AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Berlin Mitte Geschichte - Die Ringvereine

In einer Spelunke des Scheunenviertels, der Schnurrbartdiele, in der Straße An der Königsmauer (?), trafen sich mehrere Herren zu einem längeren Gespräch. Thema war die Selbstverständlichkeit, mit der Diebe, Hehler, Zuhälter, Kleinkriminelle und Haftentlassene für amoralisch erklärt wurden; Thema war auch die Not der Menschen, die aus der Haft kamen und mittellos auf der Straße standen. Oft genug wußten sie nicht wohin, wären verhungert, wenn sie nicht die Hilfe ihrer Ex-Haftkollegen erhalten hätten. Oder sie mußten sich wieder durch Diebstahl und Raub ernähren. Ein Teufelskreis. Vor diesem Hintergrund (…) wurde in der Schnurrbartdiele im Jahre 1890 der erste »Reichsverein ehemaliger Strafgefangener« gegründet, der sich dann 1891 offiziell konstituierte.
Es war die große Zeit der Vereine im Deutschen Reich. Ständig wurden neue gegründet. Der »deutsche Mann« war organisiert und zeigte so seine vaterländische Gesinnung. Der »Reichsverein« fiel deshalb zu Anfang nicht weiter auf, obwohl es das noch nie gegeben hatte, daß sich Ex-Häftlinge zu einer solidarischen Vereinigung zusammenschlossen, denn um Mitglied im »Reichsverein ehemaliger Strafgefangener« zu werden, mußte man vorbestraft sein.

2008-10-31
(mehr…)

Auf Augenhöhe

Veronika Veit - St. Johannes-Evangelist-Kirche

Foto: Virtuelle Ausstellungsansichten © VG Bild-Kunst Courtesy of upstairs berlin

“Die Einzelausstellung Auf Augenhöhe der Münchener Künstlerin Veronika Veit thematisiert die Lebenssituation des Menschen in einer von medialen Prozessen bestimmten Gesellschaft. (…)
Die Künstlerin verwandelt den Kirchenraum der St. Johannes-Evangelist-Kirche in der Auguststraße 90 in Berlin-Mitte in einen ästhetisch erfahrbaren Parcours aus Skulpturen und Computeranimationen. Eine Gruppe in ihrem Maßstab verkleinerter Figuren reiht sich um ein zentrales Ausstellungsobjekt, das aus übereinander gelagerten Fernsehern besteht und in der Form eines Paternosters gestaltet ist.” (Pressemitteilung)

Die Ausstellung ist noch bis 2. November 2008 täglich geöffnet von Montag bis Donnerstag 10 – 18 Uhr sowie von Freitag bis Sonntag 14 – 22 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

St. Johannes-Evangelist-Kirche
Auguststraße 90

2008-10-19

Keine Investitionsruine am Rosenthaler Platz !

Der geplante Hotelneubau am Rosenthaler Platz zwischen Brunnenstr. und Weinbergsweg, Realisierungszeitraum 2008 - 2009, kommt nicht voran: aber die Buden und Verkaufsstände mußten schon vor Monaten verschwinden. Seitdem steht nur ein Bauzaun…

Rosenthaler Platz

Berlin bleibt Risikokapital

Rosenthaler Platz Rosenthaler Platz Rosenthaler Platz

Das Schienenbett der Straßenbahn im Weinbergsweg wird erneuert:

Rosenthaler Platz

Rosenthaler Platz Rosenthaler Platz Rosenthaler Platz

Mal sehen, wie sich die “Finanzkrise” und das Platzen der Immobilien-Spekulationsblase in nächster Zeit auf die Bautätigkeit in Berlin - Mitte auswirkt.

2008-10-12

Kunsthalle Auguststr.68

Kunsthalle Auguststr.68

Der Rohbau der privaten Kunsthalle in der Auguststr.68 ist seit einiger Zeit fertiggestellt .
Hat man den Kunstsammler Olbricht die Kredite gesperrt, weil es nicht mehr weiter geht?

»Eigentlich könnte ich alles sammeln. Ja, selbst das herab gefallene Herbstlaub.« Auf Briefmarken, Bierdeckel und Blumenvasen hatte er seine Leidenschaft in jungen Jahren gelenkt. Dann häufte er Werke aus diversen Epochen der bildenden und angewandten Kunst an. Olbrichts Kollektion reicht zurück bis in den Manierismus. Seit den 90ern aber richtet sich die Sammelwut des 1948 im sächsischen Vogtland geborenen Wella-Erben stärker auf Zeitgenössisches.

Kunsthalle Auguststr.68

Beruflich macht er nebenbei Immobiliengeschäfte – irgendwo müsse das Geld schließlich her kommen, bemerkt dazu der fünffache Familienvater.
Quelle:http://k-west.net/index.php?name=News&file=article&sid=464

Kunsthalle Auguststr.68

siehe auch: Baubeginn

2008-10-10

Die Revolution sind wir

»Sie erwarten von mir, dass ich ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst ? Wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten.« Das sagte Pablo Picasso 1926. Mit einem leichten Schmunzeln kommt dem Leser der Verdacht, dass es sich um einen problematischen Begriff handeln müsse.

Im Alltag wird häufig mit dem Begriff »Kunst« sehr salopp umgegangen. Schließlich steckt in jedem ein Künstler, wie Joseph Beuys feststellte.

Und tatsächlich verbinden sich mit dem Begriff »Kunst« verschiedene Bedeutungsebenen: Im weitesten Sinn ist jede auf Wissen und Übung gegründete Tätigkeit »Kunst«. In einem engeren Sinn versteht man unter »Kunst«die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten, das nicht durch eine Funktion eindeutig festgelegt oder darin erschöpft ist und zu dessen Voraussetzungen unter anderem die Verbindung von hervorragendem Können und großem geistigem Vermögen gehören. Im engsten Sinn steht der Begriff »Kunst«, besonders in der Alltagssprache, für bildende Kunst.

Die Vorstellung von einem allgemeingültigen Kunstbegriff, für alle Zeiten und Werke anwendbar, ist heute überholt. Die Einschätzung von Kunst hängt von den Maßstäben einer Epoche und von der individuellen Sicht ab. Kunstrezeption, Kunsttheorien und Kunstbegriff können nicht getrennt von der Stellung des Künstlers gesehen werden.
Quelle: Meyers Lexikon

Die Revolution seid Ihr

VOLKSLUXUS - ein Plakat von SP-38

Die Revolution seid Ihr

DIE FIKTIVE SPRENGUNG DES HAMBURGER BAHNHOFS oder die absolute Definition von Kunst

Die Revolution seid Ihr - RAF Radical Art Force

Beuys

Joseph Beuys, Freier demokratischer Sozialismus, März 1973

20 Jahre nach der letzten umfangreichen Ausstellung in Deutschland, zu einem Zeitpunkt an dem die Sinnkrise der zeitgenössischen Kunst eine immer größere Resonanz erlangt zeigt der Hamburger Bahnhof eine umfassende Analyse Beuys’ programmatischer Behauptung “Die Revolution sind wir“.

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Invalidenstraße 50 - 51
10557 Berlin

3.Oktober 2008 bis 25. Januar 2009

2008-10-02