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	<title>AUGUSTSTRASSE</title>
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	<description>Berlin Mitte</description>
	<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:21:32 +0000</pubDate>
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		<title>Scheunenviertel</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 13:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cul</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[ 	Der Unfug mit dem „Scheunenviertel&#8221;
 Wie ein Propagandatrick der Nazis ein altes Berliner Quartier in Verruf brachte / Von Ekkehard Schwerk
Wenn H&#228;user reden k&#246;nnten, m&#252;&#223;ten sie andauernd widersprechen. H&#228;user, von denen es allerdings nicht einmal mehr Fundamente gibt, die aber dessenungeachtet neuerdings unbek&#252;mmert ganz anderen Vierteln zugeschanzt werden, haben es da besonders schwer. Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<strong>Der Unfug mit dem „Scheunenviertel&#8221;</strong><br />
<em> Wie ein Propagandatrick der Nazis ein altes Berliner Quartier in Verruf brachte / Von Ekkehard Schwerk</em></p>
<p>Wenn H&#228;user reden k&#246;nnten, m&#252;&#223;ten sie andauernd widersprechen. H&#228;user, von denen es allerdings nicht einmal mehr Fundamente gibt, die aber dessenungeachtet neuerdings unbek&#252;mmert ganz anderen Vierteln zugeschanzt werden, haben es da besonders schwer. Wir kommen noch einmal auf den grassierenden Unfug zu sprechen, der mittlerweile auch &#252;berregional nachgeplappert wird: das Scheunenviertel.<br />
Das gibt es aber seit 85 Jahren nicht mehr. Es lag nicht, wie heute immerfort behauptet wird, um die Gro&#223;e Hamburger Stra&#223;e herum, nicht im „Spandauer Viertel&#8221;, also nicht dort, wo seit 1918 viele im Osten (Ru&#223;land und Polen) verfolgte Juden Zuflucht suchten. Und weil das Scheunenviertel im alten Berlin Inbegriff f&#252;r ein Ganovenrevier war, brachten die Nazis diesen Begriff vors&#228;tzlich mit Juden in Verbindung.<br />
Das alte Scheunenviertel lag im Stra&#223;engeviert zwischen Hirten-, Grenadier (heute die Almstadt-), Linien- und Bartelstra&#223;e. Es lag im engen Umkreis der heutigen Volksb&#252;hne auf dem ehemaligen B&#252;low-, dem heutigen Luxemburgplatz. Dort standen in uralter Zeit in sechs Gassen die Getreidescheunen der Berliner Ackerb&#252;rger. Ungef&#228;hr seit 1380 wurden die Scheunen zu Wohnungen umgebaut oder an ihrer Stelle H&#228;user errichtet, 119 insgesamt, wie der verl&#228;&#223;liche Stadtgeschichtsforscher vom Verein f&#252;r die Geschichte Berlins, Hans Werner Kl&#252;nner, wei&#223;. Es wurde ein armseliges Viertel, in dem sich allerlei Gelichter einnistete, ein Ganovenviertel. Die Stadt Berlin erwarb es, lie&#223; es zwischen 1903 und 1908 abrei&#223;en und auf dem freigemachten Gebiet neue Stra&#223;en einschlie&#223;lich des U-Bahntunnels bauen. Bis 1929 war die Bebauung beendet. Die j&#252;dischen Menschen lebten aber &#252;berwiegend in den d&#252;rftigen, teils elenden H&#228;usern umden Hackeschen Markt, in der Gro&#223;en Hamburger, der Rosenthaler, der Dragoner-, Grenadier-(Almstadt-), Linien-, R&#252;ckert- und Mulackstra&#223;e - das ist aber nicht das „Scheunenviertel&#8221;. Kl&#252;nner sagt: Nun war das Scheunenviertel zwar beseitigt, sein schlechter Ruf aber auf die Nachbarschaft &#252;bertragen worden. Und im Dezember 1938 wurde mit einer Polizeiverordnung neben anderen Stadtteilen auch das Spandauer Viertel, besonders aber die Gegend um die M&#252;nzstra&#223;e herum zum „Judenviertel&#8221; erkl&#228;rt. Da&#223; die Nazis genau wu&#223;ten, wo das fr&#252;here Scheunenviertel war, mit dessen schlechtem Ruf sie geschickt hantierten, um j&#252;dische Menschen mit Verbrechern gleichzusetzen, zeigt ein Artikel des V&#246;lkischen Beobachters&#8221; vom 6. Dezember 1938. Er ist arglistig so &#252;berschrieben: „Die Geschichte des Scheunenviertels - vom Ackerland zum Ghetto - Heute sind 90 v.: der Bewohner Juden&#8221;. Und im Text: Unter Friedrich dem Gro&#223;en siedelten sich die Juden dann auch in der Spandauer Vorstadt an, aber nicht im Scheunenviertel sondern um die Gro&#223;e Hamburger Stra&#223;e herum&#8230; Wesentlich zu dieser Ansiedlung der j&#252;dischen Elemente trug der Umstand bei, da&#223; das Scheunenviertel in eng Nachbarschaft des Alexanderplatzes liegt, was den Schacherern und Tr&#246;dlen nur g&#252;nstig sein konnte&#8230;&#8221; Dann hei&#223;t es weiter, da&#223; ein Statistischer Bericht vom Jahre 1925 die Siedlungs-, Wohnungs- und Bev&#246;lkerungsverh&#228;ltnisse des ehemaligen Scheunenviertels dargestellt habe und zwar mit deutlicher Betonung des ausgesprochen j&#252;dischen Charakters dieser Stra&#223;en.&#8221; Kl&#252;nner straft den ,V&#246;lkischen Beobachter&#8221; L&#252;gen und weist auf einen Detailbericht von der Volksz&#228;hlung im Jahre 1925 hin, der im M&#228;rz 1929 in den „Mitteilungen des Statistischen Amtes der Stadt Berlin&#8221; ver&#246;ffentlicht wurde. Und dieser Bericht betraf nicht das l&#228;ngst beseitigte „Scheunenviertel&#8221;, sondern die Dragoner-, Grenadier-, Linien-, R&#252;ckert- und Mulackstra&#223;e, also exakt jenes Gebiet, das von unser heutigen Schwarmgeistern uneinsicht und romantisch zum „Scheunenviertel&#8221; gemacht wird.aus TAGESSPIEGEL 19. SEPTEMBER 1993 / Nr. 14 681<br />
Berlin -  Wenn H&#228;user reden k&#246;nnten (10)
</p>
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