AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Eingriffe in die Versammlungsfreiheit

filmen.jpg
Gesehen in der Auguststrasse - Polizei kann zoomen und speichern

Ach ja - die Berliner Polizei darf Demonstrationen in der Hauptstadt filmen und fotografieren.

“Nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofes des Landes [im April 2014] müssen dafür aber bestimmte Bedingungen erfüllt sein und die Aufnahmen dürften nicht dauerhaft gespeichert werden.
Das Urteil ist kein Freibrief für grundsätzliche Videoaufnahmen der Polizei bei Demonstrationen. Die Richter stellten klar, dass diese Maßnahmen ein Eingriff in die Versammlungsfreiheit darstellen und möglicherweise sogar dazu führen können, dass sich Menschen eingeschüchtert fühlen und deswegen gar nicht an betroffenen Demonstrationen teilnehmen. (…) Ein Polizeivertreter gab an, Einsatzkräfte hätten im vergangenen Jahr dreimal nach dem neuen Recht gefilmt, zweimal am 1. Mai und einmal am 24. August bei einer Demonstration.”
Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/urteil-in-berlin-polizei-darf-bei-demonstrationen-filmen.1818.de.html?dram:article_id=282625

Der Kurier gestern mit einer Satire zum 1.Mai (oder meinen die das ernst):
“Wer sind eigentlich diese Autonomen?”
Da heißt es dann u.a.:
“Der Autonome möchte alles – und zwar am liebsten umsonst. Bedingungsloses Grundgehalt für alle (auch ohne Arbeit), kostenloser öffentlicher Nahverkehr, auch kostenloses Zusammenleben in Wohngemeinschaften ist nach Ansicht der Autonomen ein Grundrecht.(…)
Seit den üblen Ausschreitungen im Mai 1987 missbrauchen Autonome den Feiertag der Arbeiterklasse immer wieder für ihre Randale-Ziele. Traditionell flogen vor allem in Kreuzberg Flaschen und Steine, wurden Barrikaden gebaut und Geschäfte geplündert. Nach der Wende verlagerten sich die Krawalle vorübergehend nach Friedrichshain und Prenzlauer Berg. Doch seit diese Bezirke von gut verdienenden Weltverbesserern übernommen wurden, konzentrieren sich die Autonomen wieder auf Kreuzberg.”

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-1mai-1987

2014-04-30

Vernichtung preiswerten Wohnraums

Kleine Auguststrasse 2

Dach- und Fassadenarbeiten an der Kleinen Auguststrasse 2-3 sind nun abgeschlossen. Hier wird ein 7-Familienhaus zu einen Einfamilienhaus umgebaut.

1500 Meter entfernt, in der Belforter Straße (Prenzlauer Berg) wurden letzte Woche 20 preiswerte sanierte Mietwohnungen abgerissen um einen Luxuswohnprojekt Platz zu machen.
Da wird es dann Eigentumswohnungen ab 900.000 € geben.

Belforter Strasse

Belforter Strasse

belforterstr_2a.jpg

“Von der Bezirkspolitik fühlen sich viele der betroffenen Mieter/innen verraten und verkauft. Denn ursprünglich sollten der Abriss und die Umgestaltung des bauhistorisch bedeutsamen Ensembles durch eine im Mai 2011 erlassene Erhaltungsverordnung verhindert werden. Auf Grundlage der Erhaltungsverordnung konnte der Bezirk die Bauvoranfrage abschlägig bescheiden. Dagegen ging der Investor juristisch vor und machte Schadensersatzansprüche von bis zu 15 Millionen Euro geltend. Die ersten Verhandlungstermine hätten für den Bezirk und das Land hohe Risiken gezeigt, den Rechtsstreit zu verlieren, erklärte der Pankower Bezirkstadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (B90/Grüne), auf Nachfrage.”(Mieterecho)

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/kleine-auguststrasse-2-3-vom-mietshaus-zum-einfamilienhaus
http://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2013/me-single/article/zweifelhafte-kuendigungen.html

https://www.youtube.com/watch?v=BumoJ6aYP0c#t=93

2014-04-15

Shoppst Du noch ?

Shoppst Du noch
gesehen am Hackeschen Markt

“Der Konsumismus hat der Selbstdarstellung, der Kunst des Scheins, der Inszenierung des Alltäglichen, dem lächerlichen Glanz des Leidens am Überleben Maßstäbe auferlegt. Er hat den Preis der Menschen am Preis der Dinge ausgerichtet, für die ihre Kaufkraft ausreicht.
Und so hat sich, mit zunehmender Verblödung durch die Werbung, der Modekult zum Auszeichnungs- und Ausschlusskriterium erhoben. Der Markt übt auf die Kinder einen solchen Einfluss aus, dass an die Stelle des Wunsches, man selbst zu sein, jene Lust am Schein tritt, die auf Konkurrenz basiert und Aggressivität, Frustration, Gewalt und Raubinstinkt hervorbringt. (…)

konsumismus2.jpg
Spielwarengeschäft gesehen in Leipzig

Sicherheit ist eine kommerzielle Dienstleistung, die dem verkauft wird, der darauf verzichtet zu leben, um sich dafür eine Scheinexistenz zu kaufen. Der ‘Geniestreich’ des Konsumismus bestand darin, aus der Angst, es könne an allem fehlen, und der Unzufriedenheit darüber, nie genug zu besitzen, Profit zu schlagen.
Der Unzufriedene stürzt sich in die Tröstungen des Habens, aber die Leere wird nie gefüllt, weil die ständige Gefährdung der Kaufkraft die Frustration noch steigert. (…)

Die Angst entspingt hier nicht einer drohenden Hungersnot, sondern einen künstlich geschaffenen Bedürfnis nach dem allerneusten Schnickschnack. Dass ist die Freiheit, auf die der Einfluss der Ökonomie die Demokratie reduziert hat. Aus dem Kampf um Emanzipation ist ein Ringen um Besitztümer geworden, bei dem Schuhe einer berühmten Marke denselben Raubreflex auslösen wie auf der internationalen Ebene Erdöl, Weltmeere und Regenwald. (…)

Noch ist das Prinzip der Kostenlosigkeit keine Forderung. Es wird eine werden. Das Bewußtsein breitet sich aus, dass der öffentliche Dienst, das Bildungs- und Gesundheitswesen, Boden und Trinkwasser, natürliche Rohstoffe und erneuerbare Energien jedem kostenlos zur Verfügung stehen müssen. Die Kostenlosigkeit des Lebens ist die Waffe, die der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende machen wird.”

Aus Raoul Vaneigem, Zwischen der Trauer um die Welt und der Lust am Leben, Hambug 2011

2014-04-07