AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Bleiben Wedding, Moabit und Neukölln ?

Ein Blick auf den Immobilien-Kompass der Zeitschrift Capital

“Die besten Wohnlagen in Berlin - Mitte

Für zahlungskräftige Neu-Berliner der angesagteste Stadtteil: So gut wie alle alten Häuser sind aufwendig saniert; in die Baulücken haben private Investoren hochwertige Neubauten mit Laden-, Büro- und Wohnflächen gesetzt.
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Die Lage ist so begehrt, dass selbst Plattenbauten – einst für die DDR-Elite hochgezogen – noch stattliche Mieten erzielen. Schwierig ist es für Makler in Mitte mitunter, die hochwertigen Wohnungen und chicen Lofts direkt gegenüber diesen Zeugnissen sozialistischer Baukunst zu einem angemessen höheren Preis zu vermarkten. Schließlich wohnt das Auge mit.
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Wie stark die Preise innerhalb einer Straße schwanken können, zeigt sich an der Friedrichstraße. Während die 3,5 Kilometer lange Einkaufsmeile zwischen dem S-Bahnhof Friedrichstraße und der Leipziger Straße Eigentumsdachgeschosse für 5000 Euro und Mieten von 15 Euro zu bieten hat, fällt der Preis beinahe mit jedem Meter Richtung Norden.
Auf Höhe Torstraße sind Mietwohnungen schon für weniger als sechs Euro zu haben. „Der Preisunterschied dürfte sich jedoch in den nächsten Jahren verringern“, ist Oliver Schmachtenberg vom Allgemeinen Grund & Boden Fundus sicher. „Der nördliche Abschnitt holt mächtig auf.“ Nahe der einstigen Mauer, an der Chausseestraße, liegen die Mieten noch bei günstigen fünf bis sieben Euro. Viele zumeist unsanierte Mietshäuser haben sich clevere Projektentwickler bereits vor Jahren gesichert. Die werden wohl demnächst – umgewandelt in Eigentumswohnungen – auf den Markt kommen. Preise zwischen 2200 und 3000 Euro dürften realistisch sein. Makler prognostizieren hier mit die höchsten Preissteigerungen innerhalb der nächsten fünf bis acht Jahre.(…)
Neben dem Bezirk Mitte ist der Prenzlauer Berg das Wohnquartier mit den kräftigsten Preissteigerungen“, sagt Tatjana Schemmel von Engel & Völkers. Vor allem ausländische Investoren sehen noch erhebliches Potenzial und bieten für ein saniertes Mietshaus schon mal das 18- bis 20-Fache der Jahresnettomiete. Üblich ist ein Faktor zwischen 13 und 16. Gut ausgestattete Eigentumswohnungen mit Eichenparkett, Einbauküche und Aufzug kosten bis zu 3500 Euro je Quadratmeter. Noch vor einigen Jahren lagen die Höchstpreise bei maximal 3000 Euro. Mieter zahlen für 100 Quadratmeter zwischen 800 und 1200 Euro ohne Heizung und Nebenkosten.”

Quelle: Immobilien-Kompass - Capital

siehe auch die Artikel-Reihe über ‘Gentrifizierung in der Hauptstadt’ der Zeitschrift Jungle World

Die Avantgarde der Sanierung

Noch immer wird man als Krawattenträger in Kreuzberg 36 komisch angeschaut

2008-09-23 

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