AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Auguststrasse 23 hinter Plane

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Hans-Joachim Sander, Ehemann einer Erbin des Shampoo-Imperiums Wella, Immobilieninvestor und Kunstsammler, kaufte 2003 die Auguststraße 24/25 (Clärchens Ballhaus) und Auguststraße 23.

Erst wurde dem Familienbetrieb des Clärcherns nach 91 Jahren gekündigt und an neue Betreiber verpachtet. In den letzten Jahren wurde die Auguststraße 23 weitgehend entmietet. Die Schreinerei im Rückgebäude wird vom Clärchens Ballhaus als Lager verwendet.

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Seit ein paar Wochen wird das Haus nun hinter einer Plane versteckt, nur ein paar wenige Fenster der letzten Mieter sind frei gelassen.

Wie mir erzählt wurde beabsichtigt Sander die Auguststraße 23 weiter zuverkaufen. Jetzt müssen nur noch die letzten Mieter raus.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auguststr23

2019-01-15

Das Dragonerareal von oben

Das Dragonerareal von oben

Das Dragonerareal von oben

Nachdem die Privatisierung des Dragonerareals in Kreuzberg verhindert wurde, geht das Grundstück 2018/19 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an das Land Berlin und soll als “städtebauliches Modellprojekt” entwickelt und bebaut werden.
51 % der Gebäude auf dem rund 47.000 Quadratmeter großen Areal stehen teilweise seit über 10 Jahren leer.

Das Dragonerareal von oben

“Es gibt wenige Quartiere in Berlin, über die mehr diskutiert wurde und diskutiert werden wird als über das Dragoner Areal in Kreuzberg. Das liegt auch an den extrem engagierten und mit ihrem Engagement erfolgreichen Akteuren aus der Zivilgesellschaft. Es liegt aber auch an der immensen Komplexität dieses relativ kleinen Stücks Stadt.”
https://www.burgdorffstadt.de/komplexe-quartiere-brauchen-gute-partner-so-auch-auf-dem-dragoner-areal-in-berlin/

Das Dragonerareal fungiert als eine Art Wunschmaschine für die unterschiedlichsten Interessen - und viele propagieren im Interesse des Gemeinwohls zu handeln.

Ob die Aushandlung der Interessen in einem transparenten hierarchiefreien und ergebnisoffenen Prozess stattfindet, in dem die Bestandsmieter, die Anwohner*innen, Nachbarschaft und Stadtgesellschaft einbezogen sind wird sich zeigen.

Vor allem steht die Frage: was ist überhaupt verhandelbar, was ist bevor ein “Beteiligungsprozess” überhaupt beginnt durch Politik und Verwaltung schon gesetzt.

Das Dragonerareal von oben - letzte Woche auf youtube veröffentlicht:

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https://www.youtube.com/watch?v=v0WwiJ7W_r4&feature=youtu.be

siehe auch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl

http://foto.diskurse.net/dragonerareal-berlin-kreuzberg/

Studie zum baukulturellem Erbe des Dragonerareals:
https://www.berlin.de/rathausblock-fk/projekte/geschichte/artikel.768849.php

2018-12-20

Autohaus Mitte

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Die Galerie Weisser Elefant, Auguststraße 21, zeigt zur Zeit Arbeiten von Martin Kaltwasser und Folke Köbberling.

Unter dem Titel ‘Autohaus Mitte’ “fokussieren sie den automobilen Individualverkehr als hegemoniale Leitkultur, die sie mit künstlerischen Mitteln kommentieren, ironisch unterwandern.”

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Besonders gefallen hat mir ‘Das Biest’, schon im Hof zu sehen, ein vergrößerter Nachbau eines Porsche-Cayenne-Bobbycar in der Originalgröße eines Porsche Cayenne.

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Die andere, ‘Crushed Cayenne’, dazu die Künstler:
“Im vergrößerten Maßstab 1,2:1 bauten wir aus Fund­holz den Frontalzusammenstoß zweier Porsche Ca­yenne nach.(…)
Mit der Form dieses Unfallszenarios wählten wir eine Ästhetik, die die hermetische, brutalhedonistische Ideologie von Luxusgeländeautos dieser Art konterkariert. Durch die Darstellung ihrer Zerstörung erlangen sie eine skulpturale Offenheit und Vieldeutigkeit, die ihrem panzerähnlichen Original­aussehen in unzerstörtem Zustand entgegensteht. Wenn man aber das Wesen der Zerstörung aufgreift, das diese Autos prägt, kann man feststellen, dass erst im Unfall mit Totalschaden die vulgäre Anmut eines Porsche Cayenne ihre ekstatische Vollendung erreicht.”

porsche cayenne

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galerie weisser elefant
Auguststraße 21
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag und Sonntag 13 – 19 Uhr

2018-11-27

Deutsche Wohnen & Co enteignen

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gesehen in der Linienstraße

„Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum. Das Land fördert die Schaffung und Erhaltung von angemessenem Wohnraum, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen…“

Verfassung von Berlin, Artikel 28

„Jeder Missbrauch wirtschaftlicher Macht ist widerrechtlich.“

Verfassung von Berlin, Artikel 24

„Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig.“

Grundgesetz, Artikel 14

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Warum DW enteignen?

2018-11-08

Mit Baustellenplanen erstickt

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Karte: Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter ODbL

“Szenekiez Oranienburger Straße - Die Magie wird mit Baustellenplanen erstickt” titelte die Berliner Zeitung diese Tage.
“Die Szenemeile der Neunzigerjahre gleicht im Moment einer Larve, die zur Puppe geworden ist. Alles scheint erstarrt unter Folien und Baustaub. Das alte Flair ist weg, ein neues Gesicht noch nicht zu erkennen. Und wann genau die Großprojekte fertig sind, die Immobilienentwickler hier realisieren, dazu schweigen Planer und Architekten.”

Es geht um das Areal zwischen Spree und Oranienburger Straße was der Investor Freiberger schon ab 2001 erwarb und von ihm ‘Forum Museumsinsel’ genannt wird. Es geht um das Tachesles-Areal und um das ehemalige Postfuhramt:
“Auch aus der Politik kommen kritische Stimmen. „Es ist mir unverständlich, warum in einigen Gebäuden der Oranienburger Straße seit so vielen Jahren Stillstand herrscht“, sagt Stefan Evers, Sprecher für Stadtentwicklung in der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Evers plant eine Anfrage an den Senat, der im Gespräch mit der Berliner Zeitung auf den Bezirk verweist. Dessen Baustadtrat Ephraim Gothe wiederum sagt in Bezug auf das Postfuhramt entschuldigend, man erteile bei privaten Projekten eben bloß eine Baugenehmigung und erhalte irgendwann einen Fertigstellungsbericht. Gothe berichtet zumindest, dass Biotronik zuletzt einen offenen Eingang von der Oranienburger Straße, Läden und Restaurants geplant habe. Von dem Konzern selbst: Kein Kommentar.”

Das diese historischen Gebäude alle einst im Eigentum des Bundes oder der Universitätsklinik Charité waren und von diesen an Privatinvestoren verkauft wurden, verrät der Artikel nicht.
https://www.berliner-zeitung.de/berlin/szenekiez-oranienburger-strasse-die-magie-wird-mit-baustellenplanen-erstickt-31470858

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte

2018-10-23

Rohrpostzentrale im ehemaligen Haupt-Telegrafenamt

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Die Bauarbeiten im ehemaligen Haupt-Telegrafenamt an der Oranienburger Straße gehen weiter. Inzwischen ist auch das ehemalige Logenhaus eingerüstet.

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Wie die Zukunft der deutschlandweit einmaligen Rohrpostzentrale aus sieht, die bis 1976 funktionierte, ist wohl unklar, wie die Morgenpost im September berichtete: “… der Architekt Michael Richter, der ein 120-Seiten-Konzept für den konservatorischen Umgang mit der Anlage erstellt hatte, beurteilen das Verhalten des Immobilieninvestors [Freiberger] mittlerweile als „semifeudal“.
(…) Die für Bau- und Kunstdenkmalpflege zuständige Mitarbeiterin des Landesdenkmalamts versichert außerdem: „Denkmalfachliches Ziel ist es, dieses bedeutende Industriedenkmal in seiner gesamten Funktionsweise für Besucher nachvollziehbar zu präsentieren.“ Eindeutig festlegen, dass die Rohrpostzentrale allgemein öffentlich zugänglich ist, will sich Sybille Haseley [Landesdenkmalamt Berlin] nicht. „Es ist davon auszugehen, dass die Anlage besichtigt werden kann“, heißt es vage.”

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Bundesarchiv, Bild 183-12753-0003 / Martin / CC-BY-SA 3.0

Die Maschinenstation des HTA. Hier treffen die Büchsen mit der Rohrpost von den einzelnen Ämtern ein und werden zu den jeweiligen Bestimmungsämtern weiterbefördert.

siehe auch:

https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article215244033/Rohrpostanlage-in-Mitte-Bauplaene-noch-ungewiss.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rohrpost_in_Berlin
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/das-dach-des-haupttelegrafenamtes

2018-10-11

3. Oktober 2018

Der ‘Tag der deutschen Einheit’ 2018 ist wohl, wenn aus dem sächischen Pegida-Umfeld und aus anderen Bundesländern angereiste Marschierer mit Fahnen und sächischen Volksliedern und DEUTSCHLAND-DEUTSCHLAND-überalles-Gesang durch Berlin-Mitte ziehen.

“Ich hatte lange keine Demo, die so spaßig war (…) weil wir nahezu ungestört durch ihre rotgrün versifften Kieze marschieren, sie können uns nichts entgegenstellen.”
Der Volksredner Sven Liebich aus Halle, bei einem Redebeitrag in der Torstraße.

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Quelle: youtube

2018-10-03

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