf dem Immobilienmarkt erkannten und entsprechend handelten, die ihre Emissäre in die Grundbuchämter schickten, um ausspähen zu lassen, wem welches Grundstück gehörte und welches möglicherweise zu kaufen war. (…) Das Investitionsvorranggesetz begünstigte die Schnellen unter den Entwicklern – und Roland Ernst war einer der ganz schnellen. Aber auch einer, der die Möglichkeiten der Gesetze überstrapazierte, mitunter zu weit. Er wurde später des Betrugs, der Bestechung und Steuerhinterziehung verdächtigt und saß deshalb im Gefängnis.”
http://www.welt.de/regionales/berlin/article125132740/Die-grossen-Bauherren-des-Berliner-Monopolys.html

Fotos: gesehen im Berliner Legoland Herbst 2014

2015-01-29

Achtung Fremde

Vor kurzem wurde bei uns im Haus eingebrochen und die Polizei hängte dieses Plakat ins Treppenhaus.

achtung einbrecher

Den Satz “Achten Sie auf Fremde in Ihrer Straße” sollte die ‘Direktion 3 - Öffentlichkeitsarbeit und Prävention‘ nochmal überdenken.

achtung einbrecher

“Das Fremde bezeichnet etwas, das als abweichend von Vertrautem wahrgenommen wird, das heißt aus Sicht dessen, der diesen Begriff verwendet, als etwas (vermeintlich) Andersartiges oder weit Entferntes. Fremdheit kann je nach persönlicher oder sozialer Disposition Zugewandtheit im Sinne von Interesse bis hin zur Sehnsucht, oder dem entgegengesetzt Abwehr im Sinn von Angst bis hin zur Aggressivität hervorrufen (vgl. Xenophilie versus Xenophobie).
(…)
Im deutschsprachigen Recht werden Nichtzugehörige zu einer bestimmten sozialen Gruppe als „Fremde“ bezeichnet.”

https://de.wikipedia.org/wiki/Fremde

2015-01-07

Brunnenstrasse 183

Brunnenstrasse 183
Umsonstladen Brunnenstr. 183 - gesehen 2008

Wiedereinmal wurde mit dem Kauf eines bewohnten Mietshauses, dann Räumung der BewohnerInnen mit der Begründung zu investieren, seine Investitionsankündigungen nicht einhaltend, mit Leerstand und Weiterverkauf Profit gemacht.
2006 kaufte Manfred Kronawitter die Brunnenstrasse 183 für 285.000 Euro.
Das Haus war in den frühen 90er Jahren besetzt worden. Später wurde es zwar legalisiert, doch Kronawitter zweifelte die Mietverträge an und bekam nach langjährigen Gerichtsverfahren Räumungstitel gegen die Bewohner. Weiterverkauft wurde es Ende 2010 für 1,3 Millionen Euro an die Geschwister Christoph und Catharina Birkel (aus der Nudelherstellerfamilie), nachdem im November 2009 mit 600 Polizisten geräumt wurde.

Brunnenstrasse 183

Das Haus wurde nun saniert und seit ein paar Tagen ist die Bauplane entfernt. Die taz zur neuen Fassade: “Da passt der neue Wandschmuck, der fast pünktlich zum fünften Jahrestag der Räumung der 183 enthüllt wurde. Die Goldlettern sind ein Statement. Vielleicht auch eine Provokation. Ganz sicher eine Demonstration für alle, die noch nicht verstanden haben, was Gentrifizierung ist. ”

Brunnenstrasse 183

Die Brunnenstrasse:

Brunnenstrasse

Brunnenstrasse

2014-11-06

Linienstrasse 142: Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen

Linienstrasse 142

Linienstrasse 142

Hausgeschichte der Linienstrasse 142 [gekürzt] (zusammengestellt von den letzten Mieterinnen und Mietern - http://linien142.wordpress.com/hausgeschichte/)

“ca. 1890 Baujahr des Hauses

nach der Wende, seit 1989
- Zwangsverwaltung durch die WBM, da Besitzer unklar
- bis auf wenige sind alle Wohnungen bewohnt
- ehemalige Besetzer des Hauses erhalten reguläre Mietverträge und sind nun legal
- WBM erhält Mieteinnahmen, es erfolgt KEINE Instandhaltung oder Reparaturen -> der Verfall beginnt
- Mieten werden gemäß Mietspiegel regelmäßig erhöht

1997/ 1998
- das Dach wird repariert

Ende 2000
- WBM vergibt trotz Bewerber keine Mietverträge mehr
- erster Leerstand entsteht

2001 – 2009
- Rückübertragung an rechtmäßigen Besitzer nach erfolgreichen Klagen dauerte ca. 8 Jahre
- aufgrund einer Hypothek (damalige Dachreparatur) kann der Besitzer sein Erbe nicht halten und ist zum Verkauf gezwungen

2009 – 2010
- 1. Verkauf des Hauses an die GbR: Klaus Poklekowski, PEG Potsdam Babelsberg GmbH für schätzungsweise 1,2 Mio. Euro
- Entmietung unter Androhung von Klagen oder Abfindungszahlungen
- großflächiger Leerstand
- Zwischennutzung im EG durch Galerie MMX
- Vorbereitung der späteren Verkaufsstrategie: Kunst soll das Objekt aufwerten “Die Kunst des Wohnens” oder “Vom Atelier zum Wohnzimmer” wird es später im Vertrieb heißen
- Vertrieb durch BoB Immokonzept GmbH

2012 – Anfang 2013
- 2. Verkauf des Hauses an die chairos Projektentwicklung GmbH für schätzungsweise 5 Mio. Euro
- 3. Verkauf des Hauses an die PRIMUS Immobilien AG für schätzungsweise 5,1 Mio. Euro

2013
- die 4 verbliebenen Mieter erhalten Kündigungen der PRIMUS Immobilien AG: „Ordentliche Kündigung des Mietvertrages gem. § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB wegen Hinderung angemessener wirtschaftlicher Verwertung“
- der PRIMUS Immobilien AG muss das Baujahr von ca. 1890 und das es noch reguläre Mieter gibt, bekannt gewesen sein
- Abbruch- und Bauarbeiten beginnen im August, obwohl die Kündigungsfrist noch bis Frühjahr 2014 läuft
- Mieter zahlen weiterhin Miete gemäß Mietspiegel”

Linienstrasse 142

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/branding-strategie-von-immobilienbesitzern-linienstrasse-142

2014-07-16

Auguststrasse 17 - Fensterlüftung

Auguststrasse 17

Seit bald 4 Jahren steht nun das Vorderhaus und der Seitenflügel der Auguststraße 17 leer. 2010 wurde das Haus entmietet.
Ehemals günstiger Mietraum in Berlin Mitte gammelt unbewohnt vor sich hin.

Auguststrasse 17

Von MieterInnen eingebautes Bad:

Auguststrasse 17
Foto: von ehemaliger Bewohnerin der Auguststraße 17

Jetzt wurde mal gelüftet …

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auguststrasse-17

2014-06-13

Bröckelnder Putz und abplatzende Fassadenfarbe

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Gipsstraße 9

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Gipsstraße 15

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Gipsstraße 15

Bis in die 1990er Jahre konnte man in der Spandauer Vorstadt noch an vielen Häusern historische Fassadenbeschriftungen entdecken. Schnell wurden die Fassaden saniert und die Spuren der Zeit beseitigt.

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Gipsstraße 9 - abplatzende Fassadenfarbe - die Beschriftung wird wieder sichtbar …

2014-06-06

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