AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Sanierungsgebiet

Das Gebiet
Die Spandauer Vorstadt ist die größte und am planmäßigsten angelegte Vorstadt von Berlin.
Die Hauptstraßen zu den Vororten im Norden Berlins sowie das unregelmäßige Straßensystem, das im Wesentlichen 1716 abgesteckt war, bestimmen die städtebauliche Eigenart des Gebiets noch heute. Als ältester erhaltener Stadtgrundriss der Vorstädte dokumentiert er geschichtlich und stadträumlich eindrucksvoll die Charakteristik der Vorstadtentwicklung. Die Bebauung der Spandauer Vorstadt entstand und erneuerte sich auf dem Stadtgrundriss des 18. Jahrhunderts und repräsentiert fast 300 Jahre kontinuierliche Bauentwicklung. Das Nebeneinander von Wohn- und Gewerbebauten aus unterschiedlichster Entstehungszeit und qualitätsvollen öffentlichen Gebäuden des 19. Jahrhunderts prägen das Stadtbild. Herausragende Baudenkmale wie die Sophienkirche, das ehemalige Postfuhramt, das St. Hedwig-Krankenhaus, die Hackeschen Höfe und das ehemalige Kaufhaus Wertheim sind von gesamtstädtischer Bedeutung.

Daten
Fläche 67 ha
Grundstücke 564
Baudenkmale 108
Wohnungen 6 156 (Stand 31.12.2003)
Einwohner 7 934 (Stand 31.12.2003)

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gesehen 1996

Ziele
Die Spandauer Vorstadt soll als innerstädtisches Wohnquartier gestärkt und entwickelt werden.
Die Altbauten sind auf einen zeitgemäßen Ausstattungsstandard im weitest möglichen Einvernehmen mit den Mietern zu erneuern. Die Stadtgestalt ist so zu erhalten oder wiederherzustellen, dass die einmalige und unverwechselbare städtebauliche Eigenart des Gebiets gesichert wird. Hohe Priorität haben die Sicherung, der Ausbau und die Ergänzung der Gemeinbedarfseinrichtungen. Bei den Grünflächen und Spielplätzen wird sowohl eine Erweiterung des Angebots durch Neuanlagen als auch eine Qualitätsverbesserung des vorhandenen Bestands angestrebt. Der öffentliche Raum, die Straßen und Plätze sind so zu gestalten, dass sie eine hohe Nutungs- bzw. Aufenthaltsqualität erreichen. Die Spandauer Vorstadt soll für alle Bewohnergruppen mit den unterschiedlichen Bedürfnissen, insbesondere für Haushalte mit Kindern attraktiv bleiben. Die Sanierungsziele sind mit einer breiten Beteiligung der Bewohner, Gewerbetreibenden und Hauseigentümer zu konkretisieren und mit adäquaten Maßnahmen zu realisieren. Stand der Sanierung Ende 2003 waren 64,3 % des zu erneuernden Wohnungsbestands in Alt- und Plattenbauten durchgreifend erneuert. Insgesamt sind noch 1 694 Wohnungen zu erneuern. Bei den Neubauten ist das zu Beginn der Sanierung vorhandene hohe Potenzial von 1 625 Wohnungen zu 63,5 % ausgeschöpft, 1 032 Wohnungen wurden neu gebaut. Von dem zusätzlichen Wohnungspotenzial in Dachgeschossen des Altbaubestands (615 WE) sind bisher 62,0 % ausgeschöpft, es entstanden dort 381 neue Wohnungen.

Der 2001 vollzogene Strategiewechsel, die für die Sanierungsgebiete verfügbaren öffentlichen Mittel vorrangig zur Verbesserung der öffentlichen Einrichtungen und des öffentlichen Raums einzusetzen, zeigt sichtbare Erfolge. Zum 31.12.2003 ist der überwiegende Teil der infrastrukturell genutzten Gebäude entweder bereits erneuert oder es sind entsprechende Fördermittel zur Erneuerung in den nächsten Jahren vereinbart. Erneuert sind unter anderem die 6. Grundschule in der Gipsstraße 23a, das Schülerfreizeitzentrum Weinmeisterstraße 15, die Sporthalle Gormannstraße 13, das Kulturhaus Mitte Auguststraße 21.
Zahlreiche Spielplätze, Grünflächen und Stadtplätze sind neu geschaffen oder neu gestaltet und Teilflächen des öffentlichen Straßenraums sind erneuert worden. Hervorzuheben sind der große Stadtplatz Am Zwirngraben, der mit hoher Passantenfrequenz und guten Aufenthaltsmöglichkeiten das Eingangstor zur Spandauer Vorstadt am Hackeschen Markt bildet, der neu gestaltete Koppenplatz, der Schendelpark, der Spielplatz Mulackstraße 9-10, das völlig neu gestaltete, in 2003 fertig gestellte Gipsdreieck mit Spiel- und Grünflächen sowie das Gormanndreieck. Neben der weiteren Erneuerung der Altbauten, die zukünftig privat finanziert erfolgen wird und der sukzessiven Sanierung der Plattenbauten werden die künftigen Akzente vorrangig darauf gerichtet sein, die infrastrukturellen Einrichtungen und Angebote zu erweitern bzw. zu verbessern, den öffentlichen Raum niveauvoll zu gestalten und die mit dem Verkehrskonzept beschlossenen Maßnahmen vorrangig durchzuführen, um die Wohn- und Lebensqualität im Gebiet auch durch reduzierte Verkehrsbeeinträchtigungen nachhaltig zu verbessern.

erstellt vom Koordinationsbüro zur Unterstützung der Stadterneuerung in Berlin
http://www.stadtumbau-berlin.de/1034.html

siehe auch: http://www.scheinschlag.de/archiv/1999/08_1999/texte/sanierung6.html