Wasser gehört in Bürgerhand

Nein, Markus Pauzenberger (SPD) sammelt nicht Unterschriften für das Volksbegehren “UNSER WASSER” sondern hält eine “Bürgersprechstunde” in der Auguststraße/Große Hamburger Straße ab.

Seit 1999 halten RWE und Veolia 49,9 Prozent der Anteile an den Wasserbetrieben. Seitdem sind die Wasserpreise in Berlin drastisch gestiegen.
Im Rahmen der Teilprivatisierung hatte das Landesunternehmen 1999 Geheimverträge mit den privaten Wasserversorgern geschlossen.
Mit der Forderung, die Verträge der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe offen zu legen, gibt es bis zum 27. Oktober 2010 ein Volksbegehren. Sollten die Initiatoren Erfolg haben, könnten die Verträge angefochten werden.
http://www.berliner-wassertisch.net/index.php
Wasser gehört in Bürgerhand - Schluss mit den Geheimverträgen!
Die rechtswidrigen Verträge müssen offen gelegt werden, damit verhindernt wird, dass die Wasserpreise noch weiter steigen.
2010-07-27
Gentrifizierung in Berlin Mitte

Fassadeninstallation an der KULE, Auguststraße
“Arm und sexy? Teuer und öde!” titelte SPIEGEL-online letzte Woche:
“Der Immobilienmarkt macht dem Mythos Berlin Mitte den Garaus. Immer mehr Kulturinstitutionen schließen oder wandern ab. Jetzt muss auch die renommierte Fotogalerie c/o Berlin weichen - für einen schicken Hotelkomplex.(…)Der drohende Auszug der renommierten Galerie hat dennoch Folgen - denn damit droht der Stadtteil endgültig kulturell zu veröden. Auf dem Weg von der Oranienburger Straße Richtung Hackesche Höfe findet man neben blitzblank sanierten Gebäuden und schicken Designer-Stores schon heute kaum noch die Pioniere, die das Viertel einmal prägten. Zwischen Systemgastronomie und Franchising ist c/o Berlin einer der letzten originellen Anlaufpunkte.
Es ist der übliche Kreislauf, auch Gentrifizierung genannt: Wenn die Off-Galeristen, die Künstler und andere eigensinnige Geister eine Gegend als Wohngebiet interessant und zum touristischen Anziehungspunkt gemacht haben, kommen die Investoren. Und irgendwann müssen dann auch die Pioniere gehen, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können. Oder weil ihre Standorte verkauft werden.(…)
Billiger Raum und ein spannendes Umfeld lockten im Berlin der Nachwendezeit kulturelle Nischenprojekte nach Mitte. Heute stehen viele von ihnen vor dem Aus. Als letzte Woche 5000 Menschen unter dem Motto “Rette deine Stadt!” gegen Gentrifizierung und “Kulturkahlschlag” demonstrierten, waren neben dem Tacheles auch das Acud und der Schokoladen e.V. dabei. Zwei weitere Off-Kultur-Originale, die von der Schließung bedroht sind.(…)
“Lebenswerte Kulturräume werden durch eine auf den Tourismus ausgerichtete Infrastruktur verdrängt, weil Stadtentwicklung heute unter einem Verwertungsdiktat steht”, sagt der Berliner Soziologe Andrej Holm, Betreiber des viel gelesenen “Gentrification Blog“. “Eingreifen müssen hätte die Politik schon vor 20 Jahren, durch Eingriffe in den Bodenmarkt. Wenn die Politiker heute öffentlich bedauern, dass Kultureinrichtungen weichen müssen, ist das nur noch amüsant”, meint Holm.”
(http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,706506,00.html)


Lampenschirm vor dem Schokoladen, Ackerstraße
2010-07-22
Berliner, schaut auf Eure Stadt
Für den kommenden Samstag rufen Bürgerinitiativen auf zu einer Demonstration, die gegen die Stadtpolitik protestieren soll.
Rette deine Stadt
– vor dem Ausverkauf!
Eine Politik, die öffentliche Freiflächen nur als potenzielle Verkaufsobjekte sieht, ist keine Politik, sondern allenfalls ein Wirtschaftsbetrieb.
Für die Rettung wichtiger kommunaler Potenziale für das Gemeinwesen!
Rette deine Stadt
– vor der Gentrifizierung!
Die Mietspirale dreht sich nach oben, obwohl immer mehr Menschen auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Dennoch überlässt die Politik das Grundrecht auf Wohnen dem freien Markt.
Dem ungezügelten Anstieg der Mieten müssen wieder Regulierungen Einhalt gebieten!
Rette deine Stadt
– vor der Zubetonierung!
Immer weitere kostbare Freiflächen in der Stadt sollen bebaut werden. Nicht nur am Spreeufer gibt es ehrgeizige Pläne, die Stadt gnadenlos zuzubetonieren.
Für eine behutsame, partizipative und dezentrale Stadtentwicklung!
Rette deine Stadt
– vor dem Kulturkahlschlag!
Alternative Kultur, die Berlin ausmacht, wird zunehmend durch Fehlentscheidungen und Konzentration auf ein spießbürgerliches Lebensmodell platt gemacht.
Subkulturelle Vorreiter zur Veredelung und besseren Vermarktung der Kieze? Nicht mit uns – wir bleiben!
Rette deine Stadt
– vor dem Verkehrschaos!
Der autogerechte Umbau der Stadt geht weiter. Statt auf ein zukunftsweisendes ökologisches Verkehrsmodell zu setzen, werden Unsummen für Straßen- und den Stadtautobahnbau eingeplant.
Stopp A100!
Rette deine Stadt
– vor dem Klimakollaps!
Das Stadtklima des Großraums Berlin ist auf die Frischluftzufuhr durch die Luftströmungen insbesondere im Spreebereich angewiesen. Geplant sind dort zahlreiche neue Hochhäuser und mehrere Kraftwerke.
Für den Erhalt der „grünen Lungen“ Berlins!
Rette deine Stadt
– vor Bau-Monotonie!
Berlin verliert sein Gesicht, das auch zahlreiche Besucher begeistert, indem einmalige Bausubstanz und kreativ genutzte Freiräume zugunsten von an den Interessen der Wirtschaft ausgerichteten Beton-Stahlgiganten ersetzt werden.
Für eine erlebbare Stadtgeschichte und eine authentische Gegenwartskultur!
Rette deine Stadt
– vor Überwachung!
Aus ehemaligen Freiräumen werden durch Kameraüberwachung und Wachschutz Angsträume, die eine freie Entfaltung des Menschen bewusst und unbewusst beeinträchtigen.
Weg damit! Keine „gated communities“!
Rette deine Stadt
– vor Ignoranz!
Der Bürgerwille muss respektiert und hinreichend umgesetzt werden. Der Senat hat sich bisher im Umgang mit den eindeutigen Bürgerentscheiden wie „Spreeufer für alle!“ nicht mit Ruhm bekleckert.
Für „echte“ Bürgerentscheide!
Wenn wir es nicht schaffen, unsere Kieze vor weiterem Ausverkauf zu bewahren, dann zahlen wir dafür mit einer Zerstörung der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur, mit steigenden Mieten, mit der Vertreibung eines Großteils der Bevölkerung und mit einer Ersetzung unserer urban-experimentellen Vielfalt durch einen kulturellen Mainstream.
Geh’ auf die Straße!
Für dein Recht auf Stadt!
2010-07-08
Fußball am 3. Juli

Blick über den Sportplatz Auguststrasse 2007. Olbrichts me-Klotz gerade im Bau. Das Art-Magazin schieb kürzlich:
“Zu massiv schiebt sich der von Düttmann + Kleymann projektierte Neubau, der neben Ausstellungsräumen, Café und Souvenirladen auch Tiefgarage und Wohneinheiten beherbergt, in das architektonische Gefüge der Straße. Er sieht aus, als rammte ein klobiger Geländewagen zwischen zwei Minis in eine viel zu kleine Parklücke. Die Demut der Nachhut, die 20 Jahre nach dem Mauerfall in Mitte landet – sie müsste wirklich anders aussehen.”
Am Samstag den 3. Juli, 10-14 Uhr findet auf dem Sportplatz, das Erich-Mühsam-Turnier der Autonama statt. Eingang: Kleine Hamburger Straße/ Ecke Linienstraße
Der amtierende Europameister, die deutsche Fußballnationalmannschaft der Autoren (Autonama) richtet zum viertenmal das Turnier aus.
Und gedenkt an Erich Mühsam
siehe auch: http://www.tagesspiegel.de/kultur/kicken-in-mitte/1871766.html
2010-07-01
Dem Tacheles droht die Schließung durch Zwangsversteigerung

In bester City-Lage, zwischen Oranienburger, Friedrich-, Johannis- und Tucholskystraße, wollte die Fundus-Tochter Johannishof Projektentwicklung GmbH & Ko KG ein Wohn- und Gewerbequartier bauen. Das Tacheles sollte integriert werden. Inzwischen steht der Fundus-Ableger unter Zwangsverwaltung. Der in Berlin in den 90er-Jahren erwartete Boom bei Immobilien sei ausgeblieben, erklärt Fundus-Sprecher Christian Plöger.(…) Bis 2008 hatte Fundus ihnen günstige Konditionen geboten. Der Zwangsverwalter verlangt seither marktübliche Mieten. Wegen Nachforderungen in Höhe von 108 000 Euro musste der Trägerverein Insolvenz anmelden. Ohne gültigen Mietvertrag hat der Verein keine Chance, weiterarbeiten zu können.

Tacheles-Sprecherin Linda Cerna und Tacheles-Vorstand Martin Reiter
Die zerstrittenen Nutzer haben inzwischen eine “Notgemeinschaft Tacheles” gegründet. Kleinster gemeinsamer Nenner: der Erhalt der alternativen Kultureinrichtung. Zu ihren Forderungen gehört es, das 1250 Quadratmeter große Grundstück mit dem Tacheles-Gebäude aus dem Immobilienpaket um die Oranienburger Straße zu lösen. (…) Die HSH Nordbank lehnt eine Sonderlösung für das Tacheles jedoch ab - die Zwangsversteigerung für das gesamte, 24 000 Quadratmeter große Gelände sei beantragt.(…) Wowereits Kulturverwaltung sieht auch erst nach der Zwangsversteigerung Chancen auf eine Lösung für das Tacheles. “Wenn der neue Eigentümer feststeht, werden wir unverzüglich mit ihm Kontakt aufnehmen und versuchen, zu vermitteln”, so Sprecher Torsten Wöhlert. Die Senatskulturverwaltung habe die HSH Nordbank aufgefordert, bis dahin das Tacheles zu dulden. “Wir rechnen nicht mit einer Räumung”, sagt Wöhlert.
Textquelle: http://www.welt.de/die-welt/regionales/article8216746/Aufschub-fuer-das-Tacheles.html
siehe auch: Kultur-Ballermann gegen Geld-Goliath
2010-06-29
Berlin Mitte Geschichte - 1848 - Erstürmung des Zeughauses

Arbeiter und Handwerker erstürmen das Zeughaus und bemächtigen sich der dort gelagerten Waffen, 14. Juni 1848

14. Juni: Nachdem der Magistrat am Vortag dem demokratischen Klub verboten hat, Geld für Bedürftige zu sammeln, steigert sich die Erregung der Massen. Mittags drängen sie zum Schloß und reißen die dort neu angebrachten Metallgitter ein. Als Bürgerwehr am Brandenburger Tor Arbeitslose mit Waffengewalt daran hindert, die Stadt zu betreten, wird erneut der Ruf nach Waffen laut. Eine schnell gebildete Delegation, begleitet von einer großen Menschenmenge, bringt diese Forderung dem Kommandeur der Bürgerwehr und dem Kriegsminister zur Kenntnis. Als schließlich die Bürgerwehr beim Zeughaus auf das Volk schießt, zwei Arbeiter tötet und mehrere verwundet, bricht der Sturm los. Arbeiter und Handwerker dringen in das von Bürgerwehr und Militäreinheiten besetzte Zeughaus ein und bemächtigen sich der dort gelagerten Waffen. Doch die Selbstbewaffnung bleibt nur eine spontane Verzweiflungstat. Unzureichende Organisation und mangelnde Kenntnis der notwendigen nächsten Schritte führen zur Niederlage dieser Aktion. Damit ist auch der ernsthafteste Versuch, die Revolution außerhalb des Parlaments weiterzutreiben, gescheitert.
18.-20. Juni: In Absprache mit dem Zentralkomitee für Arbeiter findet auf Einladung des Handwerkervereins in dessen Vereinsgebäude, Johannisstraße 4, der 1. Kongreß deutscher Handwerker- und Arbeitervereine statt. An ihm nehmen 69 Delegierte teil, die 91 Vereine in 72 Städten vertreten. Die Absicht des Zentralkomitees, den Kongreß zur Begründung einer überregionalen Arbeiterorganisation zu bewegen, mißlingt.
Quelle: R.Bauer, Berlin: illustrierte Chronik bis 1870, Dietz Verlag, 1988
siehe auch http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-unterdrueckung-der-demokraten und
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-mitte-geschichte-1848-barrikadenkaempfe-in-berlin
2010-06-22
Streetartisten machen sich rar …
in der AUGUSTSTRASSE und Umgebung - kein Wunder.
Doch man findet immer wieder ein paar neue Arbeiten, solang sie nicht geklaut oder von den Plakatwerbern überklebt werden …

bemalte Fliese von El Bocho - schnell geklaut - in der Großen Hamburger Strasse

Der 6en-Maler Rainer, auch bekannt als 6-_-.4rtist.com, auf einen umgefahrenen Spandauer Vorstadt Poller in der Linienstrasse


Sticker von Frank alias Stromausfall in der Auguststrasse

spring not dead von SP38 in der Auguststrasse

2010-06-06
