AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Linienhof bedroht

Linienhof

Ein Bautrupp verschaffte sich mit der Polizei heute morgen Zugang zum Linienhof und wollte beginnen die Werkstattgebäude abzureißen. Die Nutzer_innen des Hofes waren darüber nicht informiert obwohl der Trägerverein des Projekts durchaus zu erreichen war.
Nur durch das sofortige Einschreiten von einigen Anwohner_innen konnte die sofortige Zerstörung der Gebäude verhindert werden.

Die Polizei hat vorläufig den Nutzer_innen, sowie den neuen Eigentümern verboten das Gelände zu betreten und es erst mal verschlossen, damit keine vollendente Tatsachen geschaffen werden können. Die Maschinen und Geräte der Baufirma mussten vom Hof wieder entfernt werden.
Das gilt aber nur bis morgen Abend! Dann kann der Bagger schon wieder auf dem Hof stehen. …

Quelle: http://linienhof.blogsport.de/2011/06/29/linienhof-akut-bedroht/

Update: Pressemitteilungen von Kathedrale e.V. und Windsäen e.V. zum
Räumungsversuch auf dem Linienhof am 29.06.2011

2011-06-29

Geklebtes und Gesprühtes

in der Spandauer Vorstadt

Gipsstrasse
Gipsstrasse

Gipsstrasse
Gipsstrasse

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Gipsstrasse

Auguststrasse
Auguststrasse

Auguststrasse
Auguststrasse

Du Omi, wer will den ganzen Scheiß schon erben:

Linienstrasse
Linienstrasse, El Bocho

Ich vermisse den Siedlungs-Balkon

Dircksenstrasse
Dircksenstrasse, El Bocho

Die Stencils eines Streetart-Wettbewerbs in der Linienstrasse, (veranstaltet von einem amerikanischen Konsumgüter-Konzern, der unter der Markenlizenz eines baden-württembergischen Anzug Herstellers Parfüms vertreibt und Platoon Berlin), wurden schnell gecrosst.

Linienstrasse
Blek Le Rat im Hugo-Anzug

Linienstrasse
Chet Slater

2011-06-28

Kulturdenkmal Auguststrasse 11-16

Auguststrasse 14-16, 2008
Auguststraße 14-16, 2008

Das Areal der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Berlin-Mitte, Oranienburger Straße 28-31 und Auguststraße 11-16, ist vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), Staatsminister Bernd Neumann, als national wertvolles Kulturdenkmal anerkannt worden. (…) Damit verbunden ist die Vergabe von Fördermitteln aus dem Denkmalpflegeprogramm des BKM.(…)
In vier Bauabschnitten soll die nutzungsneutrale Substanzsicherung und Restaurierung der Gebäude Auguststraße 14-16 von 2011 bis 2014 durchgeführt werden.
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer: “Ich freue mich für die jüdischen Gemeinde zu Berlin und für alle Berlinerinnen und Berliner über diese Anerkennung. Baudenkmäler sind unser stärkstes historisches Gedächtnis. Durch diese Baudenkmäler, in denen das alltägliche Leben stattgefunden hat und stattfindet, wächst das Verständnis für die Vergangenheit und die Chance, die Gegenwart zu begreifen und die Zukunft zu gestalten. Mit der Anerkennung ist ein weiterer wichtiger Schritt für eine Sicherung des kulturellen Erbes der jüdischen Gemeinschaft in Berlin gemacht worden und damit für das kulturelle Erbe der ganzen Stadt.”(…)
Für eine spätere Nutzung des ehemaligen Jüdischen Krankenhauses Auguststraße 16 werden zurzeit Verhandlungen der vier Universitäten von Berlin und Brandenburg (HU, TU, FU und Uni Potsdam) geführt zur Einrichtung eines Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

aus: Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 09.06.11

siehe auch:

Das Gebäudeensemble Auguststrasse 11-16

Auguststrasse 11-13

Nr. 14-15

2011-06-16

Berlin Geschichte - Freistadt Barackia

Mehr als 13.000 Menschen sind im Jahr 1872 „nach polizeilichen Ermittlungen” obdachlos.
Am heutigen Planufer, damals noch unbebaut, haben Obdachlose zur Selbsthilfe gegriffen und auf besetztem Land einhundertfünfzig provisorische Hütten errichtet.

Freistadt Barackia

Am 2.4. 1872 berichtet der Korrespondent der „Augsburger Allgemeinen Nachrichten” seinen Lesern, wie die Obdachlosen zur Selbsthilfe greifen:
“Zahlreiche Familienväter haben in der Umgebung der Stadt brachliegendes Land besetzt und Bretterbuden aufgeschlagen, in denen sie mit den Ihren bessere Tage erwarten.
Auf dem Bauland vor dem Frankfurter und Landsberger Tor entstanden ganze Lager mit tausenden von Menschen. Auf dem Rixdorfer Feld, den sogenannten Schlächterwiesen vor dem Kottbusser Tor, wurde auf Initiative von Obdachlosen eine „wilde” Barackensiedlung errichtet, die „Freistadt Barracia”.

Freistadt Barackia

„Ein kurz entschlossener Obdachloser gab die Anregung dazu, indem er auf einem gepachteten Feldstück eine Bretterbude zum Aufenthalt erbaute. (…) Unter den verzweiflungsvollen Anfängen ist die am Kottbusser Damm auf dem Weg zur Hasenheide zu bedeutenderer Ausdehnung, zu einem schnellen Flor gelangt. Dicht hinter den letzten Vorstadthäusern, auf dem früheren Gemeindewiesenterrain, welches in Erwartung seiner Bebauung mit Straßen teilweise noch zu Kartoffelfeldern dient, erheben sich bereits jetzt mehr als hundert solcher Baracken. Nach Willkür errichtet verteilen sie sich in vier Gruppen über ein ziemlich weitläufiges Terrain. Durchweg sind sie aus rohen Brettern auf dem Erdboden budenmäßig hergestellt, bald kleiner, bald größer, je nach dem verhältnismäßigen Wohlstand des Inhabers und der Größe seiner Familie.
Jeder hatte sich sein Baumaterial selbst besorgt: Bretter für die primitiven Holzbuden mit zwei kleinen Stuben, Fenster und Türen von irgendwelchen Abrißbaustellen - es klebten noch die Reste alter Tapeten und Ölfarben daran - manche bunt verglast und schräg geschnitten, weil sie aus Treppenhäusern stammten - wahre ‘Luxusartikel’ und von den Hausfrauen zierlich mit Gardinen geschmückt. Manche Hütten besaßen sogar einen Anbau mit Küche und Vorratskammer, aus dem das herausgesteckte Qfenrohr qualmte. Andere stellten sich zum Kochen ihr eisernes Öfchen ins Freie oder hatten sich einen Herd zusammengemauert.”

Quellen:
Berger, Joachim, Berlin freiheitlich & rebellisch, Berlin 1987, S.105
Haberbusch, Kuno, Dokumentation “Berliner Linie”, Berlin 1981, S. 3
http://de.wikisource.org/wiki/Ein_Besuch_in_Barackia

2011-06-14

Postfuhramt - Der Hof wird zum Hinterhof degradiert

Einfahrt Postfuhramt, Auguststr. 5a
Einfahrt Postfuhramt, Auguststr. 5a

Ein paar Visualisierungen zur geplanten Bebauung auf:

http://blog.lebenswerte-mitte.de/

Postfuhramt Hof

2011-06-07