AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die Hauptstadt braucht neue Berlin-Souvenirs

DU - Berlin-Souvenirs

meint die ‘Berlin Partner GmbH’
“Gesucht werden neue, außergewöhnliche Souvenirs, die eindeutigen Bezug zu Berlin haben und als Berlin-Produkt erkennbar sind.”

2013-02-25

Kreuzberg wehrte sich gegen Zwangsräumungen schon vor 150 Jahren

In der Oranienstraße 64 betreibt Schankwirt Schulz ein florierendes Bierlokal. Harfenspielerinnen sorgen für Stimmung und Umsatz. Alles in bester Ordnung, wenn sein Hauswirt, Schneidermeister Steffen, nicht zum Monatsende gekündigt hätte. Wegen kontraktwidrigen Einbaus zweier eiserner Öfen. Die „Exmittierung” — das damalige Wort für Räumung — steht unmittelbar bevor, als am 29. Juni 1863 die empörte Gästeschar ihrem Kneipier zu Hilfe kommt. Tatkräftig.
Zunächst wirft man dem kleinlichen Hauswirt mal die Fensterscheiben ein. Dabei soll es nicht bleiben. Herbeilaufende Schutzmänner erhalten, wie dem späteren Polizeibericht zu entnehmen ist, einen unfreundlichen Empfang.
„Die Mannschaft wurde mit Gläsern und Flaschen beworfen, und die Ausschreitungen der Menge wurden schließlich so stark, daß die Straße mit Hülfe der blanken Waffe gesäubert werden mußte.”
Das Vorgehen der Ordnungshüter mit dem blanken Säbel hat die Lage nicht beruhigt. Vier lange Kreuzberger Nächte rund um den Moritzplatz sind die Folge. „Die Polizeiorgane wurden nicht nur beschimpft, sondern es wurde auch aus den Häusern mit Steinen nach ihnen geworfen. Um das Einschreiten der Berittenen zu erschweren, wurden Rinnsteinbohlen und abgerissene Bauzaunbretter zusammengeschleppt. Man zerschlug die Straßenlaternen, brach die Brenner ab und entzündete das ausströmende Gas, so daß mächtig auflodernde Flammen von den verübten Gewaltthätigkeiten weithin Kunde gaben.”

Am Abend des 3. Juli richtet sich der Zorn gegen zwei Zivilbeamte. Von Umstehenden als Schutzmänner erkannt, entkommen sie mit Müh und Not in das Haus Prinzenstraße 37, wo ein Kollege wohnt. Den nachdrängenden Verfolgern tritt Polizeileutnant Hoppe in den Weg. Verprügelt und seines Säbels verlustig, muß er bald selber flüchten. In seine nahe Wohnung, Prinzenstraße 40, welche nun ebenfalls belagert wird.

Quelle:
Berger, Joachim, Berlin freiheitlich & rebellisch, Berlin 1987, S.103
Manfred Gailus, Pöbelexzesse und Volkstumulte in Berlin, Berlin, 1984

zur Blockade am 14.02. in Kreuzberg:

http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/

update:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/protest-in-der-lausitzer-strasse-gegen-zwangsraeumung-in-kreuzberg,10809148,21760286.html

2013-02-13

update 14.02.:

Berliner Zeitung: Kommentar zur Zwangsräumung - Ein maßloser Einsatz
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/kommentar-zur-zwangsraeumung-ein-massloser-einsatz,10809148,21820960.html

Deutschlandfunk: Vor der Tür - Initiative unterstützt Mieter
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/02/14/dlf_20130214_1945_e7dd75ec.mp3

Zwangsräumung um jeden Preis - Widerstand wächst [Bericht]
http://www.youtube.com/watch?v=dyEslndd4UY

Wickelkunst

Wickelkunst Installation

Installation am Rosenthaler Platz

Wickelkunst Installation

Wickelkunst Installation

2013-02-10

Wohnen in der Stadtmitte

Kleinen Rosenthaler Strasse 9

Der Luxus-Plattenbau in der Kleinen Rosenthaler Straße 9 wurde schnell hochgezogen.

Kleinen Rosenthaler Strasse 9 /  Linienstrasse 206

Eine Bewohnerin des Hausprojektes Linienstraße 206 hat im Dezember eine Räumungsklage bekommen und der Tagesspiegel meinte die Tage “Es gibt kein Grundrecht auf Wohnen in der Stadtmitte!”.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/kleine-rosenthaler-str-9

2013-02-06