AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Auguststr.48

Das Grundstück Auguststraße 48 wird jetzt bebaut.

Auguststr.48

Die herrschende städtebauliche Doktrin einer “dichten Stadt” und die Anstrengungen alle Spuren von Krieg und Teilung zu verwischen, führt dazu, das es bald keine Baulücke mehr in der Spandauer Vorstadt geben wird.
Investoren und Architekten freuen sich. Ich finde es schade, weil der einmalige Charakter der Gegend immer mehr verloren geht …

Auguststr.48

auguststr48_1.jpg

Auguststr.48

Foto unten: Januar 2007. Weiß noch jemand, wozu dieser “Metallsilo” mal diente?

2009-06-29

9 Kommentare zu 'Auguststr.48'

Kommentare als RSS


  1. am 29. Jun. 2009

    ich beklage auch diese fehlgeleitete Idee….

  2. mek sagt,

    am 30. Jun. 2009

    Mit “dichter Stadt” sind jedoch nicht die innerstädtischen Baulücken gemeint sondern die trostlosen Grünflächen um den Bauten der 70er Jahre, die den Menschen eine Art Naturidylle vorgaukeln sollte. Dass die Baulücken verschwinden ist wohl eher finanziellem Interesse zuzuschreiben. Weil bei innerstädtischen Baugrund überall Rendite gesehen werden.
    Dass die Baulücken verschwinden finde ich auch ein wenig schade, ist Berlin für mich doch immer noch die “Große Graue” mit ihren Brandmauerästhetik. Aber das werden die die meisten Stadtplaner/Architekten nie verstehen.

  3. Flo sagt,

    am 30. Jun. 2009

    Wieso müssen (subjektiv) hässlich Baulücken an die Vergangenheit erinnern?

    Ich finde die Schließung von Baulücken sorgt dafür, dass Berlin als eine ungeteilte Stadt weiter zusammenwächst. Das Zeitalter der Diktaturen und der Propaganda ist vorbei und die Berliner “rücken” wieder enger zusammen.

    Ich finde das ist eine passende Metapher für die Entwicklung in der Gegenwart. Diese Entwicklung zu stoppen hieße die Vergangenheit über die Gegenwart zu stellen und das ist sie nicht wert.

    P.S.: Der Baulärm nervt mich auch aber der schallgedämpfte Presslufthammer ist leider noch nicht erfunden worden.

  4. pro sagt,

    am 2. Jul. 2009

    In diesem verarmten und zerrissenen Berlin müsstet ihr euch doch über jeden Investor freuen, der den Ruinencharme beendet. Jede Baulücke in der Stadt ist eine zu viel. Schließlich hat Berlin immer noch eine Million Einwohner weniger als 1939.


  5. am 3. Jul. 2009

    \\\”Viele Menschen kommen nach Berlin, weil sie einen Stadtraum vorfinden, der Bruchstellen aufweist. Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit vorzufinden, das ist näher am Leben der Menschen als die Kontinuität und Einheit, die sie andernorts erleben müssen.\\\”
    Einen schönen Artikel zu dieser Diskussion findet Ihr grade aktuell bei:
    http://abriss-berlin.de/blog/2009/06/30/berlin-trummer-und-zerrissenheit/


  6. am 4. Jul. 2009

    Sind Baulueken wie gebrochene Zaehne?

  7. DJ Tüeddel sagt,

    am 9. Jul. 2009

    Nee, oder hast du schon mal mit Häusern gegessen?

    Von Jochen Schmidt hatte es übrigens einen schönen Text über das wichtige Wesen Berliner Baulücken gegeben. In der Zitty vom 23. April, doch leider nicht im Netz lesbar. Hier eine kleine und passende Kostprobe:

    “Eigentlich war Lücke das falsche Wort, denn anders als bei einer Zahnlücke, fehlte einem ja nichts. Die Baulücken machten den Charme des Stadtbilds aus, ein Vorrat an Hoffnung. (…) Dass es ‘Lücken’ sein sollten, bemerkte man erst, als in den 90ern Schilder mit abstoßenden Bauvorhaben davor gehängt wurden. (…) In Ostberlin, das keine Zeit ohne Finanzkrise gekannt hat, fehlte meist das Geld, die Lücken zu bebauen. Krisen sind Atempausen für die Stadt.”

  8. Dampfgassen sagt,

    am 23. Jul. 2009

    Froh können wir über diesen Bauwhn sicher nicht sein.
    Alles was diese Stadt ausmacht wird zugepflastert mit “Allerwelts-Bauten” die typische Charakteristik der Stadt Berlin (was sie ja auch für Nichtberliner so anziehend macht) soll verwischt und versteckt werden.

    Das Wir diese Lücken Brauchen kann man nicht verstehen wenn man nicht damit aufgewachsen ist, diese Baulücken und offenen Hinterhöfe sind ein Paradies für kinder und jeder der die Stadt auf seine weise entdecken will.

    Für mich ist das untrennbar mit berlin verbunden, ohne diese Kontraste wär die Stadt sicher um einiges ärmer an Geschichte/Kultur. ich will nich das ein zweites München hier gebaut wird.
    Wer diese Spuren verwischen will ist ignorrant gegenüber der Bevölkerung die diese neuen Beton- Glastempel, die dann eh zur hälfte leerstehen, nicht braucht.

  9. Monika sagt,

    am 27. Aug. 2009

    ich bin jeden Tag an dieser vermüllten Baulücke vorbeigegangen.
    Es ist schön, dass diese jetzt bebaut wird.
    Über die geplante Architektur kann man sicher streiten, auf jeden Fall lt. Bauschild besser als die Bauten rechts und links
    Wäre natürlich auch schön gewesen, wenn man das alte Metallsilo irgendwie in den Hof integriert hätte.

Kommentar hinterlassen: