AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

===Sommerpause===

2007-07-14

“Wo ist die nächste Auguststraße?”: Die Galerie ist tot. Aus und vorbei.

streetart_auguststrasse.jpg

Im Rahmen der Ausstellung “convertible city” gab es am Freitag eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: “Wo ist die nächste Auguststraße?”

Was eigentlich in den zwei Stunden diskutiert wurde außer Statements von Selbstverständlichkeiten auszutauschen, kann ich gar nicht sagen. Vermutlich war die Fragestellung schon mißlungen - und die Zusammenstellung des Podiums. podium.jpg

Die Kunstszene ist ständig in einen Wandel und sucht sich immer neue Orte. (Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin) Die Künstler wandern von Ort zu Ort, diese Migration ist nicht steuerbar, sie ist ja praktisch, äh ereignet sich an ökonomischen Bedingungen, sagamal an ereignet sich an bestimmten Umständen die nicht vorauszuplanen sind. (Dr. Zdenek Felix, ehemals Direktor der Deichtorhallen Hamburg). Die Touristenströme trampeln eine kreative Atmosphäre platt. (Dr. Heinrich Wefing ,Leitender Feuilletonredakteur der FAZ) Die klassischen raumplanerischen Mittel greifen nicht (bei der Ansiedlung von Kunst und Kultur) und sollen nicht greifen. Ich bin gegen staatliche Lenkung. … Nach Berlin kommen soviele Kreative weil Berlin eine preiswerte Stadt ist. So simpel ist die Erklärung, und Berlin hat viel Flächen. (André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten)

Anregender find ich da schon den Beitrag von Alain Bieper von rebel:art

Die Galerie ist tot. Aus und vorbei. Die Ära der blutleeren Showrooms, bei denen das Happening „Vernissage“ grell jede Form von Kunst überstrahlte, geht endlich dem Ende entgegen. „Die Galerie hat ausgedient, weil, erstens, zur Vernissage jeder ohnehin nur auf die anderen Gäste schaut und ihm die Kunst schnurz und egal ist, weil, zweitens, auch der neue, immer noch zunehmende Kunstsammelrausch zu keinen weiteren Besuchern führt”, stellte Karlheinz Schmid in der Kunstzeitung (Mai 2006) über das „Auslaufmodell Galerie“ fest. (…) Wahrhaft visionäre Kunst, die gesellschaftliche Veränderungen prognostiziert und die als effektives Instrument einer symbolischen Gegenwehr funktioniert, findet heute nur noch im Off-Space statt. Also in jenen nicht-kommerziellen Kunstorten, die sich nicht um Marktkriterien und verwöhnte Sammlergeldbörsen kümmern …

2007-07-07

“Was damals recht war …”

Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

Erst im Mai 2002 hob der Deutsche Bundestag die meisten Urteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges auf. Fünf Jahre nach dieser Entscheidung erinnert nun eine Wanderausstellung an die Verurteilten deutscher Kriegsgerichte.
Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen auch nach 1945 den Opfern der Wehrmachtjustiz.
Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Diese Sicht verstellt den Blick auf den Unrechtscharakter der deutschen Militärjustiz. Zehntausende – deutsche Soldaten und Zivilisten aus nahezu ganz Europa – verloren ihr Leben durch die Entscheidungen der Wehrmachtgerichte. Auftaktpräsentation noch bis 1. August 2007 Berlin
St. Johannes-Evangelist-Kirche, Auguststraße 90, 10117 Berlin
U-Bahnhof Oranienburger Tor, S-Bahnhof Oranienburger Straße
Di bis Do
12.00 – 19.00 Uhr
Fr bis Sa
12.00 – 21.00 Uhr
So
12.00 – 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Beachten Sie auch das Veranstaltungsprogramm

2007-07-01