AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Keine Kunst

Kunst frei
gesehen in der Torstrasse

Die Berliner und ihre Gäste lieben Massenevents - das war schon zu Kaisers Zeiten so. In Massen wanderte man am Wochenende zum Tempelhofer Feld (Parade- und Exerzierplatz der preussischen Armee) um den Soldaten beim Exerzieren und bei Manöverübungen zuzugucken. Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es die “Lange Nacht der Museen”, obwohl sich die wenigsten für Museen interessieren - aber in der Masse unterwegs zu sein, das liebt der Berliner und die Berlinerin.

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So ist es auch beim jährlichen Galerienrundgang in der Auguststrasse. Diesmal fällt er auch noch mit der Eröffnung der mit 2,5 Millionen vom Bund finanzierten Berlin Biennale zusammen.
Fast surreal wirkt das Zusammentreffen der versnobten Kunstschickeria und der Touristen mit dem Aktionsraum der Occupy-Bewegung in der white-cube Ausstellungshalle des KW’s als Teil der “politschen” Kunstbiennale oder mit der Installation KEY OF RETURN. (Ein eine Tonne schwerer und etwa neun Meter großer Schlüssel gefertigt von Bewohnern des Aida-Flüchtlingslagers nahe Bethlehems)

“Da, wo sich die wirkliche Welt in bloße Bilder verwandelt, werden die bloßen Bilder zu wirklichen Wesen und zu den wirkenden Motivierungen eines hypnotischen Verhaltens. Das Spektakel als Tendenz, durch verschiedene spezialisierte Vermittlungen die nicht mehr unmittelbar greifbare Welt zur Schau zu stellen, findet normalerweise im Sehen den bevorzugten menschlichen Sinn, der zu anderen Zeiten der Tastsinn war; der abstrakteste und mystifizierbarste Sinn entspricht der verallgemeinerten Abstraktion der heutigen Gesellschaft.”(Guy Debord)

2012-04-28

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