AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Zeitungspapier Paste-Ups

Diese Arbeiten auf Zeitungspapier wurden Ende Januar in der Auguststraße geklebt, die meisten sind schnell wieder verschwunden …

Zeitungspapier Paste-Up

Paste-Up ist ein Begriff aus der Streetartkultur. Darunter versteht man im Allgemeinen ein mit Kleister oder Leim aufgezogenes Plakat. Diese Art der Kunst fällt in die graue Zone der Gesetzesgebung, da die Plakate meist rückstandslos entfernt werden können und somit keine illegale Handlung darstellen. (Wikipedia)

Zeitungspapier Paste-Up

Zeitungspapier Paste-Up

Zeitungspapier Paste-Up

Zeitungspapier Paste-Up

Zeitungspapier Paste-Up

2011-02-20

Berlin Geschichte - Berliner Linie der Vernunft

Am 12. Februar 1981 gab der Regierende Bürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD), Nachfolger des im Januar zurückgetretenen Regierenden Dietrich Stobbe (SPD), seine Regierungserklärung ab, in der er die zuvor schon intern bei der Polizei praktizierte Linie im Umgang mit den Hausbesetzungen kundtat:

- Hausfriedensbruch und damit zuammenhängende Delikte wie Entnahme von Strom und Wasser sollen nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.
- Die Polizei räumt nur auf Antrag des Besitzers und nur wenn Abriß- Neubau- oder Modernisierungspläne bewilligt sind.
- Keine Räumungen von Neubesetzungen, um die totale Konfrontation zu vermeiden.
- Der angeknüpfte Gesprächsfaden mit den Besetzern soll nicht abreißen.

Der Vogel-Senat (SPD/FDP) war bis zu den Neuwahlen im Mai 1981 im Amt.
Allein in den ca. 3 Wochen zwischen der Vereidigung von Hans-Jochen Vogel als Regierender Bürgermeister und der Billigung der Leitlinien der Regierungspolitik seines Senats stieg nach Ausführungen von Eberhard Diepgen im Parlament die Zahl der “rechtswidrigen Hausbesetzungen” von 29 auf 65 an.

In den “Richtlinien der Regierungspolitik” von Hans-Jochen Vogel finden sich z.B. Sätze wie dieser: “Hätten wir ein Bodenrecht, das Grund und Boden nicht wie eine beliebig vermehrbare Ware behandelt, sondern wie ein elementares Grundbedürfnis, wie Wasser, wie Brot, dann entfielen entscheidende Kristallisationspunkte für die latent vorhandene Bereitschaft zur Gewaltanwendung.”

Auszüge aus der Regierungserklärung und der “Aktuelle Stunde zum Thema Hausbesetzungen”

Dr.Vogel, Regierender Bürgermeister
(…)
Ich bin nicht sicher, was künftige Generationen aus dem Städtebau der letzten 20, 30 Jahre in unseren Metropolen - nicht nur hier - ablesen werden. Aber für die Stadt des Jahres 2000 - und von diesem Zeitpunkt trennen uns nur noch 19 Jahre - brauchen wir jetzt die Maßstäbe.
Was soll Vorrang haben? Der Mensch und die Entwicklung seiner Persönlichkeit oder die Optimierung der Bodenrente? Die Vielfalt der Landschaft, Bebauung privater und öffentlicher Funktion oder ein einförmiger Stadtbrei? Die flächenfressende Straße oder die flächensparende Schiene? Die verkehrsberuhigte Fläche, in der Fußgänger und Kinder Vorrang haben, oder die als Durchfahrtsweg fehlgenutzte Wohnstraße, die zugleich noch mit parkenden Fahrzeugen verstopft ist? Die nach einem gemeinsamen Willen gestaltete Stadt oder die Addition vieler, in sich vielleicht sogar schlüsssiger Zufälligkeiten? Die Stadt als Persönlichkeit oder die perfekte, aber anonyme und beliebig austauschbare Stadtmaschine?

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Schaufensterbruch Dekoration

Genau hinsehen: hier gab es KEINEN Schaufensterbruch!

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gesehen in der Mulackstraße, fast an der Ecke Alte Schönhauser Straße

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2011-02-07

Aufmerksamkeit erreicht man erst dann, wenn es ordentlich rumst …

Brunnenstrasse 183

Mit den gleichen Argumenten wie bei der Liebigstrasse 14 in Friedrichshain, “Durchsetzung der Rechte des Hausbesitzers”, wurden in Alt-Mitte am 24. November 2009 die Bewohner und der Umsonstladen der Brunnenstrasse 183 auf die Strasse gesetzt und das Haus unbewohnbar gemacht. Der Hausbeitzer, ein Arzt aus Passau, hatte das Haus im Sommer 2006 gekauft. Einen Bauantrag hat der Passauer bislang nicht gestellt, teilte das Büro für Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte den Tagesspiegel mit. Bisher gebe es nur einen Vorbescheid vom November 2009, über den Umbau und die Erweiterung des Hauses zu einem Mehrgenerationenprojekt. Seit der Zeit gammelt das Haus vor sich hin. Wäre es nicht auch für die Bausubstanz besser, das Haus wäre bewohnt?

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Stellt euch vor eine bewaffnete Knüppelgarde schmeisst euch um 8 Uhr früh aus eurer Wohnung. 1000 Bullen werden es sein, alle kopflos!

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gesehen letzte Woche in Kreuzberg, Gneisenaustrasse

Kuno Haberbusch, Ex-Westberliner Hausbesetzer, leitete beim NDR unter anderem die “Panorama”- und “Extra 3″-Redaktion sowie das Medienmagazin “Zapp”, derzeit Leitender Redakteur der Abteilung Dokumentation und Feature:
“Nein, ich mochte sie nicht, die Militanten, Autonomen, Steinewerfer.
Trotzdem musste ich zugeben, dass ein Steinwurf manchmal das beste Argument war, um Öffentlichkeit herzustellen. Aufmerksamkeit für seine Ziele erreicht man leider erst dann, wenn es ordentlich rumst: ein blöder Zwiespalt, der bis heute alle Bewegungen gleichermaßen kennzeichnet. Um stark zu bleiben, mussten wir mit den Autonomen zusammenarbeiten, auch wenn uns nicht viel mehr verband als die Wut auf den Staat. Eine Wut, die in dem Maße wuchs, in dem wir schikaniert wurden. (…) Ob ich damals selbst einen Pflasterstein in die Hand genommen und ein Schaufenster eingeworfen habe? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht mehr. Aber ich verspürte eine solche Ohnmacht, dass ich gern geworfen hätte. Und ich konnte jeden verstehen, der geworfen hat.”
aus: “Mit dem Schlagstock sozialisiert”

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In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurden in der Alten Schönhauser Straße Fensterscheiben von Modegeschäften mit Steinen beschmissen.

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Über die Berichterstattung in den Medien und den parteipolitischen Stellungnahmen:
Gentrification Blog, Berlin: Die Liebig 14 und der kommende Aufstand

2011-02-06