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	<title>AUGUSTSTRASSE</title>
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	<pubDate>Wed, 16 May 2012 15:21:32 +0000</pubDate>
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		<title>Mulackei</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jan 2007 12:42:24 +0000</pubDate>
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Die Mulackstra&#223;e und Umgebung war eines der ber&#252;chtigsten Viertel von Berlin. Fr&#252;her nannte man es das Scheunenviertel. Als ich 1927 nach Berlin kam, mietete ich ein Zimmer in der M&#252;nzstra&#223;e, Ecke Kaiser-Wilhelm-Stra&#223;e. (Als ich wiederkam, hie&#223; sie Karl-Liebknecht-Stra&#223;e.) Sie f&#252;hrte zum B&#252;low-Platz (heute Rosa-Luxemburg-Platz). Diese Gegend, R&#252;ckerstra&#223;e, Alte Sch&#246;nhauserstra&#223;e, Linienstra&#223;e, Gipsstra&#223;e, Auguststra&#223;e, Rosenthaler Platz, Sch&#246;nhauser [...]]]></description>
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<p>Die Mulackstra&#223;e und Umgebung war eines der ber&#252;chtigsten Viertel von Berlin. Fr&#252;her nannte man es das Scheunenviertel. Als ich 1927 nach Berlin kam, mietete ich ein Zimmer in der M&#252;nzstra&#223;e, Ecke Kaiser-Wilhelm-Stra&#223;e. (Als ich wiederkam, hie&#223; sie Karl-Liebknecht-Stra&#223;e.) Sie f&#252;hrte zum B&#252;low-Platz (heute Rosa-Luxemburg-Platz). Diese Gegend, R&#252;ckerstra&#223;e, Alte Sch&#246;nhauserstra&#223;e, Linienstra&#223;e, Gipsstra&#223;e, Auguststra&#223;e, Rosenthaler Platz, Sch&#246;nhauser Tor, Artilleriestra&#223;e und Grenadierstra&#223;e, bildete das Zentrum des damaligen Judenviertels. Es war einmal eine gut b&#252;rgerliche Gegend gewesen, um die Jahrhundertwende, wie man bei Fontane nachlesen kann. Zu meiner Zeit waren die wohlhabenden B&#252;rger, auch die Juden unter ihnen, schon l&#228;ngst in den Berliner Westen gezogen. Geblieben waren die &#228;rmeren Gesch&#228;ftsleute und Juden, die noch nicht lange in Berlin se&#223;haft waren. Es war eine Gegend der kleinen Leute und eine sehr volkreiche dazu. Immer waren die Stra&#223;en, auf die viele kleine und kleinste L&#228;dchen hinauswucherten, voller Leute, die zur Arbeit gingen oder von ihr kamen, immer standen Huren herum, die aber wie alle anderen zum Stra&#223;enbild geh&#246;rten und an denen keiner Ansto&#223; nahm. Es gab auch Warenh&#228;user: Tietz und Wertheim, gro&#223;e Fabrikh&#228;user, Textilbetriebe und en-gros-Gesch&#228;lte, da war die Volksb&#252;hne auf dem B&#252;lowplatz und gegen&#252;ber das Karl-Liebknecht-Haus, die Zentrale der Kommunistischen Partei, daneben das gro&#223;e Kino Babylon und dann die vielen kleinen Cafes, zum Beispiel das Rosencafe am Rosenthaler Platz. Die »Mulackei« oder der »Ochsenkopf« an der Ecke R&#252;ckerstra&#223;e war ein altes Geb&#228;ude mit drei gro&#223;en Hinterh&#228;usern. Ich wei&#223; nicht, ob es wahr ist, was man mir damals erz&#228;hlte, aber es k&#246;nnte schon wahr sein, da&#223; es zur Zeit des Alten Fritzen eine Kaserne war, sp&#228;ter ein Arbeitshaus, in das man Herumtreiber einsperrte. Aus dieser Zeit stammt der Name Ochsenkopf. Als es Arbeitsh&#228;user nicht mehr gab oder es daf&#252;r nicht mehr zu gebrauchen war, wurde es an arme Leute vermietet. Da wohnten dann Juden, Zigeuner, Huren und meine Freundin Hannchen. Im Hof befanden sich eine Schmiede und die Toiletten (ein viel zu feines Wort f&#252;r diese &#214;rtlichkeiten).<br />
Aus: Max F&#252;rst,     Talisman Scheherezade. Die schwierigen zwanziger Jahre,  1976.<br />
zitiert nach: Eike Geisel, Im Scheunenviertel, 1981
</p>
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