AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die Hackeschen Höfe und die Touristifizierung der Spandauer Vorstadt

Hackeschen Höfe

Schaut man in Berlin-Reiseführer der frühen 1990er Jahre, so werden als Sehenswürdigkeiten von Berlin-Mitte unter anderem die Sophienkirche, die Synagoge sowie der Alte Jüdische Friedhof empfohlen.
Erst die Sanierung der Hackeschen Höfe ab 1995 brachten die Spandauer Vorstadt im gesamten als eigenständige Sehenswürdigkeit in die Reiseführer - Ende der 1990er Jahre gehören die Höfe zum Pflichtprogramm für Berlin Besucher.

1991 ging die Immobilie nach einem Restitutionsanspruch an die Erbengemeinschaft Jakob Michael, die verkauften 1994 an den Heidelberger Bauunternehmer Roland Ernst und den Düsseldorfer Immobilienunternehmer Dr. Rainer Behne.

Hackescher Markt

“Die Geschichte des Nachwende-Berlins wäre ohne Roland Ernst nicht zu erzählen. Der Projektentwickler aus Heidelberg war einer der Ersten, die nach dem Umbruch von 1989/90 die großen Chancen auf dem Immobilienmarkt erkannten und entsprechend handelten, die ihre Emissäre in die Grundbuchämter schickten, um ausspähen zu lassen, wem welches Grundstück gehörte und welches möglicherweise zu kaufen war. (…) Das Investitionsvorranggesetz begünstigte die Schnellen unter den Entwicklern – und Roland Ernst war einer der ganz schnellen. Aber auch einer, der die Möglichkeiten der Gesetze überstrapazierte, mitunter zu weit. Er wurde später des Betrugs, der Bestechung und Steuerhinterziehung verdächtigt und saß deshalb im Gefängnis.”
http://www.welt.de/regionales/berlin/article125132740/Die-grossen-Bauherren-des-Berliner-Monopolys.html

Fotos: gesehen im Berliner Legoland Herbst 2014

2015-01-29

Schiffbauerdamm 13 und 15

schiffbauerdamm0.jpg

schiffbauerdamm1.jpg

Zur Zeit wir der Schiffbauerdamm 13 und 15 abgerissen, um Platz zu machen für einen Neubau der Bundestagsverwaltung. Der Plattenbau, vor der Wende Sitz des DDR-Umweltministeriums, bot die letzten Jahre günstigen Büroraum für kleine NGOs.
siehe auch:
Nur Lobbyisten im Zentrum

schiffbauerdamm4.jpg

schiffbauerdamm3.jpg

“„Der Abriss ist jetzt erforderlich, weil der Senat eine neue Straße vom Schiffbauerdamm an der S-Bahntrasse entlang baut“, sagt Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. ”
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/spreebogen-berlin-platte-am-schiffbauerdamm-kommt-weg,10809148,26558330.html

schiffbauerdamm5.jpg

schiffbauerdamm2.jpg

2009 hatte das Berliner Architekturbüro Kusus + Kusus einen städtebaulichen Wettbewerb für das Areal gewonnen. Neben Flächen für die Bundestagsverwaltung sind entlang des Stadtbahnviadukts auch Wohnungen, Restaurants, Cafés sowie Büros geplant.
“Der „Luisenblock“ wird eine gewaltige Baustelle: Sieben Blöcke mit 80 000 bis 100 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstehen hier. Der Bundestag baut „Reserveflächen“ – wie diese genutzt werden, steht noch nicht fest.”
http://www.tagesspiegel.de/berlin/baustelle-berlin-band-des-bundes-wird-vollendet/1605932.html

2015-01-21

Achtung Fremde

Vor kurzem wurde bei uns im Haus eingebrochen und die Polizei hängte dieses Plakat ins Treppenhaus.

achtung einbrecher

Den Satz “Achten Sie auf Fremde in Ihrer Straße” sollte die ‘Direktion 3 - Öffentlichkeitsarbeit und Prävention‘ nochmal überdenken.

achtung einbrecher

“Das Fremde bezeichnet etwas, das als abweichend von Vertrautem wahrgenommen wird, das heißt aus Sicht dessen, der diesen Begriff verwendet, als etwas (vermeintlich) Andersartiges oder weit Entferntes. Fremdheit kann je nach persönlicher oder sozialer Disposition Zugewandtheit im Sinne von Interesse bis hin zur Sehnsucht, oder dem entgegengesetzt Abwehr im Sinn von Angst bis hin zur Aggressivität hervorrufen (vgl. Xenophilie versus Xenophobie).
(…)
Im deutschsprachigen Recht werden Nichtzugehörige zu einer bestimmten sozialen Gruppe als „Fremde“ bezeichnet.”

https://de.wikipedia.org/wiki/Fremde

2015-01-07