AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Beflaggung

Beflaggung

Die Beflaggung des Hauses zu staatlichen Feiertagen wie den Feiern zum 1. Mai durch möglichst jeden Mieter gehörte zum Alltag in der DDR.
Noch heute sind in der Spandauer Vorstadt an machen Fenstern Halterungen für die Fahnen zu finden.

Beflaggung

Beflaggung

Diese “Fahnen-Raushängen” wurde als Loyalitätsbeweis eingefordert. Verweigerer wurden mit Argwohn beäugt.

Beflaggung

Beflaggt wurde mit der DDR-Staatsflagge oder der Roten Fahne, in der DDR wurde sie als Arbeiterfahne bezeichnet.

Beflaggungstage waren die staatlichen Feiertage:
1. Mai, dem Internationalen Kampf- und Feiertag der Werktätigen;
8. Mai, dem Tag der Befreiung;
7. Oktober, dem Tag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik;
und der 7. November, dem Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

Das “Flagge hissen” ist im vereinten Deutschland erst seit der Fußball-WM 2002 bei internationalen Fußballturnieren in Mode gekommen.

Flaggen-Installation im Rahmen einer Ausstellung der Galerie Eigen+Art, Auguststrasse 26:

Beflaggung

Die Installation “Schwarz Rot Gold” von Anna Schimkat besteht aus weißen Fahnen, aufgedruckt ist die Konstruktionsbeschreibung einer bundesdeutschen Nationalflagge.

2009-07-28

Was mir erzählt wurde:

“Ich hing immer nur die Arbeiterfahne raus … und zu Silvester waren die Halterungen gute Abschußplätze für Raketen” (M.K. aus Marzahn)

“Der Druck ließ dann in den 70er/80er Jahren nach, vor allem in Berlin. Was in der Provinz war, weiß ich nicht so genau; da war es garantiert piefiger.” (S.H. aus Pankow)

siehe auch:

Anordnung
über die Beflaggung von Dienstgebäuden und Betrieben.

Vom 28. September 1955

Zur Herbeiführung eines geordneten Verfahrens bei der Beflaggung in der Deutschen Demokratischen Republik wird folgendes angeordnet:

§ 1

(1) Alle Dienstgebäude der zentralen und örtlichen staatlichen Organe, der staatlichen Institutionen und Einrichtungen und die volkseigenen Betriebe sind ohne besondere Anweisung an folgenden Tagen zu beflaggen:
am 1. Mai, dem Internationalen Kampf- und Feiertag der Werktätigen;
am 8. Mai, dem Tag der Befreiung;
am 7. Oktober, dem Tag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik;
am 7. November, dem Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

(2) Zu anderen als den in Abs. 1 genannten Anlässen erfolgt eine generelle Beflaggung nur auf Anweisung des Ministers des Innern.

§ 2

Die Beflaggung zu besonderen Anlässen von örtlicher Bedeutung regelt der Rat des Bezirkes auf Vorschlag des Rates des betreffenden Kreises.

§ 3

Die Beflaggung erfolgt mit der Staatsflagge der Deutschen Demokratischen Republik und der Fahne der internationalen Arbeiterbewegung.

§ 4

(1) Die Beflaggung beginnt um 7 Uhr und endet bei Eintritt der Dunkelheit.
(2) Am 1. Mai, 8. Mai, 7. Oktober und 7. November beginnt die Beflaggung jeweils am Vortage um 12 Uhr und endet am nachfolgenden Tage um 7 Uhr.

§ 5

Die Beflaggung der Auslandsvertretungen der Deutschen Demokratischen Republik regelt das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten.

§ 6

Diese Anordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft.[1]

Berlin, den 28. September 1955

Ministerium des Innern
Maron
Minister

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