AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Poller-Geschichten

Spandauer Vorstadt Poller

Habe schon lange nicht mehr über um- bzw. angefahrene Spandauer Vorstadt Poller berichtet, wie hier und hier und hier.

Der Spandauer Vorstadt Poller wurde 2003 im Rahmen des neuen Verkehrskonzeptes entwickelt.
Da zu hatte sich im Bezirksamt eine AG konstituiert, die einen Poller ausgewählt hat: die Vorschläge wurden an der TFH von Studenten/innen im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs zur Gestaltung der Poller entwickelt.
Als Vorbild dient der Poller vor der alten Leihanstalt, Einfahrt Torstr. 164 - nur nicht so hoch, aber in diesen Proportionen.

Spandauer Vorstadt Poller

Früher dienten die Poller dazu, die Hofeinfahrten vor der Beschädigung durch die Pferdewagen zu schützen.
Heute findet man die “stummen Polizisten” auf allen Straßen Berlins …

Helmut Höge widmet sich seit Jahren der Pollerforschung. Dazu schreibt er in seinen Blog im Septemer 2006: “Kürzlich besuchte eine Verkehrs-Kommission aus Nowosibirsk Berlin. Sie wunderten sich über die vielen Poller in der Stadt - Verkehrsabweiser von ihnen bzw. ihren Dolmetschern genannt. Es gab hier einmal einen FDP-Abgeordneten, der sich dem Kampf gegen die “Verpollerung der Innenstadt” widmete. Er wußte, welche Bezirks-Tiefbauämter die meisten Poller aufgestellt hatten und welche die wenigsten. Und was das alles kostete. Das war vor der Wende im Westen.

Danach fingen auch die Tiefbauämter im Osten an, wie verrückt alles abzupollern. Im Osten hatte es früher so gut wie gar keine Poller gegeben. Dort vertraute man auf die Straßenverkehrsordnung und die Vopos, die jeden erwischten, der auf dem Bürgersteig parkte. Nun sollten die “stummen Polizisten” - aus Gußeisen, Beton oder Stahl - sie ersetzen.

In Kreuzberg verwendet man vornehmlich die in Ungarn von einer hessischen Firma hergestellten “Wellmann-Poller”, die im dortigen Bezirksamt “Kreuzberger Penisse” genannt werden. Nach den ersten zwei 1.Mai-Krawallen im Problembezirk kaufte man “ankerverstärkte”. Ähnliches galt für die Steinpoller vor den amerikanischen Militäreinrichtungen in Zehlendorf und jetzt vor den Botschaften der Engländer und der Amis: Damit sollten islamische Selbstmordkommandos auf LKWs mit Sprengstoff schon im Vorfeld aufgehalten werden. Nach der Wende wurden - zur Sicherheit - auch die Synagogen in Mitte und Prenzlauer Berg derart abgepollert. Zusätzlich stellte man dort aber auch echte, sprechende Polizisten ab. (…) Die Neurosibirsker fanden heraus, daß es ziemlich genau 6 Millionen Poller in Berlin gibt. Die Siegessäule nicht mitgerechnet. Diese Zahl sollte uns Deutschen zu denken geben, meinten sie, wie ebenso, dass die von der Springerpresse sogenannte blinde Wut der 1.Mai-Randalierer in Kreuzberg sich stets auch gegen die dort zu tausenden “gepflanzten” ankerverstärkten Wellmann-Poller richtete, die über 500 Euro pro Stück kosten. Wenn die Neurosibirsker Recht haben, dann hat die Stadt seit Beginn der Abpollerung ihrer Gehsteige und Hauseinfahrten dafür über 3 Milliarden Euro ausgegeben, es gibt jedoch a) regelrechte Luxus-Poller, die bis zu 2000 Euro kosten und b) welche, die regelmäßig durch neue ersetzt werden müssen, so daß Verkehrsexperten von einer Poller-Summe ausgehen, die weit über 5 Milliarden Euro liegt.”

Spandauervorstadt Poller

Der Spandauer Vorstadt Poller kostet so um die 1000 € …

2009-05-06

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