AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die Entweichung von Gefangenen

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„Lernen durch Anfassen“ lautet das Motto von LEGO Education

Richterbund stellt Schwarzfahren als Straftat in Frage

“Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stellten im Jahr 2016 etwa 11.400 Anzeigen wegen wiederholten Schwarzfahrens, bei der S-Bahn waren es rund 34 600 Anzeigen. Insgesamt wurden rund 615 000 Schwarzfahrer erwischt. Die BVG zeigt an, wenn Fahrgäste dreimal innerhalb von zwei Jahren bei Kontrollen keinen Fahrschein haben. Die S-Bahn tut dies, wenn es innerhalb von einem Jahr passiert, wie aus einer Auflistung der Senatsverkehrsverwaltung aus dem Vorjahr hervorgeht.”
https://www.morgenpost.de/berlin/article213014757/Richterbund-Schwarzfahren-soll-keine-Straftat-mehr-sein.html

“Im Berliner Gefängnis Plötzensee verbüßen laut Justizverwaltung derzeit 102 Männer eine Ersatzfreiheitsstrafe, davon 69 wegen Erschleichens von Leistungen, also wiederholten Fahrens mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Ticket.”
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/schwarzfahren-deutscher-richterbund-will-straftatbestand-pruefen-lassen-a-1186296.html

“In Deutschland und Österreich beispielsweise ist die Flucht als solche straffrei. Schon 1880 war der Gesetzgeber der Meinung, dass „Selbstbefreiung“ straffrei bleiben müsse, da sie dem natürlichen Freiheitstrieb des Menschen entspreche und dieser ein Recht auf Freiheit habe. Die Hilfe zur Flucht ist jedoch straf- bzw. bußgeldbewehrt (§ 120 dStGB Gefangenenbefreiung, § 115 OWiG, § 300 öStGB (Befreiung von Gefangenen)). Wer einen Gefangenen befreit, ihn zum Entweichen verleitet, dabei fördert oder es auch nur versucht, wird in Deutschland mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe, in Österreich mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.

Jedoch begehen Ausbrecher, um entweichen zu können, in den meisten Fällen Straftaten wie Sachbeschädigung (Gitterstäbe durchsägen), Diebstahl (Mitnahme der Gefängniskleidung), Körperverletzung (Anwendung von Gewalt gegen einen oder mehrere Strafvollzugsbedienstete, Verabreichen von K.-o.-Tropfen), Widerstand gegen die Staatsgewalt oder Bestechung. Ein Gefängnisausbruch bleibt daher selten straffrei. Überdies kann ein gemeinsamer, gewaltsam durchgeführter Ausbruch in Deutschland nach § 121 StGB als Gefangenenmeuterei bestraft werden.

Daneben stellt die Flucht selbst in aller Regel einen Disziplinarverstoß gegen die Anstaltsordnung dar, der bei Wiederergreifen mit Arrest oder anderen Hausstrafen geahndet wird bzw. sonst verschärfte Haftbedingungen zur Folge hat. Eine erfolgreiche oder versuchte Flucht hat meist auch negative Auswirkungen auf eine vorzeitige Haftentlassung.”
https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4ngnisausbruch

2018-01-05

Haupttelegraphenamt und Frauenklinik der Charité - Freiberger Holding

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Das ehemalige Haupttelegraphenamt an der Oranienburger Straße ist nun eingerüstet - nach 16 Jahren Leerstand. Geplant ist ein Hotel, “moderne und großzügige Loftbüros, hochwertigen Wohnungen und attraktive Läden”.

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Gropius Ensemble:

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Nach dem Abbau der Gerüste Mai 2015

An der im Mai 2015 fertiggestellten Fassade der ehemaligen Frauenklinik der Charité mußte der fehlerhafte Putzauftrag abgeschlagen und neu verputzt werden. Auch an anderen schon fertiggestellten Gebäudeteilen wird wieder gebaut.

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Dezember 2017

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Der 2015 aufgetragene Putz war stark fleckig

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Neuer Versuch

Dabei hat Freiberger 8.500 Quadratmeter an den Google-Konzern vermietet die 2018 einziehen wollen, dies berichtete zumindest der RBB im November 2016.

2017-12-15

Fotoportal Berliner Mauer

Checkpoint.jpgscreenshot mauer-fotos.de

Seit Oktober 17 ist das Fotoportal http://www.mauer-fotos.de/ online. “Es handelt sich durchgängig um bisher unbekannte Bildquellen zur Geschichte der Berliner Mauer und zeigt wenig bekannte Themen …”. Das Projekt ist ein Angebot der Abteilung Sammlungen und Archiv der Stiftung Berliner Mauer und ist das Ergebnis eines Digitalisierungsprojekts im Rahmen des Förderprogramms des Senats von Berlin in Kooperation mit der Servicestelle Digitalisierung (digiS).
“Dieses Angebot ist ein Beitrag der Stiftung Berliner Mauer zur UNESCO-Initiative Open Educational Resources (OER) gemäß der Pariser Erklärung vom Juni 2012. Wir fördern damit die ungehinderte Verbreitung von Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen durch Veröffentlichung unter einer offenen Lizenz, welche den kostenfreien Zugang sowie die nicht-kommerzielle Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung unter Wahrung des bestehenden Urheberrechts und einer Angabe des Quellennachweises explizit erlaubt.”

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„Stiftung Berliner Mauer / Foto: Edmund Kasperski“
Grenzmauer 75 am Bethaniendamm mit Blick auf die Thomas-Kirche, 2. Januar 1980.

Ortsangabe: Bethaniendamm/Köpenicker Straße | Bezirk(e): Kreuzberg (West-Berlin); Mitte (Ost-Berlin)

2017-11-30

Tacheles Gelände - Shopping District Berlin Mitte

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(c) ULI Young Leader Berlin Event

Vor ein paar Tagen fand eine Veranstaltung statt, bei der eine erste Visualisierung der Passage gezeigt wurde, die auf dem Tacheles-Gelände geplant ist.

“„Das Areal am Tacheles hautnah erleben.“
Das Tacheles-Areal ist derzeit eine der städtebaulich wichtigsten Projektentwicklungen in Berlin. An der Kreuzung Friedrichstraße/Oranienstraße entwickelt pwr development ein Quartier mit Büro- und Einzelhandelsflächen sowie Wohnungen, das insgesamt über insgesamt 100.000 qm BGF o.i., dazu 45.000 qm in den UGs verfügen wird. Sebastian Klatt, Managing Director pwr development, stellt die Entwicklung des Areals vor.”
https://germany.uli.org/event/uli-young-leaders-berlin-site-tour-areal-tacheles/
via Deutsches Architektur-Forum

Die Träume des Mall of Berlin-Investors Harald Huth (”Das Schloss” in Steglitz und die “Mall of Berlin” am Leipziger Platz) werden wohl wahr, der das ganze Stadtgebiet vom Potsdamer Platz bis zum Hackeschen Markt am liebsten in einen “Shopping District” verwandeln möchte.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/mall-of-berlin-mall-of-shame
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tacheles-areal-bauvorbereitenden-massnahmen-fuer-den-erdaushub
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/areal-am-tacheles

2017-11-13

Monopoly Berlin : Forum Museumsinsel

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Der Investor Ernst Freiberger baut ja nicht für Berlin oder unseren Stadtteil, sondern für ihn “gibt es keine bessere Anlage als die in Steine”.

Diese “Steine” hat er vor 16 Jahren an der Oranienburger Straße und der Monbijoustraße gefunden und der Telekom abgekauft. Seitdem steht das ehemalige Haupttelegraphenamt leer.

Aber es wird doch immer wieder gebaut. Nachdem der Bestandsbau in der Oranienburger Straße im Juni 2016 abgerissen wurde , läßt er nun ein neues Gebäude errichten, das sogenannte Torhaus, weil, so waren die Pläne irgendwann “ein neuer großer städtischer Platz” entstehen soll, der “eine herausragende Erlebnisqualität für das gesamte Viertel, ja ganz Berlin bieten soll.”
(aus dem Projekt-Exposé Stand: September 2011)

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Die Klinik-Gebäude südlich der Ziegelstraße wurden zwar die letzten Jahre restauriert, aber vor kurzen wurde ein Bereich erneut eingerüstet um den Putz zu erneuern - nach zwei Jahren!

Freiberger-Zitate:

“Ich gehe immer langfristig an meine Projekte heran. Im Denken daran, wie ich sie meinen Kindern irgendwann übergeben kann. Eine Lebensphilosophie, wie ich sie von meinen Eltern und Großeltern in der bayrischen Heimat gelernt habe. (…) Es gibt für mich keine bessere Anlage als die in Steine.”
https://www.morgenpost.de/berlin/article106085425/Investor-Ernst-Freiberger-ein-Bayer-in-Berlin.html
UND
“Die Gebäude stehen schon seit 100 bis 200 Jahren, da kommt es auf ein paar Jahre nicht an.”
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/unternehmer-ernst-freiberger-im-interview-berlin-zieht-die-menschen-an/11787462-all.html

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-urbanitaet-laesst-sich-nicht-planen

2017-10-31

Wohnungsnot in Berlin - und die Werber machen sich lustig

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Angesicht der Wohnungsnot in Berlin find ich diese Werbung ziemlich zynisch.
Im kommenden Winter werden wieder viele Obdachlose sich in Bussen, Bahnen und in Bahnhöfen vor dem Erfrieren schützen müssen.

Eine im Juni 2016 veröffentlichte Studie untersuchte die Lage der sozialen Wohnversorgung in Berlin. Ausgehend von vorhandenen Bestands- und Angebotsdaten des Berliner Wohnungsmarktes wurde der Bedarf an angemessenen und leistbaren Wohnungen für 350.000 Haushalte im Transferleistungsbezug und weitere 300.000 Haushalte mit geringen Einkommen (ohne Transferleistungen) ermittelt und dem verfügbaren Bestand sowie dem Angebot an preiswerten Wohnungen gegenübergestellt.

Im Oktober 2017 sieht die Lage bestimmt noch schlechter aus.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Absoluter Wohnungsmangel von 125.000 Wohnungen. Die in den letzten Jahren dramatisch gesunkene Wohnversorgungsquote von unter 95 Prozent verweist auf einen absoluten Wohnungsmangel in der Stadt. Das rechnerische Wohnungsdefizit beträgt schon jetzt (ohne die Prognose künftiger Bevölkerungsentwicklungen) über 100.000 Wohnungen.
- Fehlbestand von über 130.000 preisgünstigen Wohnungen für Geringverdiener. Für die insgesamt knapp 300.000 Haushalte mit Einkommen unterhalb von 80 Prozent des Berliner Durchschnitts, die keine Transferleistungen erhalten, gibt es nicht genügend leistbare Wohnungen. Es fehlen unter den derzeitigen Einkommensverhältnissen in der Stadt mindestens 130.000 kleine Wohnungen zu Nettokaltmieten von nicht mehr als 200 Euro.

Besonders drastisch wirkten sich die Wohnungsmarktveränderungen für Wohnungssuchende aus, die Transferleistungen beziehen. Die Anzahl der Wohnungsangebote zu Mietpreisen unterhalb „Bemessungsgrenzen für die Kosten der Unterkunft“ haben sich von über 100.000 (2007) auf weniger als 10.000 (2015) verringert. Angesichts von ca. 350.000 Bedarfsgemeinschaften ist ein Umzug damit faktisch ausgeschlossen.
Quelle: https://gentrificationblog.wordpress.com/2016/06/13/berlin-es-fehlen-schon-jetzt-130-000-leistbare-wohnungen-in-der-stadt/#more-4555

2017-10-25

Werbe-Overkill

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“In Berlin hat die Werbung inzwischen ebenfalls schreckliche Ausmaße angenommen: An den Straßen und Plätzen werden immer mehr Werbeplakate aufgestellt, in den U-Bahnhöfen sogar schon die Fußböden mit Werbeplakaten beklebt. Auf Hochhäusern drehen sich riesige Mercedessterne. Hinzu kommt die Werbung an Bussen und Bahnen, die riesige Blow-up-Werbung an Brandmauern und Baugerüsten und die vielen wahllos auf alle möglichen Freiflächen und Pfähle geklebten Veranstaltungsplakate.(…)
Die Stadt werde von Plakat-, Licht- und Display-Werbung geradezu „überflutet“, sagen die Ini­tiatoren von „Berlin Werbefrei“, die mit einem neuen Volksbegehren, das möglicherweise in einen Volksentscheid mündet, die Werbung im Berliner Stadtbild auf ein allgemein verträgliches Maß zurechtstutzen und einer „unkontrollierten Ausbreitung“ zuvorkommen wollen. Der Titel des neuen Gesetzes lautet: „Gesetz zur Regulierung von Werbung in öffentlichen Einrichtungen und im öffentlichen Raum“ oder kurz „Antikommodifizierungsgesetz“ (AntiKommG).”
http://www.taz.de/Kleine-Kulturgeschichte-der-Werbung/!5450748/

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Wenn nur ein Werbetreibender den ganzen Bahnhof plakatiert: vor ein paar Wochen war am U-Bahnhof Mehringdamm sogar der Fußboden mit diesen Plakaten beklebt.

Dagegen hilt nur noch massives Adbusting.
siehe auch: https://berlin-werbefrei.de/

2017-10-19

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