Mode und andere Geschäfte …

Die vielen Modeläden verändern die Spandauer Vorstadt. Sie zahlen Mieten, die selbst ein Gastronom nicht mehr aufbringen kann. In die Auguststraße 28 (Galerie Rossella Junck) ist jetzt auch ein Modegeschäft eingezogen.
In dieser Gegend darf es anscheinend einen Umsonstladen, wie im Hausprojekt Brunnenstr.183, nicht mehr geben.

Da räumt man gleich auch Mieter mit Vertrag und macht das Haus unbewohnbar.

Uniform-Modeschau am Donnerstag Abend:



Es gibt viele Menschen die was gegen diese Entwicklung haben


2009-11-28
Die Statuspanik der Mittelschicht
Seit ein paar Wochen sind Sarrazin-Bravo-Sticker und islamophobe Plakate in der AUGUSTSTRASSE zu finden.

Ist das Ausdruck der neuerlichen Statuspanik der deutschen Mittelschicht, deren Statusansprüche durch die sozio-ökonomische Entwicklung zunehmend prekär werden oder akut frustriert werden?
Sucht man die Schuld an der Entwicklung bei den angeblichen Integrationsverweigerern und anderen “Sozialschmarotzern”?

“Städte sind durch Zuwanderung entstanden, und nur durch Zuwanderung können sie
ihren Bevölkerungsstand halten. Städte, zumal Großstädte, sind daher charakterisiert
durch das Zusammenleben von Fremden. Die kulturelle und soziale Heterogenität der
Bevölkerung ist ein Definitionsmerkmal von Urbanität.”
aus, Hartmut Häußermann, Walter Siebel, Soziale Integration und ethnische Schichtung - Zusammenhänge zwischen räumlicher und sozialer Integration.
2009-11-23
OST :: WEST
Der Medienrummel um die Deutsche Wiedervereinigung ist endlich vorbei …

gesehen im Prenzlauer Berg
(…)Kaum vierzig Jahre in zwei verschiedenen organisierten und dankenswerterweise konsequent voneinander getrennten Gesellschaftsformen genügten, um aus der angeblich ewigen wie einzigartigen deutschen Nation zwei in beinah allen Belangen höchst unterschiedlich tickende Bevölkerungsgruppen zu machen(…).
Wenn eine Feindschaft jemals für etwas gut war, dann diese. Anders nämlich und eindrucksvoller als durch sie wäre nie bewiesen worden, daß es eine auf Herkunft, Geschichte, Blut oder andere Körpersäfte sich gründende nationale Identität nicht gibt.(…)
Fritz Tietz, Deutscher als alle anderen, in Klaus Bittermann (Hg.), Unter Zonis, Tiamat, Berlin 2009
2009-11-15
Koppenplatz 5

Die Umwandlung von Mietwohnungen in (spekulative) Eigentumswohnungen, nicht nur in der Spandauer Vorstadt, geht weiter …
Wohnungen im ehemalige Mietshaus Koppenplatz 5 versucht jetzt die “Natulis Group AG” für knapp 3000,- EUR pro Quatratmeter zu verkaufen. Beworben wird das auch wieder mit dem angeblichen kreativen Umfeld des Quartieres: “Anziehungspunkte für Künstler, Designer, Muskimacher und andere Kreative.”
Das die Spandauer Vorstadt ihre ursprüngliche Identität schon länger verloren hat, sagt man den zukünftigen Käufern und Käuferinnen nicht.

2009-11-11
Recht auf Stadt!
Für viel Wirbel sorgte die letzen Tage ein Manifest von Hamburger Künstlern und Kulturarbeitern zur Stadtentwicklung: “Not In Our Name” (http://nionhh.wordpress.com/).
Danke Hamburg!
Auszug:
(…)Wir stellen fest, dass es (…) kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 Euro gibt, kaum mehr Wohnungen unter 10 Euro pro Quadratmeter. Dass sich die Anzahl der Sozialwohnungen in den nächsten zehn Jahren halbieren wird. Dass die armen, die alten und migrantischen Bewohner an den Stadtrand ziehen, weil Hartz IV und eine städtische Wohnungsvergabepolitik dafür sorgen. Wir glauben: Eure „Wachsende Stadt“ ist in Wahrheit die segregierte Stadt, wie im 19. Jahrhundert: Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen außerhalb.(…)
Aus ehemaligen Arbeiterstadtteilen, dann „Szenevierteln“, werden binnen kürzester Zeit exklusive Wohngegenden mit angeschlossenem Party- und Shopping-Kiez, auf dem Franchising- Gastronomie und Ketten wie H&M die Amüsierhorde abmelken.(…)
Wir kommen aus besetzten Häusern, aus muffigen Proberaumbunkern, wir haben Clubs in feuchten Souterrains gemacht und in leerstehenden Kaufhäusern, unsere Ateliers lagen in aufgegebenen Verwaltungsgebäuden und wir zogen den unsanierten dem sanierten Altbau vor, weil die Miete billiger war. Wir haben in dieser Stadt immer Orte aufgesucht, die zeitweilig aus dem Markt gefallen waren – weil wir dort freier, autonomer, unabhängiger sein konnten. Wir wollen jetzt nicht helfen, sie in Wert zu setzen. Wir wollen die Frage „Wie wollen wir leben?“ nicht auf Stadtentwicklungs- Workshops diskutieren. Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik.(…)
2009-11-10
Ausstellung: Abnahmeprotokoll
Die alte Mitte von 1984 - 1994.
250 Häuser in der Rosenthaler & Spandauer Vorstadt - Fotografien von Klaus Bädicker.
* Dauer: 31. Oktober bis 19. Dezember 2009
* Öffnungszeiten: Do, Fr, Sa 16 - 20 Uhr
Berlin Carré, ehem. Markthalle
Karl-Liebknecht-Straße 13, Laden 12/13 Erdgeschoss

Mulackstr. 37 - Foto: Klaus Bädicker
Vortragsreihe jeden Samstag um 16 Uhr
07.11. Spurensuche in der Rosenthaler Vorstadt
Die Journalistin Ulla Jung liest aus ihrem Buch. Klaus Bädicker berichtet vom Leben am Arkonaplatz während der DDR-Wohnungssanierung
14.11. Das falsche Scheunenviertel. Ein Vorstadtverführer.
Die Autorin Ulrike Steglich liest aus ihrem Buch.
21.11. Spaziergänge durch die Mitte.
Gerhard Heinicke spricht über die Geschichte der Spandauer Vorstadt.
28.11. Schicksal eines fast vergessenen Gotteshauses
Die Autorin Sabine Krusen spricht über die jüdische Privatsynagoge Beth Zion in der Brunnenstraße 33.
05.11. Gedenktafeln in der Spandauer und Rosenthaler Vorstadt seit 1990.
Volker Hobrach, Vorsitzender der Gedenktafelkommision
12.12. Geschichten von Paul und den Anderen.
Neue Berliner Geschichten.
Die Autorin Ulrike Steglich liest Geschichten über Menschen aus Mitte.
19.12. Spandauervorstadt - Das Scheunenviertel.
Gerhard Heinicke erzählt Wissenswertes zur Geschichte des Scheunenviertels.
siehe auch: Wendezeit
2009-11-03
