AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Schutzgerüste und Hindernisparcours

Schutzgeruest

Schutzgeruest

Vor den Häusern Auguststrasse 17 und 23 stehen seit längerem Gerüste zum Schutz der Passanten vor herabbröckelnden Putzteilen.

Schutzgeruest

Schutzgeruest

Die schlecht befestigte Schutzplane am Gerüst vor der Auguststrasse 17 nervt. Da die Auguststrasse 17 dieses Jahr entmietet wurde, weiß jetzt keiner, an welche Hausverwaltung man sich wenden könnte.

SchutzgeruestSchutzgeruestSchutzgeruest

Hindernisparcours für Passanten

Schutzgeruest

2010-11-30

street view Zeitsprünge

streetview Auguststrasse

Schöne Zeitsprünge findet man, wenn man durch die Auguststraße oder Linienstraße in google street view navigiert: die Rosenthaler Straße wurde über ein Jahr früher aufgenommen, die “Rosenthaler Quartier” getauften Bauten, mit dem Hotel Amano und dem easy-Hotel waren noch nicht gebaut.

street view Auguststrasse

street view Linienstrasse
street view Linienstrasse

In der Rosenthaler Straße zu sehen z.B. das HIV-Plakat von XOOOOX, das freistehende Haus des “Eimer” und der schon leere China Imbiss an der Ecke Linienstraße, Rosenthaler Straße.
Die Aufnahmen in der Rosenthaler Straße sind vom Sommer 2008, die von Linien- und Auguststraße, Spätsommer 2009.


Größere Kartenansicht

siehe auch: Schatten auf den Garnisonsfriedhof

Zum Glück gab es in der Auguststraße nicht so viele besorgte Mieter oder Eigentümer, so das nicht viele Hausansichten verpixelt werden mußten.

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Ein kleiner Teil der Auguststrasse, zwischen den Hausnummern 10 und 16, ist noch in Bearbeitung.

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2010-11-20

Trinkwasserleitung

Trinkwasserleitung

Seit Monaten wird in der Auguststraße, zwischen Tucholskystraße und Oranienburger Straße, die Trinkwasserleitung erneuert. Nachdem erst in der südlichen Straßenhälfte gebaut wurde, steht jetzt die nördliche Straßenhälfte vor der Fertigstellung.

Trinkwasserleitung

Trinkwasserleitung

Die gemauerten Schächte werden durch Betonfertigteilschächte ersetzt.

Trinkwasserleitung

Trinkwasserleitung

Trinkwasserleitung

2010-11-17

Berlin Mitte Geschichte - Polizeipräsident von Berlin, Karl v. Hinckeldey

Berlins erste Anschlagsäule
Berlins erste Anschlagsäule, im Hof der Litfaßschen Druckerei in der Adlerstraße um 1855

“»Wer Berlin vor zehn Jahren gesehen hat, würde es heute nicht wiedererkennen!« So der im Londoner Exil lebende Karl Marx im Januar 1859, wozu angemerkt sei, daß er seine genauen Kenntnisse von Berlin aus zweiter Hand hatte; das ganze Jahrzehnt hindurch, das seit der gescheiterten Revolution von 1848/49 vergangen war, hatte er wie fast alle politisch engagierten Repräsentanten der deutschen Linken in der Fremde verbracht, denn die deutschen, zumal die preußischen Polizeibehörden verhafteten in dieser Zeit der finstersten Reaktion jeden, der »im Verdacht demokratischer Gesinnung« stand.(…) Polizeipräsident von Berlin war Karl v. Hinckeldey, ein äußerst energischer Herr, der nicht allein in Polizei-, sondern in praktisch sämtlichen städtischen Angelegenheiten so selbstherrlich regierte wie ein absoluter Monarch. Wenn sich also Berlin völlig verändert hatte, was tatsächlich der Fall war, so hatte Hinckeldey daran entscheidenden Anteil.
Als erstes nach seinem Amtsantritt im November 1848 nahm er die Reorganisation der Berliner Polizei in Angriff. Er beseitigte das Durcheinander von kommunalen und staatlichen Behörden und deren diversen Organen, schuf eine einheitliche, nunmehr militärisch straff organisierte Schutzmannschaft und unterstellte sie seinem alleinigen Befehl. Als nächstes gliederte er alles, was auch nur entfernt mit polizeilichen Aufgaben in Zusammenhang zu bringen war, »seiner« Polizei an, als erstes das gänzlich veraltete Feuerlöschwesen. Die ebenfalls militärisch organisierte Berufsfeuerwehr, die Hinckeldey ins Leben rief, fand als einzige seiner »Errungenschaften«, wie er sie nannte, den Beifall der skeptischen Berliner, denn sie funktionierte hervorragend und erwarb sich bald einen internationalen Ruf.(…)

Was nach seiner Meinung die Unruhen am meisten gefördert hatte, waren die vielen wild an die Hauswände und Bretterzäune geklebten Plakate gewesen, sodann die Proletarier der Vorstädte, »Rehberger« genannt, weil sie in den Rehbergen mit Notstandsarbeiten beschäftigt wurden und, im März 1848, von Berliner Studenten aufgewiegelt und zum Barrikadenkampf geführt, die Bürger am meisten geängstigt hatten, und schließlich die vielen Prostituierten, denn nach Hinckeldeys Überzeugung war die »Sittenlosigkeit« der Berliner die eigentliche Ursache ihrer »politischen Verderbtheit«.
Was das wilde Plakatieren betraf, so schloß er mit dem Druckereibesitzer Litfaß 1854 auf fünfzehn Jahre einen Vertrag. Litfaß mußte hundertfünfzig - dann nach ihm benannte - Plakatsäulen aufstellen und bekam dafür das alleinige Recht, Plakate öffentlich anzuschlagen, wobei es sich von selbst versteht, daß sie zuvor die polizeiliche Zensur zu passieren hatten. Tatsächlich behielt Litfaß sein privates Monopol bis 1880, dann erst wurde das Anschlagwesen in die städtische Verwaltung übernommen.
Was die »Rehberger« betraf, so wies Präsident Hinckeldey die Torwachen an, sie nur in die Stadt zu lassen, wenn ihr Arbeitsbüchlein sie als innerhalb der Stadtmauer Beschäftigte auswies. Denn so seltsam es auch anmuten mag: Berlin hatte, als die Einwohnerzahl sich schon der Millionengrenze näherte, nämlich bis 1867/68, tatsächlich noch eine - von den Berlinern als sehr lästiges Hindernis empfundene - Mauer, die aus der Regierungszeit des »Soldatenkönigs« stammte und längst mitten durch die Wohngebiete verlief, streckenweise aber auch noch Äcker und Wiesen einschloß, weil die immer größer werdende Stadt zunächst mehr nach Westen und Norden als nach Osten und Süden über den Mauerring hinausgewachsen war. Diese Mauer mit ihren fünfzehn Toren hatte zu keiner Zeit der militärischen Befestigung gedient. Sie war nur teilweise wirklich gemauert und dann maximal 15 Fuß, also etwa 4,50 Meter hoch, weniger als einen Meter breit und über lange Strecken ein bloßer Palisadenzaun, zum Beispiel entlang der Linien-, der Gollnow- und der Palisadenstraße.(…)Ihr Zweck in den mehr als 160 Jahren ihres Bestehens wurde von den Berlinern als reine Schikane angesehen, denn bei den fünfzehn Toren mußten jahrzehntelang Gebühren, mehr als ein Jahrhundert lang Akziseabgaben auf eingeführte Waren entrichtet werden, aber vornehmlich diente die Mauer dazu, den Soldaten der Garnison das Desertieren zu erschweren.
Natürlich konnten Hinckeldeys Maßnahmen weder das Anwachsen des Proletariats verhindern noch dessen Angehörige aus den inneren Stadtbezirken verbannen, und die Eindämmung der Prostitution gelang dem Polizeipräsidenten ebensowenig. Es handelte sich zudem bei den auf »mehr als 20000« geschätzten »Straßendirnen« größtenteils nicht um Professionelle, sondern um jene Minderheit unter den weiblichen Dienstboten, die sich gelegentlich »’n Daler nebenbei« zu verdienen suchten.

Dagegen hatte Hinckeldey auf anderen Gebieten Erfolg: Er richtete öffentliche Dampfwaschanstalten ein, wo die Hausfrauen, denen in ihren Mietskasernen keine ordentlichen Waschküchen zur Verfügung standen, ihre Wäsche waschen konnten, und er sorgte auch für die ersten Hallen-Badeanstalten. Dort gab es sowohl Dusch- und Wannenbäder als auch - natürlich streng getrennt nach Geschlechtern! - Gelegenheit zum Schwimmen.”

Aus: Bernt Engelmann; Berlin - Eine Stadt wie keine andere, 1986

siehe auch: Die Unterdrückung der Demokraten 1848

Auf Anregung des General-Polizei-Direktors Hinckeldey geht auch die öffentliche Wasch- und Badeanstalt im Hof der AUGUSTSTRASSE 21 zurück, die um 1858 errichtet wurde

2010-11-10

Auguststrasse 17

Auguststrasse 17

Die vor einem Jahr begonnene Gebäudesicherung der Auguststrasse 16 (Neubau der am schwersten geschädigten Konstruktionen, des Daches und der obersten Geschossdecke) ist abgeschlossen, das Baugerüst mit Stacheldraht wieder entfernt.
Im Zuge dieser Bauarbeiten wurde das ebenfalls der jüdischen Gemeinde gehörende Wohnhaus Auguststraße 17 entmietet.

Auguststrasse 17

Auguststrasse 17

Seit Jahren werden die verschiedensten Nutzungskonzepte für die Gebäude Auguststraße 11-16 diskutiert, aber “bei allen steht die Finanzfrage ganz obenan: Denn fünf bis sechs Millionen Euro würde alleine die Sanierung des Ahawah-Gebäudes kosten und die Herrichtung des gesamten Komplexes 16 bis 17 Millionen Euro. Erschwerend kämen noch die Auflagen des Denkmalschutzes dazu.” »Jüdische Allgemeine« vom 28.10.2010

siehe auch: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/das-gebaeudeensemble-auguststrasse-11-16

Auguststrasse 17
Blick vom Hof Kulturhaus-Mitte, Auguststraße 21

Bericht einer ehemaligen Bewohnerin der Auguststraße 17 :
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