AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

to be in mitte - Torstrasse 224/228

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Die letzten preiswerten Mietwohnungen in Mitte verschwinden durch Abriss oder Teilabriss, Luxussanierung und Umwandlung in Eigentumswohnungen.

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Hier sollen in der Torstraße 224/228 Eigentumswohnungen “zur Kapitalanlage und Selbstnutzung” entstehen.

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Bild: http://nagelberlin.de/de/mitte-2

Der Vermarkter wirbt mit “Tor Lofts - to be in mitte - exclusive urban living space” und “die Torstraße bietet Ihnen alles, was urbanes Leben charakterisiert – und darüber hinaus viel Potenzial für die Werthaltigkeit und den Wertzuwachs Ihrer Immobilie.”

Bis die Blase platzt …

Angeboten werden z.B. eine 1-Zimmerwohnung (54 qm) für 279.000 € oder eine 3-Zimmerwohnung (75 qm) für 401.000 €.

2016-02-10

Berlin Fashion Week

Berlin Fashion Week

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Innen Fashion, außen Dreck” titelte die Zeit.
“Es ist nicht nur das Wetter, die Stadt selbst ist im Grunde völlig ungeeignet für die glänzende Aura der zur Schau getragenen Couture – so unreflektiert unprätentiös, dass es an Frechheit grenzt. Berlin ist nicht Paris, wo die Leute in kleinen Dachkammern hausen, um sich die richtigen Schuhe für die Boulevards draußen leisten zu können. Der Berliner will einen Südbalkon und es ist ihm von ganzem Herzen egal, dass er dafür Jeans von der Stange tragen muss, deren Waschung aussieht, als sei die Blondierung in der Einkaufstüte explodiert. Seien wir ehrlich: Die Fashion Week in der deutschen Hauptstadt ist wie ein Konzert der Berliner Philharmoniker auf dem R’n'B-Floor einer Großraumdisco.”

Ja, BERLIN BLEIBT DRECKIG. Und das ist auch gut so.

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2016-01-21

Berlin Geschichte - Spartakus

“Am 4. August 1914 hat die deutsche Sozialdemokratie politisch abgedankt” mit diesem Satz beginnt Rosa Luxemburg ihren Grundsatzartikel in der neuen Zeitschrift ‘Die Internationale’. Die erste Nummer im April 1915 ist aus Gründen der Zensur zugleich die letzte. Dennoch: Die Linksopposition innerhalb der SPD formiert sich. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Franz Mehring, Ernst Meyer, Juliau Marchlewski, Leo Jogiches, Hermann und Käte Duncker, Wilhelm Pieck, Paul Schwenk, Luise Zietz. (…)
Der Unwille in Partei und Gewerkschaften wächst. Mehr als eintausend Sozialdemokraten unterzeichnen im Juni 1915 einen offenen Brief mit der Forderung, „daß Fraktion und Parteivorstand endlich ohne Zaudern dem Parteiverderben Einhalt tun, den Burgfrieden aufsagen und auf der ganzen Linie den Klassenkampf nach den Grundsätzen des Programms und der Parteibeschlüsse, den sozialistischen Kampf für den Frieden eröffnen.”

Am 1. Januar 1916 veranstaltet die Gruppe Internationale im Anwaltsbüro der Brüder Liebknecht, Chausseestraße 121 ihre erste Reichskonferenz. Über dieses illegale Treffen schreibt Käte Duncker ihrem zum Kriegsdienst eingezogenen Mann: „Gestern war eine größere Familienbesprechung zusammen mit Onkel Franz und Karl. Es handelt sich um den Nachlaß von Tante Rosa. Da waren natürlich auch die Verwandten aus den übrigen Orten gekommen, aus Stuttgart; Frankfurt, Leipzig, Chemnitz, Jena, Erfurt, Braunschweig, Düsseldorf”.

Die Geburtsstunde des Spartakusbundes.

Agitation. Ein engmaschiges Vertriebsnetz für Flugblätter und Broschüren wird geknüpft; mit geheimen Depots in Gartenlauben, Kellern und auf Dachböden. Und im Atelier des Malers Alfred Stiller, Blücherplatz 2, laufen ab 1917 die organisatorischen Fäden zusammen.

(…)

Spartakusaufstand 1919

“Alle Macht den Räten”, lautete die zentrale Zielsetzung des Spartakusbundes. “Alle exekutive, alle legislative, alle richterliche Gewalt bei den Arbeiter- und Soldatenräten.” Liefe das Rätesystem auf die Diktatur des Proletariats hinaus? Würden Adel und Bürgertum vom Wahlrecht ausgeschlossen sein? „Zur Wahl der Arbeiter-und Soldatenräte schreitet das gesamte erwachsene werktätige Volk in Stadt und Land und ohne Unterschied der Geschlechter.”

Arbeiterräte oder Nationalversammlung, Rätesystem oder Parlamentarismus — diese grundsätzliche Streitfrage wurde schließlich durch Waffengewalt entschieden. Auslöser der Kampfhandlungen war die Entlassung des linken Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn, Mitglied der USPD. Seine Partei rief zum Massenprotest, und die Massen kamen. Zweihundertfünfzigtausend Arbeiter, nicht wenige bewaffnet, zogen am 5. Januar 1919 von der Siegesallee durch das Brandenburger Tor zum Alexanderplatz und bekundeten vor dem Polizeipräsidium ihre Solidarität. Unter dem Eindruck solch gewaltiger Resonanz rief ein eilig gebildeter Revolutionsausschuß zum Sturz der Regierung auf. Kommandos besetzten das Zeitungsviertel und öffentliche Gebäude. Vergebens. Die von Ebert und Noske („Einer muß der Bluthund werden”) aufgebotenen konservativen Truppen erwiesen sich als militärisch überlegen; Karl Liebknechts „freie sozialistische Republik” mußte ein Wunschtraum bleiben.

Text: Berger, Joachim, Berlin freiheitlich & rebellisch, Berlin 1987

siehe auch:

Berlin Geschichte - Zur Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg

2016-01-05

Der Abriss des Jahres: das Leineweber- und das Aschinger-Haus

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FOTO : Willy Pragher 1955 Landesarchiv Baden-Württemberg

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FOTO : Willy Pragher 1981 Landesarchiv Baden-Württemberg

“Niemand weint der Schmuddelecke eine Träne nach.”, wurde im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung behauptet. Die Berliner Tageszeitungen waren sich auch einig: “doch eigentlich war das Wort schmuddelig noch zu mild” schrieb die Morgenpost, “betrat man die „Arkaden“ am Beate-Uhse-Museum, diesen düsteren, stinkenden, von Kreaturen der Nacht bevölkerten Tunnel, der entlang der Joachimsthaler Straße zum Bahnhof Zoo führte, dann war man an einem finsteren Ort - das Land Mordor von West-Berlin. Sex-Shops mit Video-Kabinen, Pfandleiher, Spielhalle, ein heruntergekommener Donut-Laden, Sportwetten, Döner-Buden und China-Imbisse, dann wieder Sex. World of Sex.”

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FOTO : REINER LINKE März 2015

Für mich verschwand (wieder) ein Stück Westberlin mehr.
Unvergessen sind für mich die Zeiten, als man noch “nach Westdeutschland” fuhr, auch wenn man nach Süddeutschland wollte.
Als der Bahnhof Zoo noch ein Fernbahnhof war und es noch Nachtzüge gab. Zum Beispiel in Nürnberg um 24 Uhr in den Zug steigen, ein leeres Abteil finden und die Sitze zu einer grossen Liegefläche ausziehen. 2 Stunden später Grenzkontrolle und dann ungestört schlafen und um 6 Uhr morgens am Zoo ankommen.
Und dann in das PRESSECAFE im Aschinger Haus, was immer offen hatte: wieder in Westberlin, zuhause.

In das Pressecafe zog dann irgendwann ein Burger King ein.

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Bahnhof

“Als eines der deutlichsten Beispiele mit welcher fast unscheinbaren Brachialgewalt eine Ökonomisierung von Räumen voranschreitet, kann man an der Umstrukturierung der deutschen Bahnhöfe in Shopping Malls mit Fahranschluss erkennen. Bahnhöfe waren in früheren Zeiten ein Inbegriff des Öffentlichen Raumes. Bahnhöfe hatten immer einen besonderen Charme, ein Charisma, keinesfalls immer positiv konnotiert. Vor allem mit dem Blick eines profunden Szenekenners war es relativ schnell sichtbar, welche Szene sich an welchen Orten des Bahnhofs aufhielt: die Stricher – Jungs und die sich auf der Suche befindlichen Freier, die „Drogis“, die Prostituierten, Punks und Straßenkids, Kleinkriminelle, Taschendiebe und Schließfachspezialisten … und dazwischen die Szene der normalen Bahnreisenden, die zum Teil die einzelnen Szenen gar nicht wahrgenommen haben – Treffpunkt Bahnhof.” (1)

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GARSKI - Berliner Sumpf

Dietrich Garski, Bauherr und Architekt des Aschinger-Hauses, 1973 an das Leineweber-Haus angebaut und mit einer Passage verbunden, steht in der langen Geschichte der Berliner Bau- und Korruptionsskandale.
1978 gewährte der Berliner Senat dem Bauunternehmer Garski eine Bürgschaft von 112 Mio. DM für ein Bauprojekt in Saudi-Arabien. Mitverantwortlich dafür war auch der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe (SPD). Als Garski 1980 pleite ging mußte der FDP/SPD-Senat Anfang 1981 zurücktreten.
Von dem Machtvakuum, das durch den Legitimationsverlust des Berliner Senats entstanden war, profitierte dann die Hausbesetzerbewegung.

PEEPSHOW

“Heute, im Zeitalter des Internet-Sex, sind Peepshows nur noch eine skurrile Fußnote der menschlichen Kulturgeschichte.” (2)
In der Aschingerhaus-Passage gab es eines der ersten Peepshows in Berlin. Gerne erzähle ich diese Anekdote: ich kannte einen der Dolmetscher Michel Foucaults während des Tunix-Kongresses 1978, und er erzählte, er mußte während einer Kongress-Pause mit Foucault die Peepshow aufsuchen, weil Foucault unbedingt mal so eine Peepshow besuchen wollte.

Und das soll jetzt gebaut werden - 9200qm Einzelhandelsfläche und Büros:

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(C) Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten

1 http://www.sozialraum.de/treffpunkt-strasse.php
2 http://www.spiegel.de/einestages/sex-in-den-siebzigern-a-949717.html

Zur Hausbesetzerbewegung siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-westberliner-hausbesetzerbewegung

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-geschichte-berliner-linie-der-vernunft

2015-12-23

Sanierung der Gasleitung

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In letzter Zeit wurde die neue Gasleitung an der Ecke Auguststraße Tucholskystraße verlegt.

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Schade daß die Baustelle an der Ecke bald abgeschlossen ist: es war eine schöne Verkehrsberuhigung für einen Teil der Straße.

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/eine-gasleitung-wird-erneuert

2015-12-14

Invalidenstraße 1 - update

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Dank des Hinweises eines Lesers bin ich am Sonntag an die Ecke Invalidenstraße Brunnenstraße spaziert.
Die Ecke wird jetzt abgeräumt.

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siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/invalidenstrasse-1

2015-11-24

Baustellengastronomie II

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Gesehen in der Auguststraße - ganz vergessen zu posten. Die Bausstelle ist schon wieder weg.

siehe:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/baustellengastronomie

2015-11-24

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