AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Fehlentwicklung am Wohnungsmarkt

“Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt lange als entspannt bezeichnete, spricht jetzt offen von einer „Fehlentwicklung am Wohnungsmarkt“, der Einhalt geboten werden soll. Mit Hilfe eines neuen Gesetzes soll in Gebieten mit angespanntem Markt die Umnutzung von Wohnraum zu gewerblichen Zwecken untersagt werden.”(Berliner Zeitung)

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Ferienwohnungen

Die ‘neuen Erkentnisse’ bezieht die Senatsverwaltung durch eine kürzlich vom GEWOS-Institut vorgelegte Studie zur Entwicklung des Berliner Wohnungsmarktes.

siehe auch: http://gentrificationblog.wordpress.com/2012/06/26/berlin-warnstufe-rot-in-der-innenstadt-sonst-alles-im-grunen-bereich

Auch ohne das statistische Material hat das schon jeder und jede längst mitbekommen und immer mehr organisieren sich in Stadtteil-​ und Mieter-​Initiativen

Kotti

Kotti

Mieten stopp

Mieterstreik 1932

Erst das Essen dann die Miete, Parole Mieterstreik 1932: http://www.berlinstreet.de/ackerstrasse/acker33

Am Samstag, 30.6. um 16h lädt die Mietergemeinschaft Kotti & Co zur 4. Lärmdemo

Treffpunkt: Kottbusser Tor/Admiralstrasse

http://kottiundco.wordpress.com/2012/06/22/4-larmdemo-innenstadt-wir-bleiben/

2012-06-28

Kleine Rosenthaler Str. 9

Kleine Rosenthaler Str. 9

Kleine Rosenthaler Str. 9

Die Remise auf dem Grundstück Kleine Rosenthaler Str. 9 ist nun abgerissen.
Der das Werkstattprojekt ‘Linienhof‘ betreibende Verein konnte sich die hohen Gerichtskosten nicht mehr leisten um weiter für einen Verbleib auf dem Grundstück zu streiten.

Kleine Rosenthaler Str. 9

Kleine Rosenthaler Str. 9

Bald wird das nächste gesichtslose Gebäude mit Eigentumswohnungen entstehen (Bild unten ‘Choriner Höfe’: “Lifestyle - Dem besonderen Charme dieses Viertels erliegen vor allem kreative Köpfe. Sie finden hier ihren Lebens- und Arbeitsraum, in dem sie Projekte entwickeln, Netzwerke knüpfen, Partys feiern und Familien gründen.”)

Choriner Hoefe

Der Ausverkauf von Berlin geht munter weiter …

Berlin ist ausverkauft

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/baugruppendebatte

2012-06-20

Pfefferberg

Morgen eröffnet das BMW Guggenheim Lab in einen Hinterhof auf den Pfefferberg-Gelände.

 BMW Guggenheim Lab BMW Guggenheim Lab

Ursprünglich wollte man die temporäre Veranstaltung auf einer Brache an der Spree, in Kreuzberg 36 errichten, doch drohende Proteste gegen die Imagepflegeveranstaltung des Autokonzerns ließen die Organisatoren in den Pfefferberg, Prenzlauer Berg umziehen - und so eröffnet die Veranstanstaltung mit dreiwöchiger Verspätung.

Pfefferberg

Die ursprünglich aus einer Anwohnerinitiative hervorgegangene Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH, heute einer der grossen ABM- und Ein-Euro-Jobs-Arbeitgeber, hat die Sanierung und gewerbliche Nutzung der früheren Brauerei Pfefferberg vorangetrieben für diverse schicke Galerien, ein Hostel und Restaurants …

BMW Guggenheim Lab

Gentrification-Party (Kuratorin des Labs, Maria Nicanor)
»Wir haben es hier mit einem interessierten, aufgeschlossenen Publikum zu tun, das wir mit traditionellem Marketing und herkömmlichen Kommunikationskanälen immer weniger erreichen. All jene, die ganz definitiv keine Autozeitschriften lesen und die sich weniger für Fernsehen, Print und andere traditionelle Medien interessieren. Diese Menschen erreichen wir mit Veranstaltungen außerhalb der üblichen Terrains einer Premiummarke wie beispielsweise dem Golfsport.« (BMW-Marketingchef Uwe Ellinghaus)
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/0,2828,771500,00.html

BMW Guggenheim Lab

15. Juni bis 29. Juli, Öffnungszeiten: Mi/Do/Fr 14-22 Uhr, Sa/So 12-22 Uhr, Mo/Di zu, Eintritt frei.

2012-06-14

Mascha Kaléko

Mascha Kaléko (gebürtig Golda Malka Aufen, geb. am 7. Juni 1907 im galizischen Chrzanów, Österreich-Ungarn, heute Polen; gest. am 21. Januar 1975 in Zürich) war eine deutschsprachige, der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Dichterin.

Mascha Kaléko
Interview mit mir selbst.
Mascha Kaléko spricht Mascha Kaléko.
Deutsche Grammphon Wort, Berlin 2007

1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, übersiedelte zunächst die Mutter mit den Töchtern Mascha und Lea nach Deutschland, um Pogromen zu entgehen. In Frankfurt am Main besuchte Kaléko die Volksschule. Ihr Vater wurde dort aufgrund seiner russischen Staatsbürgerschaft als feindlicher Ausländer interniert. 1916 zog die Familie nach Marburg, schließlich 1918 nach Berlin, in die Spandauer Vorstadt (Grenadierstraße 17).(3)

Grenadierstrasse
Familie Kempler, Grenadierstraße ca. 1926, (heute Almstadtstraße)

“Die 16-jährige Mascha lernt Bürokauffrau im «Arbeiter-Fürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands» [in der Auguststraße 17] und schreibt heimlich Gedichte. Heimlich, damit ihr Vater nichts von dieser «brotlosen» Kunst erfährt. Sie trifft mit ihrem ironisch-melancholischen Ton den Nerv der Zeit. Sie beschreibt den Alltag und die Träume.”(2)

“In ihrem Text ›Mädchen an der Schreibmaschine‹ hat sie den Büroalltag in den zwanziger Jahren beschrieben: »Die Maschine heißt Continental, römisch zwei. Das Mädchen Fräulein Siebert. Zumindest zwischen neun und fünf. Nach Feierabend gibt es auch einen Vornamen ( … ) Punkt neun beginnt der “Betrieb”. Neun Uhr zehn ausgeschlafen oder müde, keinen geht das an, klappern die schmalen Finger des Mädchens schon herum auf der stählernen Schreibkiste. Tipp tipp tick … tipp tipp tick … ein sanftes Klingeln, ping. Wir zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung … Im ersten Brief kommt ein Gähnen auf je ein Komma. Beim zweiten beginnt man den Ärger über die prallgefüllte U-Bahn langsam zu verwinden. Beim dritten aber ist man schon ganz mittendrin. Ja, es kann schon einmal vorkommen, daß man sich an der reinen Weiße eines knisternden Schreibmaschienbogens über der Walze freut. Oder vielleicht über anderthalb Meter Sonnenstrahl, die durch das staubige Bürofenster auf die Tasten fallen, ein grellbeschienenes A oder Z, — es ist merkwürdig, wie einen derartige Lächerlichkeiten zuweilen froh stimmen können.«
Die monotone Büroarbeit füllt sie nicht aus und ist für sie nur eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.” (1)

“Ihre ersten Gedichte werden 1929 in Berliner Tageszeitungen veröffentlicht. Sie trifft im «Romanischen Cafe» (gegenüber der heutigen Gedächtniskirche) Bertolt Brecht, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Alfred Polgar bis hin zu Else Lasker-Schüler.
Im Januar 1933 erschien ihr erstes Buch: ›Das lyrische Stenogrammheft‹. »Großstadtliebe« oder »Langschläfers Morgenlied« lauteten die Titel ihrer Stenogramme aus dem Berliner Alltag, mit denen sie sich die Herzen der Leser eroberte. Mascha Kaléko wurde getragen von einer Woge des Erfolges.
Ernst Rowohlt wagte noch ein zweites Buch der jungen Autorin: ›Kleines Lesebuch für Große‹. Doch am 8. August 1935 wurde Mascha Kaléko aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhielt Berufsverbot. Das ›Kleine Lesebuch‹ wurde noch in der Druckerei beschlagnahmt, ihre Bücher nur noch unter dem Ladentisch verkauft oder von Freunden für Freunde abgeschrieben.
Fast hätte Mascha Kaléko den Absprung ins Exil verpasst, weil sie sich von Berlin nicht trennen mochte. Erst 1938 verließ sie Deutschland.” (2)

(1) Jutta Rosenkranz: Mascha Kaléko. Biografie. dtv premium 24591, München 2007
(2) http://www.kaleko.ch
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Mascha_Kal%C3%A9ko

2012-06-07