AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

2016 war für den Berliner Spatz ein sehr gutes Jahr

“In anderen Metropolen schrumpft die Population des kleinen Vogels, zum Teil dramatisch. In unserer Stadt vermehrt er sich prächtig. Er liebt eben das Unordentliche, leicht Schmuddelige. (…) Er liebt das Durcheinander, die urbane Unübersichtlichkeit, die unaufgeräumten Ecken, unsanierten, verwunschenen Nischen, leicht schmuddeligen Plätze. (…) Berlin bietet ihm einen Lebensraum, der in gepflegteren, durchsanierten, cleanen Städten immer mehr verloren geht.”

Aus der gestrigen B.Z. : http://www.bz-berlin.de/berlin/in-berlin-lebt-es-sich-auch-fuer-spatzen-hervorragend

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#berlinbleibtdreckig

2016-12-19

Der neue Berliner Senat

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Selten wurde nach Bekanntgabe einer Personalie für einen Staatssekräter Posten von konservativer Seite so panisch reagiert, wie nach der Designierung Berufung des Sozialwissenschaftler Andrej Holm zum Staatssekretär für Wohnen.

Aufgehängt wurde die Kampagne an Stasi-Vorwürfen, weil Holm seinen Grundwehrdienst im September 1989 beim Stasi-Wachregiment “Feliks Dzierzynski” angetreten hat. Daraus wurde dann in den Medien eine “Stasi-Vergangenheit”.

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Aber eigentlich weil unterstellt wird, der neue Staatssekretär “im Zweifel stets mehr Sympathien für Brandstifter aus dem linken Kiez hatte als für Investoren” (Welt) und die Verstaatlichung/Vergesellschaftung von Wohnhäusern bevorstehe.

Was sagt Holm selber zur zukünftigen Politik:

taz: Herr Holm, sie gelten als der Experte für Gentrifizierung schlechthin. Man könnte sagen, ohne Sie würde den Begriff in Deutschland kaum jemand kennen. Jetzt sollen Sie unter Rot-Rot-Grün Staatssekretär für Wohnen werden. Kommt damit die Wohnungsmarkt-Revolution?

Andrej Holm: Na, das wäre schön. Die ist ja dringend notwendig, weil wir in der Stadt mit Problemen der Verdrängung und Mangel an preiswerten Wohnungen zu tun haben. Das wird schon seit Jahren von Initiativen und kritischer Forschung angemahnt. Auf der anderen Seite ist klar, dass, nur weil jetzt Posten neu verteilt werden, sich nicht automatisch die Politik verändern wird. Das wird eine gemeinsame Aufgabe für die Koalition. Vor allem aber wird die Stadtgesellschaft gefordert sein, auch weiterhin ihre Vorstellung von einer anderen Stadt auf die Straße – und an die Regierung und Verwaltung heran – zu tragen.

taz: Bezahlbarer Wohnraum war eines der zentralen Themen im Wahlkampf, „Wohnen ist für uns ein Grundrecht“ heißt es im neuen Koalitionsvertrag. Was sind die zentralen Probleme?

Andrej Holm: Wir haben zu wenig Wohnraum für die wachsende Bevölkerung und zu wenige leistbare Wohnungen für die große Gruppe von Haushalten, die unterdurchschnittliche Einkommen haben. Außerdem haben wir zu wenig Belegungsbindung, um Gruppen, die etwa von Diskriminierung betroffen sind, besser und jenseits einer Marktlogik mit Wohnungen zu versorgen. Davon leiten sich im Prinzip alle Aufgaben ab, vor denen wir in den nächsten Jahren stehen.
http://www.taz.de/!5361841/

2016-12-13

Auguststraße 14-16

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Schon 2009 wurde über eine Perspektive für das ehemalige Jüdische Krankenhaus und spätere Kinderheim Ahawa diskutiert. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellt 400.000 Euro für erste Gebäudesicherungen bereit.
http://www.jg-berlin.org/beitraege/details/der-ahawah-eine-perspektive-geben-i194d-2009-09-30.html
2011 wurde das Ensemble gar zum “Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung” erklärt.
“Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind: “Denkmalgeschützte Gebäude sind leider wesentlich teurer wieder herzurichten als herkömmliche. Allein, ohne die Anerkennung als national wertvolles Kulturerbe, hätte die Jüdische Gemeinde zu Berlin die Mittel nicht aufbringen können. Nun wird dieses ‘jüdische’ Ensemble in der Mitte der Stadt hoffentlich bald wieder seinen alten Glanz zurück erhalten. (…)
Für eine spätere Nutzung des ehemaligen Jüdischen Krankenhauses Auguststraße 16 werden zurzeit Verhandlungen der vier Universitäten von Berlin und Brandenburg (HU, TU, FU und Uni Potsdam) geführt zur Einrichtung eines Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg”
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_1106/nachricht4377.html

Letzte Woche wurden als Sicherungsmaßnahme gegen bröckelnden Putz Netze angebracht.

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siehe auch:

http://www.gedenktafeln-in-berlin.de/nc/gedenktafeln/gedenktafel-anzeige/tid/juedisches-kinderhei/
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/das-gebaeudeensemble-auguststrasse-11-16

2016-12-08

Forum Museumsinsel - der google-Konzern zieht in die ehemalige Uniklinik an der Spree

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Im September zog nun der erste Mieter in die sanierten Gebäude des ehemaligen Fernsprechamts an der Tucholskystraße ein: Der Online-Bestelldienst Lieferheld belegt mit rund 1000 Mitarbeitern 11 500 Quadratmeter im Fernsprechamt.

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Eigentlich wollte die Telekom mit ihrer „Telekom School of Transformation“ die ehemalige Uniklinik der Charité mieten, das Gropius Ensemble wurde noch durch einen Anbau durch den Architekten David Chipperfield ergänzt - wie im August aber bekannt wurde, hatte es sich der Konzern anders überlegt.

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Wie die RBB Abendschau am Freitag berichtete hat Freiberger jetzt den google-Konzern als Mieter gefunden.
http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/av7/google-umzug-berlin.html

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Der ehemalige medizinische Hörsaal aus dem Jahr 1893 wird in Zukunft von google genutzt werden

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-urbanitaet-laesst-sich-nicht-planen
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-und-der-zeitgeist-der-1990er-jahre
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-pizzabaecker-freiberger-vermietet-an-pizzalieferdienst
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt

2016-11-20

Polizeigewalt am Oranienburger Tor 05.11.2016

Bin am Samstag so um 18 Uhr zum Oranienburger Tor gelaufen und hatte mich darüber gefreut, daß der rechtsextreme Aufmarsch gehindert wurde durch die Straßen der Spandauer Vorstadt zu laufen.

Oranienburger Tor 05.11.2016

Nach Durchsagen der Polizei, dass die blockierte Einmündung unter Anwendung von Zwang geräumt wird, prügelten gegen 18:25 die Polizisten auf die Gegendemonstranten ein und drängten die Teilnehmer in Richtung Torstraße weg.

Oranienburger Tor 05.11.2016

“Bei der unverhältnismäßigen Räumung durch die Polizei kam es zu zahlreichen Verletzungen und Festnahmen, darunter auch eine Sanitäterin die den Verletzen helfen wollte. Die Rede ist von Nasenbrüchen und ausgeschlagenen Zähnen. „Wir verurteilen das gewalttätige Vorgehen der Polizei gegen die Teilnehmer*innen der Kundgebung. Der brutale Angriff durch die Polizei ist durch nichts zu rechtfertigen und entbehrt jeglicher Grundlage.“, sagt Steffen Schmidt, Sprecher von BerlinNazifrei.”
Pressemitteilung vom 07.11.2016 – Bündnisse Berlin gegen Rechts und Berlin Nazifrei
http://nazifrei.berlin/2016/11/07/pressemitteilung-vom-07-11-2016-buendnisse-berlin-gegen-rechts-und-berlin-nazifrei-polizei-ermoeglicht-neonazi-aufmasch-am-jahrestag-des-scheunenviertelpogroms/

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Der rechtsextreme Aufmarsch dann in der Münzstraße

siehe auch die Videos auf twitter:

Oranienburger Tor
https://twitter.com/Auguststrasse/status/795983286363451393

1/2 rechtsextremer Aufmarsch in der Auguststraße 05.11.2016
https://twitter.com/Auguststrasse/status/795987929940246528

2/2 rechtsextremer Aufmarsch in der Auguststraße 05.11.2016
https://twitter.com/Auguststrasse/status/795990098928144384

2016-11-08

Kartoffelvolk

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gesehen am Eingang Volkspark Humboldthain - Wir sind das (rassistische) Kartoffelvolk -

Am 05. November 2016 ruft die rechtsextreme Initiative “Wir für Berlin & Wir für Deutschland” zum vierten Aufmarsch mit dem Motto “Merkel muss weg” auf. Das Berliner Bündnis gegen Rechts und der Zusammenschluss Berlin Nazifrei kündigen Proteste am Treffpunkt der Rechtsextremen am Hauptbahnhof an.

+++ Voraussichtliche Route rechtsextremer Aufmarsch „Merkel muss weg“ ab 15.00 Uhr: Hauptbahnhof/Washingtonplatz – Kapelle-Ufer – Reinhardtstraße – Friedrichstraße – Torstraße – Rosenthaler Straße – Weinmeisterstraße – Münzstraße – Rosa-Luxemburg-Straße – Dircksenstraße – Karl-Liebknecht-Straße – Gontardstraße (S-Bahnhof Alexanderplatz) +++ Änderungen möglich, aktuelle Infos auf Twitter, Hashtag: #b0511

kartoffelvolk

Darüber hinaus veranstaltet die Zeitschrift „Compact“ am 05. November 2016 eine Konferenz in Berlin, die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MBR) bezeichnete „Compact“ als „rassistisch“. Gegen die Veranstaltung richtet sich eine antifaschistische Kundgebung, die um 12.00 Uhr vor dem Halong Hotel in der Leipziger Str. 54 in 10117 Berlin-Mitte stattfindet.

http://berlin-gegen-nazis.de/05-11-2016-vierter-rechtsextremer-merkel-muss-weg-aufmarsch-in-berlin-gegenprotest-angekuendigt/

2016-11-03

Torstraße 224/228

Torstrasse 224/228
Torstraße 224/228 - November 2016

Wunderte mich schon länger, daß nach dem Teilabriss Anfang 2016 in der Torstraße 224/228 nichts mehr passiert.

Torstrasse 224/228
Torstraße 224/228 - Dezember 2015

Jetzt klärt ein ZEIT-Artikel von Jens Tönnesmann auf. Unter dem Titel ‘Hier baut keiner’ hat der Autor die dubiosen Hintergründe recherchiert:
“Offenbar bereichert sich eine Berliner Immobilienfirma, die Sanus AG, geschickt auf Kosten von Kleinanlegern und zum Leidwesen mancher Bewohner. Mit einer Anlageform, die so viele Skandale produziert hat, dass man eigentlich denken würde, dass niemand ihr mehr traut: geschlossene Fonds.”
Mit dem Versprechen einer Rendite von 37 Prozent in nur drei Jahren sammelte eine Fondsgesellschaft Geld bei Kleinanlegern ein.
“Im vergangenen Jahr untersuchte die Stiftung Warentest mehr als 1.100 solcher Fonds. Sie werden geschlossen genannt, weil sie einen bestimmten Betrag einsammeln und schließen, sobald sich genügend Anleger gefunden haben. 15,4 Milliarden Euro Gewinn haben die mehr als 600 untersuchten Fonds den Anlegern insgesamt in Aussicht gestellt. Herausgekommen sind 4,3 Milliarden Euro – allerdings nicht Gewinn, sondern Verlust. Nur sechs Prozent der Fonds haben ihre Prognose erfüllt. Bei den Immobilienfonds erwirtschaftete etwa jeder zweite ein Minus.”
http://www.zeit.de/2016/43/immobilienmarkt-immobilien-berlin-boom-investoren-rendite-verlustt

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/to-be-in-mitte-torstrasse-224228

2016-11-01

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