AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die verkaufte Mitte - Tacheles

Wie heute berichtet wurde kauft die Investorengruppe Perella Weinberg Partners, mit Hauptsitz in New York, Tacheles und die Freiflächen für 150 Millionen.
Gebaut werden soll der übliche Berlin-Mitte-Mix aus Wohnungen, Einzelhandel, Hotels und Büros.

Tacheles
Tacheles 2009

Ein ganzer Stadtteil (über 25 000m2) mit drei historischen Gebäuden, wurde von der öffentlichen Hand 1998 für 30,9 Millionen Euro DM an den geschlossenen Immoblienfondsbetreiber August Jagdfeld/Fundus Gruppe verkauft. Seine Investitionen hat er nie getätigt, die öffentliche Hand hat trotz dieses Vertragsbruches keine Rückabwicklung des Kaufes durchgeführt.

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Tacheles 2011

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/und-nochmal-tacheles
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tacheles-zaunpolitik
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tacheles

2014-09-26

update: 2014-09-29

M. Reiter bittet um Mithilfe bei Klärung folgender Fragen bzgl #Tacheles-Verkauf

Cuvry-Brache, Leerstand und Wohnungslosigkeit

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Eines der leerstehenden Häuser in der Torstraße - davor der Platz einer Wohnungslosen. Das Haus steht seit Anfang der 2000er Jahre leer.

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Cuvry-Brache Juli 2014:

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Nach einem Brand auf der Cuvrybrache Donnerstag Nacht, wurden die Bewohner_innen am Freitag morgen nicht auf das Gelände zurückgelassen.
Die Besetzung ist bis auf Weiteres beendet, ein Sicherheitsdienst soll eine neue Besiedelung verhindern.

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In einem Kommentar von Frederik Bombosch in der Berliner Zeitung stellt der Autor die berechtigte Frage: “Wie lange wird das so bleiben? Drei Tage, drei Wochen, drei Monate, drei Jahre? Wir wissen es nicht. Aber wir können uns sicher sein, dass es neue Lager geben wird in der Stadt, früher oder später. Solche, die als Protest gemeint sind, und solche, die der puren Not geschuldet sind.”
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/kommentar-zur-raeumung-der-cuvry-brache-cuvry-bewohner-werden-neue-brachen-finden,10809148,28464228.html

Fakt ist: Berlin stellt seinen Bewohner_innen nicht ausreichend Wohnraum zur Verfügung, und wenn die Menschen sich selber Wohnungen und Infrastrukturen bauen, werden sie aus diesen vertrieben.”
http://wirbleibenalle.org/?p=2172

Der Investor will die Hütten so rasch wie möglich abreißen und ab 2015 soll das Gelände mit Eigentumswohnungen bebaut werden.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-freistadt-barackia

2014-09-21

Kiezführungen

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Rosenthaler Straße Ecke Auguststraße in den 1980er Jahren, Foto Klaus Bädicker

Der Berliner Chronist und Fotograf Klaus Bädicker führt mit dem Historiker Horst Helas durch das “Scheunenviertel”.

“Was zur DDR-Zeit hier baulich gewollt, geplant und verwirklicht wurde, wie es aussah und nun ist.”

Treffpunkt: Kino Babylon am Samstag, 20.9. um 10 und 13 Uhr

Ausserdem gibt es vor der Volksbühne eine temporäre Ausstellung: Berlin die alte Mitte 1984-1994
Eine Freiluftausstellung des Fotografen Klaus Bädicker
http://www.baedicker.de/

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/scheunenviertel-mond-und-kraene-bagger-brachen-in-die-szene

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/spandauer-vorstadt/scheunenviertel/

2014-09-17

Tempo 10-Zone - Fehlende Akzeptanz der Autofahrer

Tempo 10-Zone

In der Auguststrasse und vielen Nebenstraßen der Spandauer Vorstadt darf nur mit 10 km/h (Schrittgeschwindigkeit) gefahren werden. Es ist ein durch Fußgänger hochfrequentiertes Wohngebiet, die Gehwege sind extrem schmal (in den Berliner Gründerzeitquartieren sind die Gehwege bis zu 7 m breit, in der Spandauer Vorstadt dagegen manche Gehwege nur knapp über 2 m) und werden auch noch durch die vielen gastronomischen Einrichtungen mit Stühlen und Tischen verengt. Mit einen Kinderwagen muss man oft auf die Straße ausweichen.

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Heute wurde endlich mal geblitzt …

Jörg Becker vom ADAC:
“Es ist ein Kunststück, Schrittgeschwindigkeit oder Tempo 10 zu fahren. Die meisten kriegen das nicht hin.”
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/verkehrssuender-kaum-jemand-schafft-tempo-10,10809148,26951954.html

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/tempo-10-zone-und-ausnahmegenehmigungen

2014-09-02

Disneyfizierung von Berlin Mitte: Bau mir ein Schloss

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Die Schloss-Attrappe wächst langsam in die Höhe und der Abriss an der Breiten Strasse des ehemaligen Bauministeriums der DDR ist nun abgeschlossen.

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Abriss 2.Phase - gesehen März 2014

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Jetzt wird das Grundstück durch die Liegenschaftsfonds GmbH und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an Privatinvestoren vermarktet.
“Ziel ist u.a. eine Re-Urbanisierung der Berliner Mitte als Bindeglied zwischen der Friedrichstadt, den historischen Kernen der Doppelstadt Berlin-Cölln, dem zukünftigen Humboldtforum auf der Spreeinsel, der Museumsinsel sowie den Bereichen um den Alexanderplatz.(…) Ein weiteres städtebauliches Ziel für die historischen Stadträume um Breite Straße, Brüderstraße und Petriplatz ist die Belebung des öffentlichen Raumes durch die Schaffung attraktiver Durchwegungen und Platzsituationen mit hoher Aufenthaltsqualität und, soweit möglich, differenzierten Nutzungsbereichen sowie öffentlichkeitswirksamen Nutzungen in den Erdgeschosszonen.” (Begründung zum Bebauungsplan I-218)

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siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-scharrenstrasse

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berliner-unwille-schlossbaustelle-geflutet

2014-08-18

Bodenreform - Grundrecht auf Boden

Marthashof

Am Wochenende gab es im Deutschlandfunk eine “Lange Nacht über nachbarschaftliche Wohnformen”.

Berichtet wurde über genossenschaftliche Eigentumsformen an verschiedenen Beispielen. Als Negativbeispiel wurde der Berliner Marthashof angeführt:
“Gemeinschaft ist in der Wiener Sargfabrik nicht exklusiv gedacht, sondern als offenes Konzept, das in die Nachbarschaft hineinwirkt und sich damit von anderen privatwirtschaftlich realisierten Wohnprojekten unterscheidet, die heute auch gern damit werben, dass sie Gemeinschaft für ihre Bewohner schaffen. Ein Beispiel dafür ist der Berliner Marthashof am Prenzlauer Berg, der von Kritikern als Gated Community bezeichnet wird.”
Kritisiert wurde “eine ökonomische gleiche Nachbarschaft und eine Architektur des Ausschliessens, eine gebaute Abwehr gegen den Stadtraum: die deutsche gemilderte Variante der Gated Community.”

Das fand ich schon ganz gut, aber die Schlussworte echt erstaunlich:
Alex Rühle, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung:
“Es müsste von der Politik vielmehr geschehen, wir bräuchten eine BODENREFORM, (…) die Politik müßte vielmehr machen als diese Mietpreisbremse weil ich glaube äh , es könnte bald zu äh sozialen Unruhen kommen … ”
Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München:
“Also ich stimme der Bodenreform zu (…), ich denke, das es ein Grundrecht auf Boden geben müsste, nicht nur ein Grundrecht auf Wohnen und das der Bodenmarktpreis nicht allein dem freien Spiel der Markkräfte ausgesetzt werden darf.”

Nachhören:
http://www.deutschlandfunk.de/gemeinschaft-ein-verlorenes-paradies.704.de.html?dram:article_id=290003

2014-08-06

Proteste gegen Israels Militäreinsatz

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»Zehntausende aus Protest gegen Israels Militäreinsatz auf der Straße

Washington, Santiago de Chile und Paris sind dieses Mal die Stätten der größten Demonstrationen gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen gewesen.
Mehrere tausend Menschen haben am Samstag vor dem Weißen Haus in Washington gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen protestiert. Viele Demonstranten schwenkten palästinensische Flaggen und forderten ein Ende der Offensive in dem Küstengebiet im Nahen Osten. Auf Schildern war etwa “Schluss mit den US-Hilfen für den jüdischen Staat” und “Israel sanktionieren - ein Terrorstaat” zu lesen.«
http://www.dw.de/zehntausende-aus-protest-gegen-israels-milit%C3%A4reinsatz-auf-der-stra%C3%9Fe/a-17828405

Durch Berlin Mitte demonstrierten am Samstag ca. 500 Menschen gegen den israelischen Militäreinsatz in Gaza.

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Die Demonstration Ecke Rosenthaler Straße / Auguststraße

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Rolf Verleger, langjähriges Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland, schrieb in einen Gastbeitrag in der FR am 1.8.:
“Israels Unrecht auf geraubtem Land - Es ist ein Mantra deutscher Politiker, Israels Attacke auf Gaza sei gerechtfertigt. Wann nehmen sie endlich Vernunft an?
Seit 2005 ist Gaza ein großes Gefängnis; Israel hat es verriegelt, Ägypten bewacht den Hinterausgang. Israel erlaubt Ein- und Ausfuhren nur insoweit, dass niemand verhungert. Boote dürfen nur bis drei Meilen vor die Küste fahren, den EU-finanzierten Flughafen hat Israel zerbombt. Das hat die bescheidene Industrie und Landwirtschaft ruiniert. Womit sollen sich also die Einwohner beschäftigen? Ist es so erstaunlich, dass sie Tunnel bauen, um die Gefängnismauern zu durchlöchern? Ist es so erstaunlich, dass sie versuchen, ihren Gefängniswärtern zu schaden? (…)

Das zweite Massaker in fünf Jahren

Manche Leute äußern Verwunderung, warum Deutsche gegen dieses Massaker – das zweite in fünf Jahren – auf die Straße gehen. Warum nicht gegen Putin, Syrien, Nigeria? Nun, die Antwort ist einfach: Weil wir – zu Recht oder zu Unrecht – das Gefühl haben, dass deutsche Politiker und Medien mit diesen anderen Konflikten nicht viel zu tun haben oder neue Gesichtspunkte wenigstens zur Kenntnis nehmen. Diesen Eindruck kann man bei den Äußerungen der Spitzenpolitiker zu Gaza nicht haben. Sie wiederholen mantra-artig, Israels Attacke sei gerechtfertigt, denn jeder Staat habe das Recht, sich gegen terroristische Attacken zu verteidigen. Dagegen richtet sich unser Protest: Wir wollen, dass unsere Politiker Vernunft annehmen.(…)
Die EU sollte Israel daran messen, welche Fortschritte es bei der Beachtung von Völkerrecht und Menschenrechten macht. Und sie sollte darauf bestehen, dass es den Forderungen der Palästinenser nachkommt. Das heißt, dass die EU die andauernde Diskriminierung nichtjüdischer Israelis in Praxis und Gesetzgebung, die Militärdiktatur über das Westjordanland und seine Besetzung, die jahrelange Belagerung Gazas, verbunden mit periodischen Massenmorden an seinen Einwohnern, mit Sanktionen gegen Israel belegen muss. Statt Antisemitismus herbeizureden, sollten unsere Politiker und Medien mit ihrem Mitläufertum bei dem aktuellen Unrecht aufhören.”
http://www.fr-online.de/meinung/gaza-krieg-israels-unrecht-auf-geraubtem-land,1472602,28007268.html

2014-08-03

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