AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Chinatown Junkfood

67 Sixtyseven Junkfood

In der ansonsten sterilen Rosenthaler Straße ist dieses neue Restaurant eine echte Bereicherung fürs Auge: ein bisschen Chinatown in der Spandauer Vorstadt.

67 Sixtyseven Junkfood

67 Sixtyseven Junkfood

67 Sixtyseven, Restaurant, Rosenthaler Str. 67

Die neuen Läden in den sanierten WBM-Plattenbauten gegenüber:

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siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/noch-mehr-shoppen

2016-10-25

Völkisch ist kein Attribut zu Volk

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Werbung gesehen im U-Bahnhof Rosenthaler Platz, September 2016

“Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.”
VICTOR KLEMPERER

Der Begriff “völkisch” sollte nicht mehr so negativ verstanden werden, meint Frauke Petry, die Vorsitzende der Partei AfD. Man müsse “daran arbeiten, dass dieser Begriff wieder positiv besetzt ist”, sagte sie der Welt am Sonntag am 11.September 2016.

Am 12.09. startet die erste gemeinsame Kampagne der Welt/N24-Gruppe. Von „Welt de“ über die Sonntagszeitung bis zu N24 unter dem Motto „Check die Welt“.
Gestaltet wurden die Motive von der Werbeagentur Jung von Matt.

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“Der Begriff völkisch ist kein Attribut zu Volk (= völkisches Volk), sondern ein von Volk abgeleitetes Adjektiv. Aber bedenklich ist die Leugnung der Semantik von völkisch und die Idee, mittels Umdeutung das Völkische rehabilitieren und auf die politische Agenda setzen zu können.

Der Begriff völkisch ist als Lehnübersetzung von lat. popularis im 15. Jahrhundert belegt. Aber erst seit der Reichsgründung 1871 kam das Wort als Konkurrenz zu national auf und setzte sich mit dem Aufkommen der Völkischen Bewegung, deren Ziel eine ethnisch und kulturell homogene Nation war, immer mehr durch.

Wesentlicher Bestandteil der völkischen Ideologie war das Rassendogma, das dann auch im Nationalsozialismus in der Doktrin einer »völkischen Weltanschauung« niederschlug, wenn Hitler selbst auch »die Sammel­be­zeich­nung völkisch« ablehnte. ”
http://gfds.de/gfds-voelkisch-ist-rassistisch/

Der Sozialwissenschaftler Helmut Kellershohn nennt sieben Kernelemente eines völkischen Nationalismus:

1. die Gleichsetzung von Volk und Nation bzw. die Vorstellung einer nach rassistischen Kriterien homogenen Nation
2. die Überhöhung des Volkes zu einem Kollektivsubjekt und die Unterordnung spezifischer Interessen unter dem Primat der „Volksgemeinschaft“
3. die Rechtfertigung eines „starken“ Staates, der die Volksgemeinschaft mittels national gesonnener Eliten und/oder einer charismatischen Führerfigur organisiert
4. die Heroisierung des „Volksgenossen“, also jenes „anständigen Volksgenossen“, der sich mit Leib und Seele in den Dienst seiner Volksgemeinschaft stellt und für diese Opfer bringt
5. die völkische oder rassistische Konstruktion eines „inner(staatlich)en Feindes“, der für Rückschläge bei der Realisierung der Volksgemeinschaft verantwortlich gemacht wird und als negative Projektionsfläche für die Volksgemeinschaft eine identitätsstiftende Funktion hat
6. ein biopolitisches Verständnis des „Volkskörpers“, das diesen durch Bevölkerungspolitik gesund und kräftig erhalten bzw. machen will
7. ein chauvinistisches Machtstaatsdenken.

Helmut Kellershohn: Das Projekt Junge Freiheit. Eine Einführung, in: ders. (Hrsg.): Das Plagiat. Der Völkische Nationalismus der Jungen Freiheit, Duisburg 1994, S. 17–50.
(zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkischer_Nationalismus)

2016-10-05