AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Aus dem Archiv: Willkommen in der BRD 1990

BRD-DDR

BRD-DDR

gesehen in der Mulackstrasse, 1990

Nur die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion bietet die Chance,
ja die Gewähr dafür, dass sich die Lebensbedingungen rasch und
durchgreifend bessern. Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es
uns gelingen, Mecklenburg/Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg,
Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln,
in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt.
Fernsehansprache von Bundeskanzler Kohl am 1. Juli 1990

In der DDR gab es kein Staatseigentum. Das war von der Verfassung nicht vorgesehen. Es gab kein staatliches Vermögen, das nicht Volkseigentum war. Im Interesse des Volkes sollte es vom Staat verwaltet werden. Immer wieder wird behauptet, das Volkseigentum sei nur eine ideologisch verbrämte Bezeichnung für Staatseigentum gewesen. Nein, der Staat durfte ganz entscheidende Dinge nicht, die er heute darf. Dem Staat war es nicht erlaubt, Volkseigentum zu privatisieren. Er durfte es weder mit Schulden belasten, noch pfänden.(…)
Es handelte sich also erstmals um eine ökonomische Vergesellschaftung, der aber die politische fehlte. Sträflich wurde ignoriert, was sogar im offiziellen Verfassungskommentar vorausgesetzt wurde: „Die Mitwirkung an der Leitung der Wirtschaft durch alle Werktätigen“. (…)
Die eher feudalen Entscheidungsstrukturen sollte der demokratische Aufbruch von 1989 beseitigen; der Bürger sollte aufgewertet werden, nicht der Staat. Was das Kapital aber ganz anders sah. Seine Vertreter bestanden schon im 1. Staatsvertrag vom Mai 1990 darauf, dass die Volkskammer das Pfändungs-, Belastungs- und Veräußerungsverbot aufhebt und so das unvollkommene sozialistische Eigentum in vollkommenes kapitalistisches Staatseigentum verwandelt. Was diese mit Gesetz vom 28.6.90 auch brav tat. Der erste Akt der ersten und letzten frei gewählten Volkskammer war die Enteignung des Volkes.

Daniela Dahn, Wem gehört das Staatseigentum?

siehe auch: Staatsvertrag zwischen der BRD und der DDR über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. DW-Sondersendung

2010-05-30

Bienen in der Auguststrasse

Bienen in der Auguststrasse

Ein auf einem Balkon oder einer Dachterasse untergebrachtes Bienenvolk hat es dort nicht mehr gefallen und wollte sich gestern am Kinderspielplatz Auguststraße 5 ansiedeln.

Bienen in der Auguststrasse

Bienen in der Auguststrasse

Das hat anscheindend Eltern, die mit ihren Kindern den Spielplatz besuchen, nicht gefallen und sie alarmierten einen Imker, der das Bienenvolk eingefangen hat und jetzt woanders hinbringt.

Bienen in der Auguststrasse

Bienen in der Auguststrasse

siehe auch: Imkern in Berlin

2010-05-24

smart urban stage Elektro-Autos Nein Danke

smart urban stage

Kapitalistische Selbstzerstörung

“Wir haben die Produktion so erfolgreich vorangetrieben,
sodass wir vor dem Problem stehen, wie die Güter, die wir produzieren,
zu konsumieren sind. Wir sind genötigt, die Produktionsmaschinerie
zu verlangsamen. Wir wagen nicht, ihre latenten Möglichkeiten zu entwickeln.
Unsere Fortschritte im Export waren so groß, aber die Bedingungen der Welt
setzten diesem Fortschritt ihrer Grenzen.” John Rascob

Diese Worte sprach der langjährige Vizechef von General Motors, John Rascob, im Jahre 1930. Bei allen Unterschieden in der Krisenpolitik zwischen den 30er Jahren und heute ist es gerade diese strukturelle Überproduktionskrise der warenproduzierenden Industrie, die letztendlich die Ursache beider Weltwirtschaftskrisen bildete und bildet. Damals zeichneten sich mit der Massenmotorisierung der Industrienationen bereits neue Industriezweige ab, die als Leitsektoren der Wirtschaft dienten.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32551/5.html

smart urban stage

Heute stehen wir vor dem Ende der Massenmotorisierung, doch der Abschied vom privaten Auto fällt schwer und soll über das Elektroauto noch ein bißchen verlängert werden.
Vor allen will die Autoindustrie mehr staatliche Forschungsgelder um ihre zukünftigen Produkte zu entwickeln.
Da für wirbt jetzt die Daimler Tochterfirma smart an der Oranienburger Straße 59-63 (Parkplatzgelände neben dem Tacheles) unter dem Titel “smart urban stage”, garniert mit ein paar Ausstellungstafeln und -objekten. In den Abendstunden verwandelt sich die “smart urban stage” dann in eine Eventlocation - bei gratis Drinks und Snacks …

Elektro-Autos: Nein Danke!

“Grundsätzlich gilt noch immer als anzustrebendes Ziel: Reduzierung von überflüssigem und Vermeidung von unsinnigem Verkehr und Transport, eine Stadt der kurzen Wege und Anreize zum Leben ohne Auto, ein günstiger, flächendeckender Nah- und Fernverkehr, strikte Tempolimits, die aktive Förderung von Fahrgemeinschaften usw. – alles eben, was seit Jahrzehnten von den Umweltverbänden gefordert wurde und wird.” Wolfgang Zängl
http://www.oekologische-forschung.de/elektroautos?s[]=elektroauto

smart urban stage

2010-05-11

Neue Variante des Spandauer Vorstadt Pollers

Spandauer Vorstadt Poller

Spandauer Vorstadt Poller

gesehen Gipsstraße Ecke Auguststraße

siehe auch: Verkehrskonzepte

2010-05-06

me Collectors Room Auguststrasse 68

me Collectors Room Berlin, Auguststrasse 68

me Collectors Room Berlin

“Thomas Olbricht, Sammler und Bauherr, Wissenschaftler, Arzt, ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wella AG und vor allem Erbe eröffnet in einem großem Neubau in der Auguststraße 68 die “Galerie Me” mit der Ausstellung “Passion Fruits”. Für die Anwohner und Kiezberliner eher ein Dorn im Auge, ist das Haus in Mitte nun das größte und klotzigste in der Umgebung.” (http://www.am-ende-des-tages.de/photos/100429-vernissage-olbricht-computerspielepreis-anonymous-emmerich/?PHPSESSID=a4f30e4a44436d211951c82f1fb0e859)

“Mit fünf Jahren fing er an zu sammeln - Briefmarken und Bierdeckel.” (BZ)

“Wer Kunst sammelt, der will sie irgendwann auch zeigen. Er will den Menschen einen Gefallen tun, seinen Reichtum präsentieren oder guten Geschmack beweisen.
Zum Spaß hat er sich nun ein ziemlich klobiges Haus in die Auguststraße, gleich neben die nicht ganz so großen, für Berlins Aufstieg zur Kunsthauptstadt aber prägenden Ausstellungsräume der Kunst-Werke gesetzt. (…) Olbricht will die Berliner Besucher das Staunen lehren.”
(http://www.zeit.de/2010/18/Kunstmarkt-Thomas-Olbricht)

me Collectors Room Berlin

“In Hinblick auf die Kunst lässt sich das ME nur als ein hypertrophes ICH interpretieren, das in einem sechs Meter hohen, 3.330 Quadratmeter umfassenden Betonkasten haust, der den zierlichen Barockbau der direkt danebenliegenden Kunst-Werke mit brachialer Wucht zu erdrücken versucht, (…)”
(http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2010%2F04%2F30%2Fa0237&cHash=9e7cbe977f)

“Jetzt steht es, höher und größer als alle anderen Gebäude in der Auguststraße, aber mit weniger Raum als geplant für die Sammlung und mehr für luxuriösen Wohnraum, der vermietet wird. Olbricht ist damit zufrieden, er sei heute für die Auflagen der Ämter “dankbar”, alles sei viel zu groß gewesen.”
(http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,691308,00.html)

“Das Gebäude ist ein grober Klotz mit langweiliger Fassade. Am Vordach zieht sich ein rotleuchtender Rallye-Steifen entlang. Auf den ersten Blick denkt man eher an eine H&M-Filiale oder eine neue Dependance der Pizza-Kette Vapiano als an einen Ausstellungsort. (…) Alles richtig gemacht, aber nichts ist besonders oder aufregend. Eher so, wie im ersten Semester Architekturstudium Museen entworfen werden - als Wiederholung von Bekanntem. Andere Privatsammler haben mit ihren Bauten die Architekturdebatte ihrer Zeit beeinflusst, man denke zum Beispiel an die Sammlung Goetz und ihren Ausstellungsraum von Herzog & de Meuron in München. (…) Das ganze befindet sich in der Auguststraße, in den 90er-Jahren der Hot-Spot der Berliner Kunstszene heute eher eine touristische Adresse. Die Chance, als privater Investor zu helfen, neue, spannende Orte (ob in Neukölln, im Wedding oder ganz woanders in Berlin) zu definieren, wurde vertan. Und auch auf das, was am Ort vorhanden ist, wurde nicht reagiert. (…)
Steht die Sammlung also für die Zukunft von Berlin? Ja, der “me Collectors Room” ist ein Beispiel für ein gegenwärtiges Dilemma. Berlin ruht sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit aus, lebt auf Image-Pump. Mehr und mehr hält ein Lebensstil Einzug in die Stadt, der sich vom Ruf einer kreativen Stadt angezogen fühlt, aber selber nicht die Kraft hat, diese Qualität zu leben und weiter zu entwickeln. Beim “me Collectors Room” zieht sich die provinzielle Biederkeit vom Absperrgitter über die Ortswahl bis zum architektonisch langweiligen Umgang mit Raum und Umgebung.
So zeigt der “me Collectors Room”, was mit Berlin passiert, wenn es seine Lust am Experimentieren verliert. Berlin droht, seinen eigenen Charakter zu domestizieren und zum Schaufenster eines bürgerlichen Habitus zu werden, der seinen Wunsch nach Verrücktheit in kulturellem Engagement sublimiert.(…)”
(http://www.welt.de/die-welt/kultur/article7442813/Thomas-Olbrichts-Wunderkammer.html)

me Collectors Room Berlin

“Es ist wunderbar zu sehen, wie ein altes ausgestopftes Tier auf ein Bild von heute schaut” (Thomas Olbricht)

2010-05-03

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