AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die privatisierte Stadt

Forum Museumsinsel

Durch den Verkauf der öffentlichen Boden- und Immobilienbestände in den letzten 20 Jahren überläßt die “öffentliche Hand” die Gestaltung von Stadt nur noch profitorientierten Privateigentümern, und die entwickeln alle nach dem gleichen Muster: Hotel und Shopping, Büros, Gastronomie und Luxuswohnungen.
Die Gebäude in dem Gebiet zwischen Monbijou-, Tucholsky-, Oranienburger Straße und Spree, über 100 Jahre in öffentlichen Besitz, gleichzeitig von hoher kunsthistorischer Bedeutung, sollen nun ein “exklusives neues Stadtviertel” werden.

Forum Museumsinsel

Bereits 2001 erwarb die Freiberger Holding, mit Sitz im bayerischen Amerang, den nördlichen Teil des Areals zwischen Ziegelstraße und Oranienburger Straße, ein Gebäudekomplex, bis 1945 Haupttelegrafenamt (HTA) von Berlin, in der DDR-Zeit von der Deutschen Post als Fernmeldeamt und anschließend bis 1998 von der Deutschen Telekom genutzt.

Forum Museumsinsel

Forum Museumsinsel

Forum Museumsinsel

2007 kauften sie die Gebäude im südlichen Teil am Ufer der Spree vom Berliner Liegenschaftsfonds, der im Auftrag der Universitätsklinik Charité ein Bieterverfahren durchführte. Bis Ende 2010 konnte die Humboldt-Universität die Gebäude noch nutzen.

Forum Museumsinsel

Forum Museumsinsel

Forum Museumsinsel

Unter dem etwas anmaßenden Titel „Forum Museumsinsel“ sollen jetzt bis 2014 rund 110.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche ausgebaut und dann vermietet werden.

Darunter sind das älteste Logenhaus Berlins (1789–1791), die von Martin Gropius entworfene Charité-Frauenklinik (1879–1883) das Haupttelegrafenamt (1910–1916) sowie die ebenfalls einst zur Charité gehörenden Häuser Monbijou (1902–1906) und Ida Simon (1908–1910), das Fernsprechamt (1925–1927), sowie die im strengen Bauhaus-Stil errichtete neue Charité-Frauenklinik (1929–1932).

Forum Museumsinsel

„Wir wollen zwar viel verändern – dabei werden wir jedoch mit den Baudenkmalen äußerst verantwortungsvoll und behutsam umgehen“, versprach der Investor Ernst Freiberger.

2011-10-13

Ein Kommentar zu 'Die privatisierte Stadt'

Kommentare als RSS

  1. spalanzani sagt,

    am 15. Okt. 2011

    Vor allem das Ida-Simon-Haus liebe ich ja sehr.

    Wenn doch nur einer dieser Berliner Immoblienentwickler einen Funken Geschmack hätte und bemerken würde, daß diese zehn Extraprozent Exklusivität mit c, diese “Palais”-Benennungen und Fassadenbeleuchtungen und Auslegungen als Drittwohnsitz ihre Immobilien langfristig abwerten, weil sie sie zu irgendwie lebensfeindlich aseptischen Umgebungen machen und damit über kurz oder lang aus der wirklichen Stadt auch tatsächlich heraustrennen und diese Orte abhängig macht einzig von der Umleitbarkeit der Touristenströme durch sie hindurch.

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