AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Mulackstrasse 11 - Die Verdrängung geht weiter

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Ursula Wünsch war eine ”Institution” im Kiez Mulackstraße!
Sie war eine der HauptinitiatorInnen der Initiativgruppe Mulackstr. (heute: Wunschgarten e.V.), die es sich gemeinsam mit Anwohnern und Eltern der Mulackstr. zur Aufgabe gemacht haben, die 1998 noch brachliegende Fläche Mulackstr. 9 – 10 als Spielfläche für Kinder nutzbar zu machen. Für dieses und anderes Engagement hatte sie 2004 die Bezirksverdienstmedaille des Bezirksamts und der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin bekommen …

http://www.berlin.de/ba-mitte/bezirk/ehrenamt/bezirksmedaille2004.html#d

Im November musste auch Ursula Wünsch mit ihrer Spielzeugwerkstatt aus der Mulackstraße ausziehen. Die Gestalterin war seit den 70er-Jahren im Kiez verwurzelt. (…) Doch im Sommer hatte der neue Hauseigentümer die Ladenmiete von 850 auf 2.500 Euro verdreifacht - für 80 Quadratmeter in einer kleinen Seitenstraße.

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In ihrem einstigen Laden gibt es jetzt Klamotten.

Über die “Gentrifizierung am Hackeschen Markt - Große Ketten verdrängen kleine Geschäfte” gab es am 30.12.2009 einen taz-Artikel von ULRIKE STEGLICH.

http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/die-problemzone-mit-der-1a-lage/

2010-01-06

3 Kommentare zu 'Mulackstrasse 11 - Die Verdrängung geht weiter'

Kommentare als RSS

  1. archi sagt,

    am 8. Jan. 2010

    Die “Projektentwickler” der Mulackstr. 11, ID&A - Immobilien, schreiben auf ihrer Homepage:
    “Die Balkone des Seitenflügels und die Loggien des Vorderhauses sind auf einen so genannten Pocket-Park ausgerichtet, einem kleinen Stadteilpark nach New Yorker Vorbild im Scheunenviertel. Der Zugang zum öffentlichen Park ist direkt vom Hof möglich.” Was für ein Hohn …

  2. Meta sagt,

    am 15. Jan. 2010

    Das ist wirklich traurig! Ich bin in der Gegend groß geworden und Frau Wünsch war immer da – die Frau des Kiezes. Noch ein überteuerter Klamotten-Laden, der sich die hohe Miete leisten kann, es gibt ja noch nicht genügend…


  3. am 26. Jan. 2010

    ach, schön mein nachruf !!!
    ich muss allen sagen, es konnte mir nichts besseres passieren, als die alte gegend zu verlassen. so konnte ich im “ausland” völlig neu anfangen. mußte keine neue sprache lernen.
    übe mich jetzt im umgang mit der neuen bürgerlichkeit..
    jetzt bin eben auch ich endlich im westen angekommen.
    wurde auch zeit.
    mir gehtes sehr gut.
    bin auch schon einmal ausgeraubt worden, das gehört heute mit dazu.
    noch füttere ich jeden tag die vögel - vor allem die möven - im wunschgarten.
    alten dingen nachtrauern ist einfach und langweilig - ich kann die verantwortung, die ich für die tiere übernahm , nicht im leeren raum lassen.
    es interessiert doch keine sau wirklich, ob da einer fehlt.
    und das gerede vom kietz ist ein hohler zahn.
    kietz ist dann, bis sie alle ihre preiswerten buden haben.
    viele kotzt der “kietz” an, aber sie können nun nicht weg, weil sie nie wieder so billige mieten haben werden.
    da kann ich nur lachen.
    macht´s gut , nachbarn - um mit kurt krömer aktuell zu sein

    ursula wünsch

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