AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Mein Sonntagsspaziergang

Zum Wochenende gab es mal wieder einen “Ausflugstipp” von der RBB Abendschau für eine Galerientour in der Auguststraße:

“Die Auguststraße in Berlin Mitte ist Touristenmeile und Inspiration für Kunstinteressierte. Eine Galerie liegt neben der anderen. Meistens ist der Eintritt dafür frei, doch sonntags sind in der Kunstmeile viele Läden geschlossen.
Zur Wendezeit gab es hier nur marode Häuser, kaputte Straßenlaternen und leerstehende Läden in der Auguststraße. Die Mieten waren günstig, Künstler kamen. Jetzt ist der Quadratmeter hochpreisig geworden.”
http://www.rbb-online.de/abendschau/ausflugstipps/beitraege/galerientour.html

Mein “Sonntagsspaziergang” führte mich durch die Berg- Acker- und der Kleinen Rosenthaler Straße.

Da hab ich das gesehen:

PASTE-UPs in der Bergstraße:

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Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland
Schaufensterdekoration am SCHOKOLADEN in der Ackerstraße:

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Karl Marx = geile Sau
Schriftzug am “Schwarzen Haus“, Kleine Rosenthaler Straße:

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2017-02-21

Markthalle Forum Museumsinsel

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Nach dem Abriss des Bestandbaues in der Oranienburger Straße im Juni 2016 wird wohl jetzt das geplante “Torhaus” zum Platz gebaut.
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-urbanitaet-laesst-sich-nicht-planen

Der gesamte Gebäudekomplex wurde nach der Wiedervereinigung Eigentum der Telekom und von der Telekom-Tochter DeTeImmobilien 2001 an die Freiberger Holding verkauft.

Auf dem Hofgeländes des Gebäudekomplexes zwischen der Oranienburger Straße und der Ziegelstraße plante Ernst Freiberger eine kombinierten Markt- und Ausstellungshalle auf einer Grundfläche von rund 2500 Quadratmetern - das eigentliche “Forum Museumsinsel”.
Der Münchner Feinkosthändler Käfer sollte die Markthalle betreiben und darüber wollte Freiberger seine Oldtimersammlung zeigen.

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Der Immobilienunternehmer Freiberger wollte sich “ein architektonisches Denkmal setzen”. Nichts weniger als ein “architektonisches Wahrzeichen des 21. Jahrhunderts” schwebt Freiberger vor.
http://www.morgenpost.de/berlin/article105095258/Hier-entsteht-Berlins-groesstes-privates-Bauprojekt.html

Das ist uns glücklicherweise erspart geblieben.

“Freiberger hatte Entwürfe von internationalen Architekten eingeholt und sich für den von Richard Rogers entschieden. Der Senatsbaudirektorin missfiel das, sie bestand auf einem Architektenwettbewerb. Nach vielem Hin und Her verlor Freiberger die Lust. Jetzt gibt es eine kleine, preisgünstigere Lösung mit „Ursprungsprodukten der Menschen“, wie Freiberger sagt: alles rund ums Backen und Brauen, also Brot und Bier. „Das sind handfeste Produkte, die jeder mag und die gerade wegen ihrer Einfachheit so geschätzt sind.“ Ein großes Zeltdach kann bei Bedarf den Platz überspannen, etwa für größere Veranstaltungen oder Weihnachtsmärkte.” gedruckter Tagespiegel vom 6. August 2016

2017-02-15

suicide by police

“Bei der Aus- und Fortbildung der Berliner Polizei gibt es einmal in der Woche den Messertag. Geübt wird dabei ausschließlich der Schuss auf das „vitale Dreieck“, also den Brustkorb mit Herz und Lunge.” (*)

Im Sommer 2013 erschießt ein Polizist einen Mann, der mit einem Messer bewaffnet nackt im Berliner Neptunbrunnen badet. Jetzt starb am Dienstag in Hohenschönhausen wieder ein Mann durch Polizeikugeln. Der 25-Jährige hatte am Dienstag Nachmittag zunächst die Feuerwehr gerufen und angekündigt, sich das Leben nehmen zu wollen.
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/01/toedlicher-schuss-polizeiwaffe-berlin-hohenschoenhausen.html

Wie rbb-Recherchen nach dem Fall vom Neptunbrunnen ergaben, sind es überwiegend gar keine Kriminellen, die Polizeikugeln zum Opfer fallen, sondern in zwei Dritteln der Fälle psychisch kranke Menschen.
http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/02/toedliche-polizei-schuesse-hohenschoenhausen-kriminologe-ueberforderung-umgang-psychisch-kranke.html

“Die Gefährlichkeit von psychisch Kranken, selbst wenn sie bewaffnet seien, sei ein „Mythos“, sagt der Psychiatrieprofessor Asmus Finzen. Psychotische Menschen reagieren anders als Kriminelle. Sie lebten gefangen in ihrer eigenen Welt, in der Störungen schnell als Bedrohung gesehen würden. Dies könne die Polizei jedoch nicht nachvollziehen und in der Folge seien die Beamten und -beamtinnen dann fatalerweise der Meinung, besonders hart reagieren zu müssen.” (*)

“Dass die Polizei offenbar nicht so darauf vorbereitet ist, wie sie vorbereitet sein sollte, bestätigt auch Thomas Feltes, Professor für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität in Bochum. (…)
Stellvertretend für andere Innenminister kann hier der ehemalige Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) stehen. Angesichts der „Definitions- und Abgrenzungsprobleme“ bei psychischen Erkrankungen „erscheint mir eine Extra-Aus- und Fortbildung in diesem Bereich nicht zielführend“, sagt er.
Eine solche Aussage hält Feltes für eine sicherheitspolitische Bankrotterklärung. Ein Psychologe könne den Beamten und Beamtinnen durchaus in wenigen Stunden die Grundlagen dafür vermitteln „wie man da Signale liest“.
Doch die Praxis sieht anders aus:
Schon in der Ausbildung werde „Konfliktbewältigung auch mit Personen in Ausnahmesituationen“ trainiert, ist die offizielle Auskunft der Berliner Polizei. In das „situative Distanzverhalten“ würden immer wieder auch neue Erkenntnisse einfließen. Gleichwohl handele es sich hier aber stets um einen „Grenzbereich“. Und der sieht so aus: Als Mindestabstand zu mit Messern oder stichwaffenähnlichen Gegenständen Bewaffneten gilt als Regel eine Entfernung von fünf bis sieben Metern. Bei geringerer Distanz sei eine Reaktion unterhalb des Schusswaffengebrauchs ohne erhebliche Eigengefährdung nicht mehr möglich.
Und so gibt es in der Konsequenz bei der Aus- und Fortbildung der Berliner Polizei einmal in der Woche den sogenannten Messertag. Geübt wird dabei ausschließlich der Schuss auf das „vitale Dreieck“, also den Brustkorb mit Herz und Lunge.” (*)

(*) DEUTSCHE POLIZEI Nr. 1 • 64. Jahrgang 2015 • Fachzeitschrift und Organ der Gewerkschaft der Polizei

siehe auch:
Tödliche Polizeikugeln. rbb-Dokumentation 27.05.2014
http://www.dailymotion.com/video/x1xbgnb_die-rbb-reporter-todliche-polizeikugeln_people

https://de.wikipedia.org/wiki/Suicide_by_cop

2017-02-02

Fotoausstellung S-Bahnhof Oranienburger Straße

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Zur Zeit gibt es im S-Bahnhof Oranienburger Straße Fotos aus der “Wendezeit” zu sehen: Tacheles und andere Häuseransichten von Alt-Mitte (u.a. von der Bildagentur OSTKREUZ)

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Fotos von Harald Hauswald

Besonders spannend find ich die Riefelbilder: (http://wernernekes.de/00_cms/cms/front_content.php?idart=113#Riefelbilder)

Riefelbild

Riefelbild

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Ob es eine Dauerpräsentation ist konnte ich nicht herausfinden. Weiß jemand mehr?

2017-01-20

Wintercamping auf dem Areal am Tacheles

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Seit der Räumung des Tacheles-Geländes 2011 wird das Areal von einer Sicherheitsfirma bewacht.
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tacheles-zaunpolitik

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pwr development GmbH

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/areal-am-tacheles

2017-01-09

2016 war für den Berliner Spatz ein sehr gutes Jahr

“In anderen Metropolen schrumpft die Population des kleinen Vogels, zum Teil dramatisch. In unserer Stadt vermehrt er sich prächtig. Er liebt eben das Unordentliche, leicht Schmuddelige. (…) Er liebt das Durcheinander, die urbane Unübersichtlichkeit, die unaufgeräumten Ecken, unsanierten, verwunschenen Nischen, leicht schmuddeligen Plätze. (…) Berlin bietet ihm einen Lebensraum, der in gepflegteren, durchsanierten, cleanen Städten immer mehr verloren geht.”

Aus der gestrigen B.Z. : http://www.bz-berlin.de/berlin/in-berlin-lebt-es-sich-auch-fuer-spatzen-hervorragend

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#berlinbleibtdreckig

2016-12-19

Der neue Berliner Senat

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Selten wurde nach Bekanntgabe einer Personalie für einen Staatssekräter Posten von konservativer Seite so panisch reagiert, wie nach der Designierung Berufung des Sozialwissenschaftler Andrej Holm zum Staatssekretär für Wohnen.

Aufgehängt wurde die Kampagne an Stasi-Vorwürfen, weil Holm seinen Grundwehrdienst im September 1989 beim Stasi-Wachregiment “Feliks Dzierzynski” angetreten hat. Daraus wurde dann in den Medien eine “Stasi-Vergangenheit”.

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Aber eigentlich weil unterstellt wird, der neue Staatssekretär “im Zweifel stets mehr Sympathien für Brandstifter aus dem linken Kiez hatte als für Investoren” (Welt) und die Verstaatlichung/Vergesellschaftung von Wohnhäusern bevorstehe.

Was sagt Holm selber zur zukünftigen Politik:

taz: Herr Holm, sie gelten als der Experte für Gentrifizierung schlechthin. Man könnte sagen, ohne Sie würde den Begriff in Deutschland kaum jemand kennen. Jetzt sollen Sie unter Rot-Rot-Grün Staatssekretär für Wohnen werden. Kommt damit die Wohnungsmarkt-Revolution?

Andrej Holm: Na, das wäre schön. Die ist ja dringend notwendig, weil wir in der Stadt mit Problemen der Verdrängung und Mangel an preiswerten Wohnungen zu tun haben. Das wird schon seit Jahren von Initiativen und kritischer Forschung angemahnt. Auf der anderen Seite ist klar, dass, nur weil jetzt Posten neu verteilt werden, sich nicht automatisch die Politik verändern wird. Das wird eine gemeinsame Aufgabe für die Koalition. Vor allem aber wird die Stadtgesellschaft gefordert sein, auch weiterhin ihre Vorstellung von einer anderen Stadt auf die Straße – und an die Regierung und Verwaltung heran – zu tragen.

taz: Bezahlbarer Wohnraum war eines der zentralen Themen im Wahlkampf, „Wohnen ist für uns ein Grundrecht“ heißt es im neuen Koalitionsvertrag. Was sind die zentralen Probleme?

Andrej Holm: Wir haben zu wenig Wohnraum für die wachsende Bevölkerung und zu wenige leistbare Wohnungen für die große Gruppe von Haushalten, die unterdurchschnittliche Einkommen haben. Außerdem haben wir zu wenig Belegungsbindung, um Gruppen, die etwa von Diskriminierung betroffen sind, besser und jenseits einer Marktlogik mit Wohnungen zu versorgen. Davon leiten sich im Prinzip alle Aufgaben ab, vor denen wir in den nächsten Jahren stehen.
http://www.taz.de/!5361841/

2016-12-13

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