AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Baustellengastronomie

Der neuste Trend der Gastronomie in der Spandauer Vorstadt: die Baustellengastronomie.

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gesehen in der Gipsstraße

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gesehen in der Auguststraße

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gesehen in der Tucholskystraße

2015-08-26

Die Rückeroberung der Straße II

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Ein Hauch der 90er Jahre wehte am Wochenende durch die Auguststraße beim Festival der KuLe zum 25 jährigen Jubiläum des Hausprojektes in der Auguststraße 10.
Die Straße war voller Menschen, die Touristen schauten irritiert oder interessiert dem Treiben zu und waren, was in der Auguststraße selten vorkommt, in der Minderheit.

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Viele Autofahrer kapitulierten vor der Menschenansammlung auf der Straße, ließen sich durchwinken oder drehten um.

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Die ‘Baustellenabsperrung ohne Baustelle’ an der Kreuzung Auguststraße Tucholskystraße ermöglichte die Rückeroberung der Straße und bot den nötigen Platz um die Fassadenperformance von Grotest Manu, die Geschichte der Auguststraße in 6 Bildern, zu genießen.

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“Schon die Instandbesetzerbewegung der 80er-Jahre hat Strukturen geschaffen von denen man in Kreuzberg, Schöneberg und Wedding noch heute profitiert. KuLe und viele andere Häuser und Projekte der 90er haben nicht nur spekulationsfreien Wohn- und Atelierraum geschaffen, sie haben sich aktiv und nachhaltig in das eingemischt, was im öffentlichen Raum der Stadt verhandelt wurde.” (Benjamin Foerster-Baldenius)

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KEIN SCHWEIGEN WENN MIETEN STEIGEN

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2015-08-17

25 Jahre KuLe

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14. - 16. August 2015
*** Relations in Time***

Mit einem dreitägigen Happening wird die Vielfalt des Hausprojektes in seiner Geschichte und Gegenwart gefeiert. Über 30 Künstlerinnen und Künstler, die einen persönlichen Bezug zur KuLe haben, beteiligen sich mit Performances, Installationen, Konzerten, Filmen und Lesungen, bekochen die Community, legen zum Tanz auf, schmeißen die Bar, erinnern sich an Legendäres, schauen über den Tellerrand und chillen in die Zukunft. Ein Treffpunkt für alte und neue Nachbar_innen, in einem Kiez, den manche schon verloren meinten!

Mit spektakulären Performances an der Fassade lässt die Gruppe “Grotest Maru” die Geschichte der Auguststrasse aufleben und stellt einen Bezug zur Vorgeschichte der KuLe her. Die Backstube der ehemaligen jüdischen Bäckerei im Keller des Hauses wird zum Ausstellungsort für “Amp Tea Music” von JoHe & Gästen während im Erdgeschoss die Ausstellung “Book in Progress” einen Einblick in die bevorstehnde Publikation “KULE HAUS BERLIN” liefert.

Kule e.V.
Auguststraße 10
10117 Berlin

http://www.kunsthauskule.de/25-Jahre-KuLe-Festival

2015-08-13

Die Rückeroberung der Straße

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Die Zeiten als auf der Straße noch gespielt wurde sind längst vorbei. Nur noch selten sieht man in Berlin noch ältere Menschen vor ihren Haus auf der Straße sitzen.

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Der Öffentliche Raum ist durch das Auto und der Ökonomie besetzt. Auf der Straße sitzen ist nur gestattet gegen Verzehr und Konsum.
Selbst die Zeiten, in denen man stundenlang bei einem Getränk in einen Cafe sitzen konnte, gehören der Vergangenheit an.

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In der Spandauer Vorstadt sind die Gehwege meist nur knapp zweieinhalb Meter breit und durch Stühle und Tische der vielen Gastronomieeinrichtungen besetzt.

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Wie können wir den Öffentlichen Raum zurückgewinnen?

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/spielplatz-strasse

2015-08-10

Für ein grundsätzliches Parkverbot

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Immer dann wenn es in den Straßen temporäre Parkverbote gibt, wegen Veranstaltungen oder Baustellen, erkennt man wie schön doch die Straße OHNE abgestellte Autos wäre.

Klaus Gietinger, Sozialwissenschaftler und Drehbuchautor, zeigt Alternativen zum motorisierten Individualverkehr auf und entwirft die „konkrete Utopie“ einer „autobefreiten Gesellschaft“:

“Autofahren ist meines Erachtens Sucht und Seuche zugleich, die Nutznießer wie Drogenkartelle aus Wirtschaft, Politik und Medien nähren.(…)

Ich propagiere die Abschaffung des Autos – Wesentliches ist dazu nötig:

1. Die radikale Reduzierung der Geschwindigkeit.

2. Die grundsätzliche Aufhebung der eingebauten Vorfahrt, das heißt, die Autos würden ihr Recht, die Straßen bevorzugt und allein zu benutzen, verlieren – Vorrang hätten Fußgänger oder Radfahrer.

3. Das Verbot des Parkens auf der Straße und auf dem Gehweg.

(…)

Wir müssen draußen bleiben: Grundsätzliches Parkverbot

Würde man zusätzlich das Parken auf Straßen, Gehsteigen und Plätzen untersagen und Sammel- und Quartiersgaragen für die Anwohner einrichten, wäre auch hier der Spaß, 80 Kilogramm Mensch mit 1,5-2 Tonnen Stahl und Plastik fortzubewegen, deutlich gemindert. Der Mensch müsste nämlich 300-500 Meter zur Garage laufen, so weit, wie er zur nächsten Bus-, Tram- oder Bahnstation hätte. (…)
Auf die Dauer würden die Gehsteige verschwinden. Die Straße wäre wieder ein Ort der Kommunikation, des Spiels und erst dann des Verkehrs. (…)
Bevor man einen Pkw anmelden darf, muss man einen Stellplatz nachweisen, der wiederum in mindestens 300 Metern Entfernung platziert sein müsste. Dies würde eine der wenigen nützlichen Privatisierungen darstellen. Jeder Autobesitzer müsste sich selbst um den Platz für sein ‚Stehzeug’ kümmern.”
Text: Klaus Gietinger

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Zur Zeit gibt es eine Bausstelle mit Parkverbot an der Ecke Auguststraße / Tucholskystraße.

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siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-stadt-und-das-auto
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auto-wahn

Klaus Gietinger, Totalschaden. Das Autohasserbuch, 2010

2015-07-28

Über den Tellerrand - Welches Europa wollen wir?

Nach einer beispiellosen ‘Propagandaschlacht’ der deutschen Medien in Bezug auf Griechenland war gestern im Spiegel zumindest das einmal zu lesen:

“Die griechische Regierungspartei Syriza wird oft als linksradikal beschrieben. Doch zumindest für Finanzminister Varoufakis und Premierminister Alexis Tsipras gilt: So links sind sie gar nicht. Sie haben allerdings einen völlig anderen Blick auf die Krise als Deutschland und viele andere Eurostaaten.
Ihr Bild von der Wirtschaft ist geprägt von den Gedanken von John Maynard Keynes. Der britische Ökonom war Mitte des 20. Jahrhunderts ein Star und beeinflusst auch heute noch sehr viele Wirtschaftsforscher weltweit. Vor allem in den USA sind Keynes’ Lehren populär - bei Nobelpreisträgern wie Paul Krugman oder Joseph Stiglitz, aber auch bei vielen Volkswirten der großen Wall-Street-Banken.”
Konflikt um Griechenland: Kampf der Ideologen
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-und-deutschland-kampf-der-ideologien-a-1042057.html

Heraklion, Mai 2015
gesehen in Heraklion, Mai 2015

Heraklion, Mai 2015
Ein Übersetzungsversuch: wegelagerer und listen sind die staaten und kapitalisten

In seinen Buch ‘Kapitalismus und Freiheit’ entwarf Milton Friedman in den 1960er Jahren den Gegenentwurf zum Keynesianismus.
Der Durchbruch zur dominierenden Ideologie gelang dem Neoliberalismus in den 1970er Jahren, mit den ersten neoliberalen Großexperimenten an den Menschen im Chile Pinochets ab 1975 und im Großbritannien Thatchers ab 1979.

Naomi Klein hat in ihren Buch ‘Die Schock-Strategie, Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus’, das neoliberale Konzept skizziert:
“Erstens: Regierungen müssen alle Regeln und Regulierungen streichen, die der Akkumulation von Profiten im Weg stehen.
Zweitens: Sie sollten alles verkaufen, was profitorientiert von Unternehmen betrieben oder erledigt werden kann.
Drittens: Sie sollten die Sozialausgaben drastisch zurückfahren.
Im Rahmen dieser dreigliedrigen Formel von Deregulierung, Privatisierung und Einschnitten führte Friedman viele Details aus. Steuern sollten, wenn überhaupt nötig, niedrig sein, Arm und Reich denselben Steuerfixbetrag zahlen.
Unternehmen sollten ihre Produkte überall auf der Welt verkaufen können, und Regierungen sollten nichts unternehmen, um Industriezweige oder Unternehmenseigner vor Ort zu schützen.
Alle Preise, einschließlich des Preises für die Arbeitskraft, sollten vom Markt festgelegt werden. Mindestlöhne sollte es nicht geben.
Zur Privatisierung bot Friedman das Gesundheitswesen, die Post, das Bildungswesen, Krankenkassen und sogar Nationalparks an.
Kurz gefasst und ziemlich unverblümt verlangte er nach dem Abbruch des New Deal – dieses lästigen Waffenstillstands zwischen Staat, Unternehmen und Arbeitskräften, der nach der Weltwirtschaftskrise einen Volksaufstand verhindert hatte.
Welchen Schutz die Arbeiter auch immer für sich herausgeholt hatten, welche Dienstleistungen jetzt der Staat auch immer anbot, um Auswüchse des freien Marktes zu dämpfen, die Gegenrevolution der Chicagoer Schule wollte das alles rückgängig machen.
Und sie wollte noch mehr – sie wollte sich aneignen, was Arbeiter und Regierungen in jenen Jahrzehnten intensiver gesellschaftlicher Aktivitäten aufgebaut hatten. Die Aktivposten, die zu verkaufen Friedman die Regierung drängte, waren das Ergebnis jahrelanger Investitionen von öffentlichen Geldern und guter Bewirtschaftung, die sie aufgebaut und sie wertvoll gemacht hatten. Nach Friedmans Ansicht sollten all diese öffentlichen Reichtümer prinzipiell in Privathände umgeschichtet werden.”

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Am Abend des 03.07.2015 sind in Berlin über 2.000 Menschen auf die Straße gegangen, um die SYRIZA-Regierung beim Referendum am Sonntag in Griechenland zu unterstützen. Die Demonstranten riefen dazu auf, mit Nein zu stimmen. Der Protest richtete sich zudem gegen die drastische Krisen- und Austeritätspolitik der Europäischen Union, der Troika und der Internationalen Währungsfonds (IWF).

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siehe auch:

Das sind die verrückten Ideen der Griechen, die Schäuble so auf die Palme bringen
http://norberthaering.de/de/newsblog2/27-german/news/265-verruecktheiten

Naomi Klein, Die Schock-Strategie, Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus, Frankfurt 2009

2015-07-05

Fassadengestaltung

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Die Sanierung der WBM Plattenbauten Auguststraße / Rosenthaler Straße gehen weiter.

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An der Auguststraße 46 wurde ein Probeanstrich in verschiedenen Farbtönen angebracht.
Die Keramikfliesen in diesen dunklen Grau sollen wohl Spandauer-Vorstadt-stylisch sein.

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siehe auch: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/alles-zukleben

2015-07-01

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