AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Ringvereinbrüder als Statisten

M - eine Stadt sucht einen Moerder
Szenenbild aus dem Film “M - eine Stadt sucht einen Mörder”. Solche Keller gab es bis in die 1990er Jahre viele, in den Häusern Alt-Berlins.

Im Jahre 1930 arbeitete Fritz Lang am Drehbuch von “M - eine Stadt sucht einen Mörder”.
Dazu recherchierte er auch in den Kreisen der Berliner Ringvereine
“Der Ring fühlte sich geehrt. So ein bekannter Regisseur! Und über die Brüder sollte der Film sein!
Aber am Drehbuch hatten sie doch einiges auszusetzen. Das stimmte ja hinten und vorne nicht. Ein Bruder war doch kein Rabauke, lief doch nicht so schlampig rum, wie es der Filmfritze glaubte. Fritz Lang ließ sich gerne beraten. Hier saß er Fachleuten gegenüber. Aber die Vorstände im »Ring« waren mißtrauisch. Wer sagte ihnen, daß alles so im Film zu sehen wäre, wie sie es dachten? Wer wollte kontrollieren, ob der Regisseur nicht doch die Brüder als »miese Kerle«auftreten ließ.
Fritz Lang wurde vor die Alternative gestellt: Entweder er war bereit, Ringbrüder im Film mitwirken zu lassen, oder man werde das ganze Projekt boykottieren.
Der Regisseur empörte sich. Wie hatten die Männer sich das vorgestellt? Wie im Theater, meinte ein Vorsitzender, da laufen doch auch immer solche Statisten rum. Das könnten die Brüder genausogut.
Da sollte es im Film doch Massenszenen geben, so im Versteck der Brüder, wenn sich alle versammelten. Oder wenn eine Vereinssitzung nachgestellt wurde. Also hier sei der Ansatzpunkt.
Und Boykott - man wollte ja nicht drohen, nur, was dachte der Regisseur, wen sie so alles kannten? Putzfrauen und Kabelträger, Friseure und was es da alles gäbe. Und teuer käme die Sache, wenn ständig irgendwelche Leute plötzlich zwischen Drehszenen herumliefen, einfach weil sie da laufen müßten. Solche Dinge könnte der »Ring« natürlich verhindern, aber ja doch, kein Problem.
Fritz Lang mußte das einsehen.
So wurden zwei Dutzend Ringbrüder ausgewählt, die in dem Projekt »M - Eine Stadt sucht einen Mörder« als Statisten mitwirkten. Deren Aufgabe sei es, wurde ihnen durch den Vorstand eingeschärft, »darauf zu achten, daß die Brüder im Film gut wegkommen«.”

Textquelle: Peter Feraru, Muskel-Adolf & Co. Die Ringvereine und das organisierte Verbrechen in Berlin, Berlin 1995

siehe auch: Berlin Mitte Geschichte - Die Ringvereine

2008-12-23

Abriss am Rosenthaler Platz

Abriss Rosenthaler Platz

Und das soll gebaut werden …

Hotel Entwurf

“Heute sind rund 60 Prozent des Sondermülls in Deutschland Bauabfälle. Vor 150 Jahren wurde schon deshalb fast niemals ein Gebäude abgerissen, weil man es sich schlicht nicht leisten konnte, so viel Material, so viel Arbeitsleistung zu vernichten. …”
siehe: Ein Land auf Abriss DIE ZEIT, 11.01.2007 Nr. 03

2008-12-19

Film-Dreh: Privatisierung der Auguststrasse

Zehnte Babelsberg Film Inglourious Basterds
Ein Tochterunternehmen der Studio Babelsberg AG, die Zehnte Babelsberg Film, produziert zur Zeit den Film Inglourious Basterds.

Die Dreharbeiten finden für 3 Tage im Clärchens Ballhaus statt und sie machen einen Teil der Auguststrasse zur Film-Wagenburg, zum Filmstudio.
Regie führt Quentin Tarantino, und die Starbesetzung wie z.B. Brad Pitt, machen die ganze Ecke zu einer Art Hochsicherheitszone.

Jeder Gang aus dem Haus wird von securitys argwöhnisch beäugt.
Mir wurde heute wegen fotografierens “Platzverweis” erteilt (ich dachte bisher immer, das könne nur die Polizei) und wurde dann rüde bis ins Haus zurückgeschoben.

Wie weit geht eigentlich, das Sondernutzungsrecht für Straßenland?
Die Ballhaus Auguststraße GbR macht mit ihren Filmdreh-Vermietungen gute Umsätze, aber was haben wir Bewohner davon, außer Belästigungen?

2008-12-15

Konsumopfer: KAUF UM DEIN LEBEN

Konsumopfer

gesehen in der Rosenthaler Straße

2008-12-14

Die Unterdrückung der Demokraten 1848

“Der größte Mangel der Märzrevolution ist, daß sie
die Berliner nicht revolutioniert hat”.
Friedrich Engels

Bekanntmachung 1848

Die Ereignisse in Berlin sind nicht die erste und auch nicht die letzte, nicht die größte und auch nicht erfolgreichste Aktion in der großen Welle revolutionärer Erhebungen, die 1848/ 1849 nahezu alle europäischen Länder und Völker erfaßt. Dennoch sind sie für die gesamte Revolution und den weiteren Verlauf der Geschichte von entscheidender Bedeutung.
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Wolfgang Neuss - zum 85igsten

Wolfgang Neuss, 3. 12. 1923 - 5. 5. 1989 - Filmstar der 50er Jahre - führender deutscher Kabarettist und DIE Berliner Schnauze - Filmproduzent, Gesellschaftskritiker …

Was die Berliner immer vergessen
Was die Berliner immer vergessen,
abgesehen davon, daß sie völlig vergessen,
daß es nicht die Türken sind,
die uns hier aufsuchen, ansuchen, heimsuchen,
die hier aufgenommen werden wollen,
sondern, daß es unsere Verwandten
von früher sind,
die wir selber mal waren!
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