AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Besser Wohnen

Besser Wohnen
gesehen in der Bergmannstraße

“Jung, hip, stylisch, rebellisch, unangepasst und kreativ. (…) Wir sind die Macher, die Kreativen, wir verwandeln die Stadt so wie sie uns gefällt. Berlins experimentelle Tage sind vorbei. Die 1990er sind nur ein Randphänomen in den Geschichtsbüchern. Berlin hat seinen Rang als Hauptakteur im globalen Markt zurückerobert.(…)

Lassen Sie uns gemeinsam von der Vergangenheit Abschied nehmen, ihren schmierigen Punks, ihren Hartz IV- Abhängigen, ihren Parkbank-Alkoholikern, Leuten, die einfach zu wenig in der Tasche haben für Style, ihren muffigen Wohnungen und ihren jämmerlichen Hunden.(…)
Willkommen in Ihrem Leben in New Berlin!
BeBerlin: be inspired and be desired. Wo andere heute mieten können, können Sie morgen Eigentümer sein! Ein diverser Mix von Leuten, so wie Sie! Ein Zusammenleben in Harmonie –
lediglich in separaten Komfortzonen.

We are the 100% percent!

Sie sind herzlich eingeladen zu unserem exklusiven Public-Event, entdecken Sie Ihre Möglichkeiten:

02.Februar 2013 16:00Uhr:
Markt der Möglichkeiten auf dem Bersarin Platz”

http://besserwohnen.blog.com/

02.Februar 2013
Aktionstag gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und Verdrängung
ab 12 Uhr in Friedrichshain, Lie­big-​ Ecke Ri­ga­er Stra­ße

2013-01-31

Mythos Auguststrasse

Auguststrasse

Im aktuellen BERLIN BUCH des Tagesspiegel-Stadtmagazins ‘Zitty’ erläutert Claudia Wahjudi in einem Gespräch mit dem ehemaligen Auguststraßen Galeristen Friedrich Loock (Galerie Wohnmaschine), mit Jutta Weitz, Ben de Biel und dem Kunsthändler Judy Lybke, wie der ‘Mythos Auguststraße’ entstand.

‘Warum wurde dann ausgerechnet die Auguststraße zur Kunstmeile? Es gab doch so viele Straßen in der Nachbarschaft mit leeren Wohnungen und Läden.’
FRIEDRICH LOOCK: “Das lag an den damaligen Schlüsselfiguren, zum Beispiel an Jutta Weitz. Sie arbeitete in der Wohnungsbaugesellschaft Mitte, die fast alle Immobilien in Mitte verwaltete. Jutta hat die ganze Rückübertragung begleitet und mitgesteuert. Man wusste damals einfach: Dieses Haus wird den Besitzer wechseln oder ist in Restitution, das dauert vielleicht noch ein halbes Jahr. Und Jutta entschied: So lange nutzt Künstlerinitiative X oder Initiative Y die Räume und zahlt dafür nur die Betriebskosten – hier ist der Schlüssel. Kündbar innerhalb eines Monats, aber so lang tobt Euch aus. Jutta Weitz hatte auch für die heutigen Kunst-Werke ein Konzept auf dem Schreibtisch – für ein Bodybuilder-Center. Sie ist jedoch zu Klaus Biesenbach gegangen, der wenig später dort die Kunst-Werke gründen sollte.

JUTTA WEITZ: “(…) Die Auguststraße war interessant, weil sie zwischen Tacheles und Eimer lag. Da ist man damals automatisch durchgelaufen.(…) Damals haben sehr viele Menschen in Mitte Räume gesucht. Und am Anfang war der Bestand der WBM unheimlich groß, fast ganz Mitte. Ich hatte schnell mitgekriegt, dass die im Kunstbereich andere Möglichkeiten haben als etwa eine Tischlerei. Handwerker brauchen langfristige Mietverträge, weil sie Gewerbeauflagen erfüllen müssen. Die konnten wir aber oft nicht geben, weil die Eigentumssituation der Häuser unklar war. Ateliers und Galerien dagegen haben wenige Auflagen. Und wenn, dann hat sich niemand dran gehalten.(…) Um Zwischennutzung als Instrument der Stadtentwicklung ging es damals nie. Erst später wurde es so gesehen. Damals hat sich das zufällig entwickelt. Als Einzelfallentscheidung.”

(…)

FRIEDRICH LOOCK: “Das war vielleicht auch das Besondere an Berlin-Mitte. In Prenzlauer Berg saßen die alten Ostszene-Leute auf ihrer Ostszene und in Kreuzberg saßen die Westszene-Leute auf ihrer Westszene. Aber in Mitte gab es diesen limitierten Besitzverstand nicht. Dorthin kamen alle – aus West aus Ost, aus dem Ausland, aus Russland und Amerika. Die Dinge spielten sich anfangs auf Augenhöhe ab. Nichts war klar, außer der Vision: Hier liegt die Zukunft.

(…)

‘Wie hat man voneinander gehört?’
FRIEDRICH LOOCK: “Jutta veranstaltete damals ihre sonntäglichen Brunchs bei sich zu Hause, wo dann von Klaus Biesenbach bis zu den Leuten vom Tacheles und dem Eimer alle rumsaßen. Das war die Börse für die Infos: Wo waren Räume frei, wo kann man was nutzen? Jutta war der Schlüssel zu allem.”

Zitty Berlin Buch 2013

Quelle:
Zitty Spezial Berlin
Das Berlin Buch 2013

siehe auch:

Authentizität als Kulisse
Die Spandauer Vorstadt als lebendiges Beispiel für das Wechselspiel der Aufwertung zwischen Kunstbetrieb, Gewerbe und Sozialstruktur. Ein Resümee

2013-01-30

Berlin Geschichte - Scharrenstrasse

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“Die bürgerliche Instanz der Breiten Straße, vor allem für junge Mädchen war seit 1839 das Kaufhaus Hertzog, der Berliner Spezialist für Aussteuer, Maßkonfektion und die Lieferung in edlen Schachteln bis an die Haustür. 1908/09 ließ er an der Ecke Scharrenstraße einen Neubau im Stil des Neobarocks errichten. Ein Erweiterungsbau entstand an Stelle des 1899 abgerissenen Cöllnischen Rathauses [1].
1912 erstreckte sich der Kaufhauskomplex fast über das gesamte Karree bis zur Brüderstraße zwischen Scharrenstraße und Neumannsgasse. Es war damals das größte Warenhaus Berlins.(…)
Im Jahr 1949 wurden die Erben, welche das Geschäft bis dato geführt hatten, enteignet. 1970 wurde es umfassend instand gesetzt. Danach befand sich bis 1990 in dem Gebäude ein Hochzeitsausstatter und ein DDR-Jugendmode-Kaufhaus. Das unter Denkmalschutz stehende Haus steht derzeit leer [2].

So etwas wie Denkmalschutz gab es in der Gründerzeit nicht. Was den zunehmenden Verkehr behinderte, wurde abgetragen, auch wenn es von Schinkel oder Knobelsdorf gebaut war.
66 Jahre später wurde gegen den Rat von Denkmalschützern und Stadtplanern der Fischerkiez, der die Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges einigermaßen überstanden hatte, abgerissen, darunter auch die Patrizierhäuser auf der rechten Südseite der Breiten Straße. (…) Die Parzellen des Straßenabschnittes von Neumannsgasse bis Scharrenstraße wurden 1967 vollständig mit dem Komplex des Bauministeriums überbaut. (Es ist inzwischen auch abgerissen.) Die von der Breiten Straße abzweigende Scharrenstraße ist eine der ältesten Straßen der Stadt. Sie hat ihren Verlauf so gut wie nie verändert. Ihren Namen verdankt sie den Scharren, hohen Verlaufsständen, meist für Brot, die 1667 von der Breiten Straße an das Cöllnischen Rathaus verlegt wurden.(…)
Was in Alt-Cölln in den sechziger Jahren euphemistisch Altstadterneuerung genannt wurde, war ein Abriss der teilweise barocken Stadt. Die Häuser im Karree zwischen Scharrenstraße, Friedrichsgracht, Brüderstraße verschwanden bis auf drei.
Die Grundstücke wurden mit einem Apartmentblock überbaut. Heute ist das Haus in die Jahre gekommen
Nebenan hält sich tapfer das Cafe am Petriplatz, das Gartentische an den Gehweg gestellt hat. (…) Zehn Meter weiter staut sich der Verkehr stadtauswärts. Und das bedeutet hier: in alle Richtungen. Die sechsspurige Straße wurde in den sechziger Jahren zwischen Leipziger Straße und Alexanderplatz wie eine Schneise durch die ehemalige Altstadt geschlagen. Die Pläne dafür waren alt. Zuletzt hatte sich in den zwanziger Jahren Ernst Reuter, als Verkehrsstadtrat für eine Verbreiterung starkgemacht. Die Berliner Innenstadt sollte mit einem Netz breitspuriger Straßen versehen werden. (…) In dieser Zeit drohte Berlin im zunehmenden Individualverkehr zu ersticken, zeitweise wurde die Friedrichstraße für Fahrradfahrer gesperrt, weiI sie den Autos und Bussen im Wege waren.”[1]

bauministerium.jpg
Abriss des DDR-Bauministeriums 2011

[1] Annett Gröschner, Heimatkunde Berlin, 2010
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolph_Hertzog

siehe auch:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/hidaweb/getdoc.pl?DOK_TPL=lda_doc.tpl&KEY=obj%2009020050

2013-01-15

Auguststrasse 17 - Mann steckt im Kaminschacht fest

Auguststrasse 17

Wie heute berichtet wurde ist ein Mann auf dem Dach der Auguststrasse 17 in einen Schornstein gestürzt und dabei schwer verletzt worden. Das Opfer steckte in etwa zehn Metern Tiefe fest. Die Rettungskräfte schlugen auf Höhe der zweiten Etage ein Loch in den Kamin und konnten den Mann befreien.
Alarmiert wurden die Einsatzkräfte durch den Sicherheitsdienst, der den Mann auf dem Dach des Gebäudes entdeckt hatte.
Die Auguststraße 17 wurde Ende 2010 entmietet und steht seither leer …

siehe auch:

http://www.rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2013_01/rettung_aus_schornstein.html

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auguststrasse-17

2013-01-09