AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Kein Durchgang zur Oranienburger Strasse

Auguststrasse 47b - Das Verschwinden der Brachen

Auguststrasse 47b

Auguststrasse 47b

“Das Verschwinden der Brachen ist im doppelten Wortsinn ein Symptom der Verdrängung. Wo die Brachen bebaut werden, fängt das Vergessen an. Wo die Lücken noch sichtbar sind oder man sich an sie erinnert, fangen die Gespräche an.”
Ulrich Gutmair, Die ersten Tage von Berlin, 2013

Auguststrasse 47b

2013-07-18

Film „Berlin – Auguststraße“

“Nur wenige Wohngebiete in Berlin haben sich, nein: wurden in den vergangenen dreißig Jahren so radikal verändert wie die Spandauer Vorstadt.
Der Wandel ist um so bemerkenswerter, als er nicht – wie etwa am jenseits der einstigen Sektorengrenze gelegenen Gesundbrunnen – unter einem umfassenden Austausch der Bausubstanz geschah. Im Gegenteil: Rund um Oranienburger und heutiger Torstraße sind die alten Häuser zum großen Teil erhalten geblieben.
Sie wurden renoviert, saniert, restauriert und mehr oder minder behutsam durch Neubauten ergänzt. Sehr viel weniger behutsam war der Umgang mit der Bevölkerung: Sie wurde weitgehend vertrieben.

Film Berlin Auguststrasse

Wie es in der und rund um die Auguststraße aussah, bevor diese zur schicken Galeriemeile und zum Paradebeispiel für Gentrifizierung mutierte, wie man hier lebte und wer hier wohnte, dokumentierte Günter Jordan 1979 in seinem abendfüllenden Film „Berlin – Auguststraße“. Das besondere Augenmerk des 1941 geborenen DEFA-Regisseurs lag dabei auf den Kindern: Fünft-, später Sechstkläßlern aus der damaligen Bertolt-Brecht-Oberschule n der Auguststraße (im Gebäude der ehemaligen jüdischen Mädchenschule).
Jordan beobachtete die Kinder bei der Vorbereitung eines Schulfestes, bei der Auseinandersetzung mit ihrem ambitionierten, für DDR-Verhältnisse überraschend anti-autoritär wirkenden jungen Klassenlehrer und bei „gesellschaftlicher Tätigkeit“ ebenso wie bei unbeaufsichtigter Freizeitgestaltung. Er fragte sie nach ihrem Leben und ihren Vorstellungen und zeigte, wie sie ihr Viertel in Besitz genommen hatten, allen Problemen nicht nur mit den maroden Häusern zum Trotz. Damals wegen des gezeigten Milieus und Ambientes nicht allzu wohlgelitten, ist der ebenso eigenwillig wie hintersinnig mit Musik von Hanns Eisler versehene Schwarzweißfilm heute ein bedeutendes Zeugnis einer verschwundenen Welt.
„Berlin – Auguststraße“ ist die vierzehnte Berlin-Film-Rarität des Monats, die Berlin-Film-Katalog im Brotfabrikkino präsentiert.”
Mehr zu dem Projekt unter www.berlin-film-katalog.de.

Vom 4.-10 Juli 2013 täglich um 19 Uhr im Brotfabrikkino, Caligariplatz 1, 13086 Berlin (Pankow/Weißensee). Straßenbahnlinien: M 2, 12, M 13, Buslinien: 156, 158
www.brotfabrik-berlin.de

Quelle: Flyer www.berlin-film-katalog.de

2013-07-03

Sicherheits-Kunst

Sicherheits-Kunst
gesehen in der Auguststrasse

“So sehr wir daran gewöhnt sind, wir sollten doch nicht das Gefühl für den beklemmenden Widersinn der Tatsache verlieren, daß die Einwohner einer heutigen Großstadt, um friedlich auf der Straße gehen und ihre Geschäfte besorgen zu können, einen Polizisten brauchen, der den Verkehr regelt. Der “ordnungsliebende Bürger” glaubt in seiner Harmlosigkeit, daß diese “Organe der öffentlichen Ordnung”, die für die Ordnung ins Leben gerufen sind, sich damit begnügen werden, immer die Ordnung herzustellen, die ihm zusagt. Aber es wird unvermeidlich dahin kommen, daß sie selbst die Ordnung bestimmen, die sie herstellen - und das wird zuverlässig die sein, die ihnen paßt.” (José Ortega y Gasset, 1929)

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verstaatlichung-des-lebens

2013-07-01