AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Aufmerksamkeit erreicht man erst dann, wenn es ordentlich rumst …

Brunnenstrasse 183

Mit den gleichen Argumenten wie bei der Liebigstrasse 14 in Friedrichshain, “Durchsetzung der Rechte des Hausbesitzers”, wurden in Alt-Mitte am 24. November 2009 die Bewohner und der Umsonstladen der Brunnenstrasse 183 auf die Strasse gesetzt und das Haus unbewohnbar gemacht. Der Hausbeitzer, ein Arzt aus Passau, hatte das Haus im Sommer 2006 gekauft. Einen Bauantrag hat der Passauer bislang nicht gestellt, teilte das Büro für Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte den Tagesspiegel mit. Bisher gebe es nur einen Vorbescheid vom November 2009, über den Umbau und die Erweiterung des Hauses zu einem Mehrgenerationenprojekt. Seit der Zeit gammelt das Haus vor sich hin. Wäre es nicht auch für die Bausubstanz besser, das Haus wäre bewohnt?

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Stellt euch vor eine bewaffnete Knüppelgarde schmeisst euch um 8 Uhr früh aus eurer Wohnung. 1000 Bullen werden es sein, alle kopflos!

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gesehen letzte Woche in Kreuzberg, Gneisenaustrasse

Kuno Haberbusch, Ex-Westberliner Hausbesetzer, leitete beim NDR unter anderem die “Panorama”- und “Extra 3″-Redaktion sowie das Medienmagazin “Zapp”, derzeit Leitender Redakteur der Abteilung Dokumentation und Feature:
“Nein, ich mochte sie nicht, die Militanten, Autonomen, Steinewerfer.
Trotzdem musste ich zugeben, dass ein Steinwurf manchmal das beste Argument war, um Öffentlichkeit herzustellen. Aufmerksamkeit für seine Ziele erreicht man leider erst dann, wenn es ordentlich rumst: ein blöder Zwiespalt, der bis heute alle Bewegungen gleichermaßen kennzeichnet. Um stark zu bleiben, mussten wir mit den Autonomen zusammenarbeiten, auch wenn uns nicht viel mehr verband als die Wut auf den Staat. Eine Wut, die in dem Maße wuchs, in dem wir schikaniert wurden. (…) Ob ich damals selbst einen Pflasterstein in die Hand genommen und ein Schaufenster eingeworfen habe? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht mehr. Aber ich verspürte eine solche Ohnmacht, dass ich gern geworfen hätte. Und ich konnte jeden verstehen, der geworfen hat.”
aus: “Mit dem Schlagstock sozialisiert”

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In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurden in der Alten Schönhauser Straße Fensterscheiben von Modegeschäften mit Steinen beschmissen.

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Über die Berichterstattung in den Medien und den parteipolitischen Stellungnahmen:
Gentrification Blog, Berlin: Die Liebig 14 und der kommende Aufstand

2011-02-06

Ein Kommentar zu 'Aufmerksamkeit erreicht man erst dann, wenn es ordentlich rumst …'

Kommentare als RSS

  1. Milhouse sagt,

    am 7. Feb. 2011

    Was für eine verlogene Bilderserie.

    Zeigt doch auch die kaputten Fenster vom Buchladen und vom Klavierhändler!

    So eine beschissene Aktion zu verbrämen ist doch ätzend. Da fühlt sich ne Gruppe halbstarker Linker total subversiv und kümmert sich einen Scheiß drum, welchem Ladenbesitzer sie gerade heftigen Schaden zufügen. Und Salonlinke bejubeln das als “kommenden Aufstand”.

    Aber das ist dann wohl Kollateralschaden …

    Rschreckend und zum Kotzen.

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