AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Areal am Tacheles

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Eine Projektentwicklungsgesellschaft des neuen Besitzers des “Areal am Tacheles”, gekauft hatte 2014 ein Fonds der US-amerikanischen Investmentfirma Perella Weinberg Real Estat, veröffentlichte am 21.3.16 eine Pressemitteilung in der die ersten Planungen erläutert werden: “Die Bagger werden zunächst Gebäudereste der 1909 eröffneten Friedrichstraßenpassage entfernen und das Gelände für den Aushub der Baugrube im November vorbereiten. pwr development will ab Mitte 2018 mit dem Hochbau und den Sanierungsarbeiten beginnen, im Laufe des Jahres 2020 sollen die letzten Gebäude bezugsfertig sein.”

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Erste Bauvoruntersuchungen

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Bäume wurden auch schon gefällt

Die massive Bebauung des 2,5 Hektar großen Geländes sieht nur einen Wohnanteil von 38 Prozent vor und das nur mit Eigentumswohnungen. Der Rest der Flächen werden Büros, Restaurants, Einzelhandel und Hotels “wobei eine Mischung wie am nahe gelegenen Hackeschen Markt denkbar ist: schicke Boutiquen, Kunsthandel und moderne Designshops”. (Tagesspiegel)

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(C) pwr development GmbH

Dabei gilt seit Sommer 2015 in Berlin eine 25 Prozent Sozialwohnungsquote: “Leitlinie dafür ist das im August vergangenen Jahres beschlossene „Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung“, das sich an dem seit Jahrzehnten etablierten Münchner Modell der „Sozialgerechten Bodennutzung“ orientiert. Kern des Berliner Modells ist, die Investoren bei der Schaffung von Baurecht für größere Wohnungsbauvorhaben zu Gegenleistungen zu verpflichten.”
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/mehr-wohnungen-in-berlin-weil-die-stadt-schneller-waechst/11666456.html

Dazu Mittes Bezirkbaustadtrat Carsten Spallek zum RBB: “Heute müsste eigentlich ein Teil als günstige Mietwohnungen für 6,50 € angeboten werden, das wird es nicht geben, weil es ein Bebauungsplan ist, der 12 Jahre alt ist, und nur in neuen Bebauungsplänen wird das festgeschrieben” (Abendschau 21.03.2016)

Die Geschichte des Standorts ist eine Geschichte der Pleiten

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http://www.kunsthaus-tacheles.de/institution/history/

“In nur 15 Monaten entstand das Gebäude zwischen 1907 bis 1908 unter der Leitung des kaiserlichen Baurates Franz Ahrens. 1909 wurde das Kaufhaus eröffnet. Es beherbergte nach der Kaiserpassage Unter den Linden die zweitgrößte Einkaufspassage der Stadt. (…) Schon das erste Kaufhausprojekt musste bald nach der Eröffnung wieder schließen. Nachfolger Wertheim konnte sich nur bis 1914 halten. Schließlich nutzte die AEG das Gebäude als Haus der Technik.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/tacheles-alternative-zur-alternativszene/12429304.html
“Ein ganzer Stadtteil mit drei historischen Gebäuden, wurde von der öffentlichen Hand 1998 für 30,9 Millionen Euro an den geschlossenen Immoblienfondsbetreiber August Jagdfeld/Fundus Gruppe verkauft. Seine Investitionen hat er nie getätigt, die öffentliche Hand hat trotz dieses Vertragsbruches keine Rückabwicklung des Kaufes durchgeführt.”
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte

2014 verkaufte Jagdfeld das Gelände für rund 150 Millionen an die internationale Fondsgesellschaft Perella Weinberg.

2016-03-23

Noch mehr shoppen

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Da werden sich die Touristen freuen. Bald kann man/frau vom Hackeschen Markt bis zum Rosenthaler Platz shoppen.

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Die WBM nutzt die energetische Sanierung ihrer Plattenbauten um in der Rosenthaler Straße (zwischen der Auguststraße und der Linienstraße) durch den Ausbau neuer Ladenflächen im Ergeschoss noch mehr Geschäfte anzusiedeln.

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Die alten Fassadenteile

2016-02-26

to be in mitte - Torstrasse 224/228

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Die letzten preiswerten Mietwohnungen in Mitte verschwinden durch Abriss oder Teilabriss, Luxussanierung und Umwandlung in Eigentumswohnungen.

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Hier sollen in der Torstraße 224/228 Eigentumswohnungen “zur Kapitalanlage und Selbstnutzung” entstehen.

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Bild: http://nagelberlin.de/de/mitte-2

Der Vermarkter wirbt mit “Tor Lofts - to be in mitte - exclusive urban living space” und “die Torstraße bietet Ihnen alles, was urbanes Leben charakterisiert – und darüber hinaus viel Potenzial für die Werthaltigkeit und den Wertzuwachs Ihrer Immobilie.”

Bis die Blase platzt …

Angeboten werden z.B. eine 1-Zimmerwohnung (54 qm) für 279.000 € oder eine 3-Zimmerwohnung (75 qm) für 401.000 €.

2016-02-10

Der Abriss des Jahres: das Leineweber- und das Aschinger-Haus

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FOTO : Willy Pragher 1955 Landesarchiv Baden-Württemberg

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FOTO : Willy Pragher 1981 Landesarchiv Baden-Württemberg

“Niemand weint der Schmuddelecke eine Träne nach.”, wurde im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung behauptet. Die Berliner Tageszeitungen waren sich auch einig: “doch eigentlich war das Wort schmuddelig noch zu mild” schrieb die Morgenpost, “betrat man die „Arkaden“ am Beate-Uhse-Museum, diesen düsteren, stinkenden, von Kreaturen der Nacht bevölkerten Tunnel, der entlang der Joachimsthaler Straße zum Bahnhof Zoo führte, dann war man an einem finsteren Ort - das Land Mordor von West-Berlin. Sex-Shops mit Video-Kabinen, Pfandleiher, Spielhalle, ein heruntergekommener Donut-Laden, Sportwetten, Döner-Buden und China-Imbisse, dann wieder Sex. World of Sex.”

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FOTO : REINER LINKE März 2015

Für mich verschwand (wieder) ein Stück Westberlin mehr.
Unvergessen sind für mich die Zeiten, als man noch “nach Westdeutschland” fuhr, auch wenn man nach Süddeutschland wollte.
Als der Bahnhof Zoo noch ein Fernbahnhof war und es noch Nachtzüge gab. Zum Beispiel in Nürnberg um 24 Uhr in den Zug steigen, ein leeres Abteil finden und die Sitze zu einer grossen Liegefläche ausziehen. 2 Stunden später Grenzkontrolle und dann ungestört schlafen und um 6 Uhr morgens am Zoo ankommen.
Und dann in das PRESSECAFE im Aschinger Haus, was immer offen hatte: wieder in Westberlin, zuhause.

In das Pressecafe zog dann irgendwann ein Burger King ein.

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Bahnhof

“Als eines der deutlichsten Beispiele mit welcher fast unscheinbaren Brachialgewalt eine Ökonomisierung von Räumen voranschreitet, kann man an der Umstrukturierung der deutschen Bahnhöfe in Shopping Malls mit Fahranschluss erkennen. Bahnhöfe waren in früheren Zeiten ein Inbegriff des Öffentlichen Raumes. Bahnhöfe hatten immer einen besonderen Charme, ein Charisma, keinesfalls immer positiv konnotiert. Vor allem mit dem Blick eines profunden Szenekenners war es relativ schnell sichtbar, welche Szene sich an welchen Orten des Bahnhofs aufhielt: die Stricher – Jungs und die sich auf der Suche befindlichen Freier, die „Drogis“, die Prostituierten, Punks und Straßenkids, Kleinkriminelle, Taschendiebe und Schließfachspezialisten … und dazwischen die Szene der normalen Bahnreisenden, die zum Teil die einzelnen Szenen gar nicht wahrgenommen haben – Treffpunkt Bahnhof.” (1)

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GARSKI - Berliner Sumpf

Dietrich Garski, Bauherr und Architekt des Aschinger-Hauses, 1973 an das Leineweber-Haus angebaut und mit einer Passage verbunden, steht in der langen Geschichte der Berliner Bau- und Korruptionsskandale.
1978 gewährte der Berliner Senat dem Bauunternehmer Garski eine Bürgschaft von 112 Mio. DM für ein Bauprojekt in Saudi-Arabien. Mitverantwortlich dafür war auch der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe (SPD). Als Garski 1980 pleite ging mußte der FDP/SPD-Senat Anfang 1981 zurücktreten.
Von dem Machtvakuum, das durch den Legitimationsverlust des Berliner Senats entstanden war, profitierte dann die Hausbesetzerbewegung.

PEEPSHOW

“Heute, im Zeitalter des Internet-Sex, sind Peepshows nur noch eine skurrile Fußnote der menschlichen Kulturgeschichte.” (2)
In der Aschingerhaus-Passage gab es eines der ersten Peepshows in Berlin. Gerne erzähle ich diese Anekdote: ich kannte einen der Dolmetscher Michel Foucaults während des Tunix-Kongresses 1978, und er erzählte, er mußte während einer Kongress-Pause mit Foucault die Peepshow aufsuchen, weil Foucault unbedingt mal so eine Peepshow besuchen wollte.

Und das soll jetzt gebaut werden - 9200qm Einzelhandelsfläche und Büros:

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(C) Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten

1 http://www.sozialraum.de/treffpunkt-strasse.php
2 http://www.spiegel.de/einestages/sex-in-den-siebzigern-a-949717.html

Zur Hausbesetzerbewegung siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-westberliner-hausbesetzerbewegung

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-berliner-linie-der-vernunft

2015-12-23

Sanierung der Gasleitung

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In letzter Zeit wurde die neue Gasleitung an der Ecke Auguststraße Tucholskystraße verlegt.

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Schade daß die Baustelle an der Ecke bald abgeschlossen ist: es war eine schöne Verkehrsberuhigung für einen Teil der Straße.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/eine-gasleitung-wird-erneuert

2015-12-14

Invalidenstraße 1 - update

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Dank des Hinweises eines Lesers bin ich am Sonntag an die Ecke Invalidenstraße Brunnenstraße spaziert.
Die Ecke wird jetzt abgeräumt.

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siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/invalidenstrasse-1

2015-11-24

Invalidenstraße 1

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Ende 2010 musste da der Kunststoff-Folien-Laden mit der schönen Schaufensterdekoration mit DDR-Design schliesen und das Haus wurde entmietet.

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gesehen 2009

Es sollte da schon abgerissen werden und Platz schaffen für einen Neubau.

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Foto: http://www.leute-am-teute.de/2009/02/08/d-c-fix-laden/

Aber dann wurde es erstmal wieder weiter verkauft an die Sanus AG. Die kündigte in einer Pressemitteilung Anfang 2013 mit, daß sie Ende des Sommers 2013 das Haus abreißen will, um dort einen Neubau zu errichten.
“Die in einer Größe von 47 und 65 Quadratmeter geplanten Zwei-Zimmer-Apartments sowie die 102 und 133 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Apartments sind im gehobenen Preissegment angesiedelt und bieten eine hochwertige Ausstattung mit besonderen Design-Merkmalen.”
http://www.sanus-ag.de/presse.php?subaction=showfull&id=1364981911&archive=&start_from=&ucat=1&amp

Im Mai 2015 hatte ich dann gesehen, daß der Abriss nun begonnen hat: das Dach wurde abgetragen und ein Stockwerk.
Doch seit Juni 2015, nachdem das Haus nun entgültig unbewohnbar gemacht wurde, stellte man die Arbeiten wieder ein.

Mai 2015:
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Juni 2015:
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Juli 2015:
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Oktober 2015:
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2015-10-20

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