AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Auguststrasse 17

Auguststrasse 17

Die vor einem Jahr begonnene Gebäudesicherung der Auguststrasse 16 (Neubau der am schwersten geschädigten Konstruktionen, des Daches und der obersten Geschossdecke) ist abgeschlossen, das Baugerüst mit Stacheldraht wieder entfernt.
Im Zuge dieser Bauarbeiten wurde das ebenfalls der jüdischen Gemeinde gehörende Wohnhaus Auguststraße 17 entmietet.

Auguststrasse 17

Auguststrasse 17

Seit Jahren werden die verschiedensten Nutzungskonzepte für die Gebäude Auguststraße 11-16 diskutiert, aber “bei allen steht die Finanzfrage ganz obenan: Denn fünf bis sechs Millionen Euro würde alleine die Sanierung des Ahawah-Gebäudes kosten und die Herrichtung des gesamten Komplexes 16 bis 17 Millionen Euro. Erschwerend kämen noch die Auflagen des Denkmalschutzes dazu.” »Jüdische Allgemeine« vom 28.10.2010

siehe auch: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/das-gebaeudeensemble-auguststrasse-11-16

Auguststrasse 17
Blick vom Hof Kulturhaus-Mitte, Auguststraße 21

Bericht einer ehemaligen Bewohnerin der Auguststraße 17 :

“das haus war schon ewig marode, hinweise wurden ignoriert.
jewish claims conference wartete geduldig und schenkte es kurz vorm zusammenbruch der armen jüdischen gemeinde. wer hier geld hat, weiß keine sau. ich bin jedenfalls nicht antisemitisch.
offizielle version: die arme jüdische gemeinde hat auch das haus nebenan, die arbeiter merken, dass sich unser haus biegt. alle sofort raus, gefahr gefahr! das bauamt schlug die hände zusammen.
das raus sollte kurz vor weihnachten 2009 sein. am 25.12. lief der keller voll - die feuerwehr drehte einen dunklen hahn zu und sagte: das kennen wir - die machen das immer so. dann kamen weitere ultimata, es kam das gerüst, das das letzte licht wegnahm, und damit der stacheldraht. damit niemand übers gerüst nebenan klettert. menschen pinkelten und aasten vor die haustür. das gerüst wurde bis zu unserem auszug august 2010 nicht benutzt. naja, die armen waren auch überfordert mit dem bau und allem. das dach war offen, wohnungen leerten sich, das wasser fror ein…
die armen bauarbeiter nahmen unsere stühle, damit sie in der pause auch wo sitzen konnten. die arme berliner müllabfuhr kam nicht mehr durchs gerüst und ließ es bleiben - die armen ratten wollten dann auch was und fanden was. arme penner ließen sich nieder, arme kunststudenten hatten tolle ideen u.s.w. u.s.w..
und noch bevor wir alle rauswaren, begann irgendjemand, die wohnungen nach brauchbarem abzusuchen…
das arme haus steht unter denkmalschutz.”

Auguststrasse 17
Foto: von Bewohnerin der Auguststraße 17
Auguststrasse 17
Foto: von Bewohnerin der Auguststraße 17

2010-11-01

Ein Kommentar zu 'Auguststrasse 17'

Kommentare als RSS

  1. Frank sagt,

    am 2. Dez. 2010

    Hallo,
    wir wohnen in einem Haus in Kreuzberg und sind möglicherweise in einer ähnlichen Situation. Ich habe großes Interesse an einer Kontaktaufnahme zu ehemaligen Bewohnern des Hauses zwecks Erfahrungsaustausch und würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen!

    Frank
    ppunkgesang@web.de

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