AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Markthalle Forum Museumsinsel

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Nach dem Abriss des Bestandbaues in der Oranienburger Straße im Juni 2016 wird wohl jetzt das geplante “Torhaus” zum Platz gebaut.
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-urbanitaet-laesst-sich-nicht-planen

Der gesamte Gebäudekomplex wurde nach der Wiedervereinigung Eigentum der Telekom und von der Telekom-Tochter DeTeImmobilien 2001 an die Freiberger Holding verkauft.

Auf dem Hofgeländes des Gebäudekomplexes zwischen der Oranienburger Straße und der Ziegelstraße plante Ernst Freiberger eine kombinierten Markt- und Ausstellungshalle auf einer Grundfläche von rund 2500 Quadratmetern - das eigentliche “Forum Museumsinsel”.
Der Münchner Feinkosthändler Käfer sollte die Markthalle betreiben und darüber wollte Freiberger seine Oldtimersammlung zeigen.

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Der Immobilienunternehmer Freiberger wollte sich “ein architektonisches Denkmal setzen”. Nichts weniger als ein “architektonisches Wahrzeichen des 21. Jahrhunderts” schwebt Freiberger vor.
http://www.morgenpost.de/berlin/article105095258/Hier-entsteht-Berlins-groesstes-privates-Bauprojekt.html

Das ist uns glücklicherweise erspart geblieben.

“Freiberger hatte Entwürfe von internationalen Architekten eingeholt und sich für den von Richard Rogers entschieden. Der Senatsbaudirektorin missfiel das, sie bestand auf einem Architektenwettbewerb. Nach vielem Hin und Her verlor Freiberger die Lust. Jetzt gibt es eine kleine, preisgünstigere Lösung mit „Ursprungsprodukten der Menschen“, wie Freiberger sagt: alles rund ums Backen und Brauen, also Brot und Bier. „Das sind handfeste Produkte, die jeder mag und die gerade wegen ihrer Einfachheit so geschätzt sind.“ Ein großes Zeltdach kann bei Bedarf den Platz überspannen, etwa für größere Veranstaltungen oder Weihnachtsmärkte.” gedruckter Tagespiegel vom 6. August 2016

2017-02-15

Forum Museumsinsel - der google-Konzern zieht in die ehemalige Uniklinik an der Spree

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Im September zog nun der erste Mieter in die sanierten Gebäude des ehemaligen Fernsprechamts an der Tucholskystraße ein: Der Online-Bestelldienst Lieferheld belegt mit rund 1000 Mitarbeitern 11 500 Quadratmeter im Fernsprechamt.

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Eigentlich wollte die Telekom mit ihrer „Telekom School of Transformation“ die ehemalige Uniklinik der Charité mieten, das Gropius Ensemble wurde noch durch einen Anbau durch den Architekten David Chipperfield ergänzt - wie im August aber bekannt wurde, hatte es sich der Konzern anders überlegt.

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Wie die RBB Abendschau am Freitag berichtete hat Freiberger jetzt den google-Konzern als Mieter gefunden.
http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/av7/google-umzug-berlin.html

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Der ehemalige medizinische Hörsaal aus dem Jahr 1893 wird in Zukunft von google genutzt werden

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-urbanitaet-laesst-sich-nicht-planen
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-und-der-zeitgeist-der-1990er-jahre
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-pizzabaecker-freiberger-vermietet-an-pizzalieferdienst
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt

2016-11-20

Torstraße 224/228

Torstrasse 224/228
Torstraße 224/228 - November 2016

Wunderte mich schon länger, daß nach dem Teilabriss Anfang 2016 in der Torstraße 224/228 nichts mehr passiert.

Torstrasse 224/228
Torstraße 224/228 - Dezember 2015

Jetzt klärt ein ZEIT-Artikel von Jens Tönnesmann auf. Unter dem Titel ‘Hier baut keiner’ hat der Autor die dubiosen Hintergründe recherchiert:
“Offenbar bereichert sich eine Berliner Immobilienfirma, die Sanus AG, geschickt auf Kosten von Kleinanlegern und zum Leidwesen mancher Bewohner. Mit einer Anlageform, die so viele Skandale produziert hat, dass man eigentlich denken würde, dass niemand ihr mehr traut: geschlossene Fonds.”
Mit dem Versprechen einer Rendite von 37 Prozent in nur drei Jahren sammelte eine Fondsgesellschaft Geld bei Kleinanlegern ein.
“Im vergangenen Jahr untersuchte die Stiftung Warentest mehr als 1.100 solcher Fonds. Sie werden geschlossen genannt, weil sie einen bestimmten Betrag einsammeln und schließen, sobald sich genügend Anleger gefunden haben. 15,4 Milliarden Euro Gewinn haben die mehr als 600 untersuchten Fonds den Anlegern insgesamt in Aussicht gestellt. Herausgekommen sind 4,3 Milliarden Euro – allerdings nicht Gewinn, sondern Verlust. Nur sechs Prozent der Fonds haben ihre Prognose erfüllt. Bei den Immobilienfonds erwirtschaftete etwa jeder zweite ein Minus.”
http://www.zeit.de/2016/43/immobilienmarkt-immobilien-berlin-boom-investoren-rendite-verlustt

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/to-be-in-mitte-torstrasse-224228

2016-11-01

Baustellenabsperrungen

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Weil der Kanal- und Schachtdeckel der Telekomleitung kaputt ist, steht seit fast einen Jahr diese Baustellenabsperrung auf dem Gehweg der Auguststraße.

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Hat die Telekom wohl vergessen, - inzwischen wächst das Grün - auch schön.

2016-06-29

Forum Museumsinsel - Urbanität läßt sich nicht planen

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Die bisher geschlossene Häuserfront an der Oranienburger Straße wird mit direktem Zugang in den neu zu gestaltenden Platz, das sogenannte Forum, geöffnet.

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Im “Forum” wird der Münchner Feinkosthändler Käfer eine Markthalle betreiben für mediterranen Spezialitäten, aber auch “Strassenmusiker sind willkommen, aber die müssten sich bewerben”, so der Geschäftsführer der Freiberger Projektentwicklung GmbH, Klaus Kirchberger.

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Da schwärmt der Freiberger Spezl Christoph Stölzl, Kuratoriumsmitglied der Freiberger-Stiftung:
“Es passiert vielleicht alle 100 Jahre einmal, dass mitten im Zentrum einer Stadt ein so großes Projekt beginnen kann. Vergleichbar hätten nur das Rockefeller Center in New York oder das Centre Pompidou in Paris zu der kompletten Neuausrichtung eines Viertels beigetragen. Mit seinen Geschäften, Restaurants und Cafés werde das neue Quartier eine Schnittstelle von Kultur und Szene bilden.”
http://www.morgenpost.de/berlin/article105095258/Hier-entsteht-Berlins-groesstes-privates-Bauprojekt.html

“Doch Urbanität planen zu wollen wäre ein Widerspruch in sich. Man kann allenfalls Räume offen lassen, damit sich darin urbane Qualitäten entfalten können. (…) Das sind Räume mit geringer Regelungsdichte.” (Walter Siebel)

Aber um so einen Raum handelt es sich bei diesen “Forum” bestimmt nicht, ich befürchte das Gegenteil wird der Fall sein: ein privatisierter, stark reglementierter Stadtraum, eine weitere Angleichung von Innenstadt und Shopping-Mall.

siehe auch:

Walter Siebel, Die Kultur der Stadt, Frankfurt am Main 2015


http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-und-der-zeitgeist-der-1990er-jahre

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-pizzabaecker-freiberger-vermietet-an-pizzalieferdienst
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt

2016-06-24

Archäologische Ausgrabungen auf dem Areal am Tacheles

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Auf dem Areal am Tacheles wird seit Anfang Mai gebaggert. Dabei geht es noch nicht um die Entfernung der Gebäudereste der 1909 eröffneten Friedrichstraßenpassage, sondern um vermutete Siedlungsreste aus dem 17. und 18. Jahrhundert und um die Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde, die bis zu ihrer Zerstörung Ende des 2.Weltkriegs auf dem Gelände des Parkplatzes stand.

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“Erst wenn die Archäologen alles freigelegt, vermessen und fotografiert haben, dürfen die Bagger weitermachen.
“Dazu sind die Investoren auch verpflichtet. In der für die Baugrube erteilten Baugenehmigung sei ein Passus enthalten, „der archäologische Rettungsmaßnahmen sicherstellt“, so Berlins Leiterin für Gartendenkmalpflege und Archäologie Karin Wagner.” (Dirk Jericho)

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Synagoge der Juedischen Reformgemeinde
Ausgrabung der Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/areal-am-tacheles

2016-05-25

Forum Museumsinsel und der Zeitgeist der 1990er Jahre

“Es zählt zu den ironischen Wendungen der deutschen Geschichte, dass ausgerechnet unter der ersten rot-grünen Bundesregierung der Markt über den Staat dominierte (…).
Privatisiert wurde alles, was nicht bei drei auf dem Baum war. Briefe zustellen, Telefonanschlüsse legen, Strom erzeugen: Das kann doch der Markt alles viel besser als der Staat.”(spiegel)

Bundesinnenministerium

Im Jahr 1997 mietete sich das Bundesinnenministerium unter Manfred Kanther (CDU), anstatt in eine bundeseigene Immobilie zu ziehen, im Bürogebäude auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei Bolle im Moabiter Spreebogen ein.
Monatlich muß der Bund 1,1 Millionen Mark Miete an den Eigentümer Ernst Freiberger, Europas größten Pizza- und Pastahersteller (Pizza “Alberto”), überweisen.(welt)

Vorher hatte Freiberger schon seine Anteile an der Tiefkühlpizzafirma verkauft und stieg ins Immobiliengeschäft ein.
Der Bundesrechnungshof urteilt in einem 2005 bekannt gewordenen Prüfbericht, dass der Abschluss des Mietvertrages im Jahr 1997 sowie eines Folgevertrages über weitere Flächen im Jahr 2001 “wirtschaftlich nicht vertretbar” gewesen sei.
http://www.berliner-zeitung.de/rechnungspruefer-kritisieren–wie-blauaeugig-das-innenministerium-einen-mietvertrag-abschloss-eine-teure-fehlentscheidung-15464394

2015 bezog das Bundesinnenministerium dann eine eigene Immobilie: seitdem steht das Bürogebäude am Spreebogen leer und der Bund zahlt wegen des laufenden Mietvertrags weiter jeden Monat eine halbe Millionen Euro.

Forum Museumsinsel

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2001 kaufte Freiberger (jetzt Freiberger Holding) vom Bund den Gebäudekomplex zwischen Ziegelstraße und Oranienburger Straße, bis 1945 Haupttelegrafenamt (HTA) von Berlin, in der DDR-Zeit von der Deutschen Post als Fernmeldeamt und anschließend bis 1998 von der Deutschen Telekom genutzt.

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Seit Herbst 2015 wird nun gebaut. Vermietet wird dann an die Deutsche Telekom und 10.760 m² Bürofläche an das Unternehmen Delivery Hero (Lieferheld und pizza.de).
Dann soll noch ein Hotel und Läden für den “gehobenen Konsum” entstehen.

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Ziegelstraße

Die von der Freiberger Holding 2007 vom Berliner Liegenschaftsfonds gekauften Gebäude südlich der Ziegelstraße (ehemals Universitätsklinik Charité) stehen kurz vor der Fertigstellung.

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel

2016-04-22

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UPDATE 2016-04-27
Am ehemaligen Fernsprechamt in der Tucholskystraße werden die Gerüste entfernt.

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