AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die Spandauer Vorstadt

Berlin ist vielleicht das eindrucksvollste Beispiel des Misslingens einer Selbstgewißheit
und eines Stolzes auf die eigene Geschichte, die sich in solcher Gestalt ausdrückt.
Die Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Geschichte, die jederzeitige Bereitschaft,
ihre Zeugnisse abzuräumen zu Gunsten des letzten Neuen gehört zu den
nachhaltigsten Traditionen Berlins. (Karl Schwarz)

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gesehen im August 2005
Plakataktion der Künstlergruppe genauso.und.anders

Rosenthaler Stra�e - Gipsstra�e

Rosenthaler Straße/Gipsstraße - gesehen 1996
heute die Berlin-Niederlassung eines Softwarekonzens

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Im späten 17. Jahrhundert war die Spandauer Vorstadt ein vor den Berliner Befestigungsanlagen, am Spandauer Tor gelegenes Ackerland.
Begrenzt wird sie heute durch die Torstraße im Norden, Stadtbahn und Spree im Süden,
Karl-Liebknecht-Straße im Osten und Frierichstraße im Westen.
Als Zufluchtort für Verfogte hat die Spandauer Vorstadt ihre eigene Geschichte. So erlaubte Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst, den nach hundertjähriger Vertreibung wieder ins Land geholten Jüdinnen und Juden 1672 vor dem Spandauer Tor einen Friedhof anzulegen - an der heutigen Großen Hamburger Straße.
Die Einwohnerzahl in der Spandauer Vorstadt wuchs rasch; politische und wirtschaftliche
Flüchtlinge - aus der Pfalz, Schweiz und Böhmen, Hugenotten, Hussiten und Juden - bildeten eine facettenreiche Anwohnerschaft.
Im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kamen mehr und mehr Menschen in das
Viertel. In den 1830er Jahren entstanden einige Gebäude in der Auguststraße, die noch heute stehen.
(Text aus: Entlang der Auguststraße, Von Mäusen und Menschen, Katalog zur 4. berlin bienale 2006, S.89,
Bild aus: Kulturatlas Berlin, Magistratsverwaltung für Kultur, Berlin (Ost), November 1990)
siehe auch: Stadtpläne