AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die Macht der Symbole

von Oswald Schwemmer

Einleitung

Symbole begegnen uns überall, und wir können uns ihrer Macht nicht entziehen. Symbole durchwirken nicht nur die Welt, in der wir leben, sie prägen auch unser Leben. 1 Was sind Symbole? Wir denken zunächst an Zeichen, mit denen man etwas zu erkennen gibt: an Abzeichen und Embleme, an Flaggen und Hymnen, an besondere Stätten und Rituale. Aber nicht nur das sind Symbole. Wo immer etwas eine Ausdrucksqualität hat, wo es etwas besagt, und wo dieses Etwas eine dingliche, eine sinnlich präsente Form besitzt, handelt es sich um ein Symbol. Die Wörter unserer Sprache und auch schon die Laute in den Wörtern, die Bilder, die uns umgeben, ebenso die Ausdrucksformen unserer Mimik, Gestik und Körperhaltung - all dies sind Symbole.

Und wo es nicht nur um Wörter oder Laute geht, sondern um eine ganze Sprache, da bilden sich ganze symbolische Welten oder - wie der Philosoph Ernst Cassirer sagt - symbolische Formen, in denen die einzelnen Symbole aufeinander verweisen und einander Bedeutung verleihen. Würden wir nur ein einzelnes Lautgebilde hören und dies in einer Situation, in der wir noch nicht wissen, um welche Sprache es sich handelt, und ebenso wenig, worum es in dieser Situation geht, dann würden wir nichts verstehen. Wir müssen die einzelne Äußerung als Teil einer symbolischen Welt bzw. einer symbolischen Form verstehen, um sie als Wort oder Satz erkennen zu können. Und um zu verstehen, um was es überhaupt gehen könnte, müssen wir oft auch noch den Situationszusammenhang erkennen.

So geht es uns tagtäglich in allen Bereichen unseres Lebens. Wir würden weder von uns selbst noch von der Welt, die uns umgibt, etwas verstehen, könnten wir uns nicht auf Symbole und symbolische Formen beziehen, mit und in denen wir wahrnehmen und darstellen, was etwas ist und worum es jeweils geht. Natürlich besitzen wir auch vorsymbolische Orientierungen. Unser leibliches Weltverhältnis wird von unseren Bedürfnissen geleitet und durch unsere Sinne erschlossen. Insofern sind wir immer schon orientiert; durch die Symbole aber werden Sinnverhältnisse in die Welt gebracht. Erst dadurch verbleiben die Ereignisse und Dinge, denen wir begegnen, nicht im engen Kreis von Sinnesreizen und Bedürfniszielen, sondern gewinnen einen Ort in der unbegrenzten Welt der Bedeutungen, in der alles nicht nur für sich selbst, sondern auch für etwas anderes bedeutsam ist. Mit der Herausbildung von Symbolen vollzieht sich der Übergang von einer leiblichen zur geistigen Weltorientierung: der Prozess der Menschwerdung. Dies gilt es zu erläutern.

2007-06-24

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Das DEMOKRATISCHE NICHTS: Baubeginn Auguststraße 68

Die Spandauer Vorstadt ist die “Altstadt Berlins”
und als Flächendenkmal zu schützen sowie
entsprechend weiterzuentwickeln.
(aus: Sanierungsziele für die Spandauer Vorstadt)

Auguststrasse Blick nach Westen

Der einzige “Standortfaktor” den Berlin glaubt noch zu haben - Kunst und Kultur - wird mit Hilfe seiner Lobbyisten, von den Kulturvereinen und anderen Kulturbeflissenen angefangen bis zum Berliner Senat, gegen Anwohnerinteressen und -Beiräte und anderen Stimmen rigeros durchgesetzt.
Dabei geht es um eine Immobilie, die einmal gebaut, wie schon des öfteren mal schnell wieder verkauft werden kann.

Und dafür ändert man kurzfistig die Sanierungsziele in der Spandauer Vorstadt, die über ein Jahrzehnt Bestand haben. Für andere Grundstückseigentümer wird hier ein Präzedenzfall geschaffen …

2007-06-24

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NO PROPAGANDA - streetart Auguststraße

sp38 no propaganda

2007-06-17

Protest, Fest und Polizei in der Spandauer Vorstadt

Am Freitag Abend kam es in der Spandauer Vorstadt in Berlin zu einer Reclaim the street Aktion am Hackeschen Markt und dann zu einer Spontandemonstration, die am Rosenthaler Platz von der Polizei aufgehalten wurde.

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Auf dem Rosenthaler Platz kam ein Fest in Gang, an dem sich auch immer mehr Mitte-Ausgehpublikum beteiligte - auch viele unserer internationalen Hauptstadtgäste fanden das toll - dass ab Mitternacht von der Polizei durch abdrängeln und schubsen beendet wurde. Nach spiegel online waren dabei 1000 Beamte im Einsatz.

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Auguststraße 51: Wohnungen für die „kreative Klasse“

Auguststrasse 51

In Vertrauen bauen: sogar die Wirklichkeit der Glaswände
kann die unwirkliche Kommunikation nicht verdecken, sogar
die Stimmung der öffentlichen Plätze entlarvt die
Verzweiflung und die Isolierung des einzelnen Gewissens,
sogar die geschäftige Anfüllung des Raumes lässt sich
durch Leerlauf ermessen.
S.I. Nr. 6, 1961

Nach über einem Jahr Bauzeit, wird der Neubau des Architektenehepärchens Armand Grüntuch und Almut Ernst bald fertiggestellt sein.
Die Architekturkritiker werden vielleicht wieder ins Schwärmen kommen, wie bei dem “Glaswunder”, das von Grüntuch und Ernst entworfene Wohn- und Geschäftshaus Hackescher Markt 2-3, in dem sie selbst wohnen und und ihren Firmensitz haben.
Was ist dieser Bau schon gelobt worden! Kaum setzt im steinseeligen Berliner Klima ein Architekt eine große Glasscheibe ein, greift in den Farbtopf oder zieht ein paar schräge Linien, stehen die Kritiker Schlange um zu applaudieren.

Das Duo Armand Grüntuch und Almut Ernst betreiben ausgesprochen professionelles Marketing: sie haben schon angefangen zu publizieren, als gerade zwei kleine Projekte fertig waren. Ihre erste Ausstellung 1997 bestand fast nur aus Visualisierungen! Diese offensive PR-Arbeit hat sich ausgezahlt – in den zehn Jahren seitdem wurde über das Büro mehr geschrieben als über andere in drei Jahrzehnten.

Hurra – es kommt der „neue Urbanit“! vs. Wem gehört die Stadt?

Nach der Erlebnisgastronomie kommt jetzt das “Wohnen mit Erlebnisqualität”: Neue Architektur für neue Lebensstile, für die kreative Klasse, “der Wohnkonsument sucht zunehmend nach Selbstverwirklichung”.
“Wohnen ist das “Trink Coka Cola!” des Urbanismus - die Notwendigkeit des Trinkens wird durch die, Coka Cola zu trinken, ersetzt ” (S.I.) …

2007-06-03