AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Großstadtpanzer und Weihnachtsmarkt

Zur Zeit wirbt der Ingolstädter Automobilkonzern mit einem Pseudoweihnachtsmarkt auf dem Parkplatz neben dem Tacheles für seine Pseudogeländewagen mit dem Motto: “Audi holt die Berge in die Großstadt”.

Wann werden endlich diese ‘Fahrzeuge’ in der Innenstadt verboten?

auto3.jpg

auto4.jpg

auto5.jpg

“„Sport Utility Vehicles“ oder kurz: SUVs – diese Mischung aus Kleinbus und herkömmlichem Pkw mit Offroad- und Outdoor-Attitüde – wirken ein bisschen wie urzeitliche Saurier auf unseren Straßen: zu breit, zu hoch, zu schwer und zu stark für den normalen Stadtverkehr. (…)
So meinen SUV-Fahrer intuitiv bei Verkehrsunfällen mit anderen (in aller Regel leichteren) Pkw den Gesetzen der Physik folgend auf der sichereren Seite zu sitzen. (…)
Der vermeintliche Sicherheitsgewinn der Insassen geht auf Kosten der anderen Verkehrsteilnehmer.(…)
Inzwischen sind eine ganze Reihe Studien veröffentlicht, die eine deutlich erhöhte Verletzungs- und Todesrate bei Zusammenstößen von SUVs mit Fußgängern nachweisen.”
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/juni/der-krieg-auf-den-strassen

auto1.jpg
Tempo-10-Zone in der Auguststrasse - kaum jemand hält sich daran

auto2.jpg
Zum Glück ist es nur ein Spandauer Vorstadt Poller

2014-12-18

Mall of Berlin - Mall of Shame

Mall of Berlin - Mall of Shame

Seit Ende September ist es nun eröffnet: das neueste Einkaufzentrum in Berlin Mitte, auf dem 22.000 Quadratmeter großen Areal am Leipziger Platz.

Mall of Berlin - Mall of Shame

Mall of Berlin - Mall of Shame
Demonstration am 6.12.2014

Weil sie ihren Lohn nicht bekommen haben protestieren seit Wochen eine Gruppe von Bauarbeitern vor dem Einkaufzentrum. “Subunternehmen haben Arbeiter aus Rumänien für kaum sechs Euro Stundenlohn zehn Stunden am Tag schuften lassen, und am Ende nicht einmal diesen niedrigen Lohn vollständig an die Arbeiter bezahlt.” http://wirbleibenalle.org/?p=2384 Unterstützt werden sie von der Basisgewerkschaft FAU.

Mall of Berlin - Mall of Shame

“Städtebaulich ist Berlin auf dem besten Weg, sich der Lächerlichkeit preiszugegeben. Die Eröffnung der “Mall of Berlin” markiert einen neuen Höhepunkt dieser Entwicklung,” schreibt Johannes Novy in einem lesenswerten Artikel in der Zeit und, der Mall-Inhaber Harald Huth träumt schon jetzt davon, zu expandieren. “Weitere 50 Geschäfte auf 20.000 Quadratmetern sind am Leipziger Platz in Planung, und wenn es nach ihm geht, könnte gleich das ganze Areal vom Potsdamer Platz bis zum Hackeschen Markt in ein “Shopping District” umgewandelt werden.”

2014-12-07

update 2014-12-10

Nach Recherchen der Abendschau (rbb) ist der für den Bau verantwortliche Generalunternehmer, die FCL Fettchenhauer Controlling und Logistic GmbH, “pleite”.
“Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde eingesetzt. Nach Informationen der Abendschau wurde bei der Staatsanwaltschaft auch eine Klage wegen Insolvenzverschleppung eingereicht. (…) Viele Firmen, die für FCL gearbeitet haben und seit Monaten auf hohen unbezahlten Rechnungen sitzen, fehlt allerdings dieser Glaube. Allein diese neun Unternehmen warten - Stand Ende November - auf mehr als vier Millionen Euro.”
Auch gibt es erhebliche Mängel beim Brandschutz.
http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/2014/12/generalunternehmer-der–mall-of-berlin–ist-pleite.html

Forum Museumsinsel - Pizzabäcker Freiberger vermietet an Pizzalieferdienst

Fernsprechamt
ehemaliges Fernsprechamt Tucholskystrasse

Wie gestern bekannt wurde, wird eine ca. 10.760 m² große Fläche des ehemaligen Fernsprechamts an die Delivery Hero Holding GmbH ( Lieferheld und pizza.de) als Firmenzentrale vermietet.
Neben der Telekom Führungsakademie ist das der 2. Hauptmieter in dem 31.000 m² grossen Immobilienensemble der Freiberger Holding zwischen Oranienburger Straße und Spree.
http://www.propercity-berlin.de/delivery-hero-mietet-10-700-m-im-forum-museumsinsel-63767.html

Ernst Freiberger kam 1976 nach Berlin, nachdem ihm Papa Ernst Freiberger senior (der hatte sein Geld als exklusiver Eislieferant der olympischen Spiele 1972 in München gemacht) eine vom Konkurs bedrohte Bäckerei für Tiefkühlpizzen in Moabit gekauft hatte.

Ernst Freiberger zur Morgenpost: “Ich finde, der Pizzabäcker ist ein ehrenwerter Beruf; zumindest der Tiefkühl-Pizzabäcker, weil der Millionen Menschen sehr gutes preiswertes Essen zur Verfügung stellt. (…) Aber wenn Sie mich so fragen: Immobilien-Hai, Immobilienmakler oder Pizzabäcker – dann bin ich lieber Pizzabäcker.”
http://www.morgenpost.de/berlin/article1930638/Investor-Ernst-Freiberger-ein-Bayer-in-Berlin.html

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt

2014-11-29

Immer wieder Auguststrasse

Er ist wieder da

Die letzten Tage gab es wieder Dreharbeiten in der Auguststrasse, mit Intervallsperrungen für Radfahrer und Fußgänger. Blöde nur wenn man es eilig hat …

Er ist wieder da

Er ist wieder da

Gedreht wurde an der Verfilmung des Romans ‘Er ist wieder da‘ von Timur Verme.

siehe auch:

Einfallslose Locationscouts

2014-11-14

Brunnenstrasse 183

Brunnenstrasse 183
Umsonstladen Brunnenstr. 183 - gesehen 2008

Wiedereinmal wurde mit dem Kauf eines bewohnten Mietshauses, dann Räumung der BewohnerInnen mit der Begründung zu investieren, seine Investitionsankündigungen nicht einhaltend, mit Leerstand und Weiterverkauf Profit gemacht.
2006 kaufte Manfred Kronawitter die Brunnenstrasse 183 für 285.000 Euro.
Das Haus war in den frühen 90er Jahren besetzt worden. Später wurde es zwar legalisiert, doch Kronawitter zweifelte die Mietverträge an und bekam nach langjährigen Gerichtsverfahren Räumungstitel gegen die Bewohner. Weiterverkauft wurde es Ende 2010 für 1,3 Millionen Euro an die Geschwister Christoph und Catharina Birkel (aus der Nudelherstellerfamilie), nachdem im November 2009 mit 600 Polizisten geräumt wurde.

Brunnenstrasse 183

Das Haus wurde nun saniert und seit ein paar Tagen ist die Bauplane entfernt. Die taz zur neuen Fassade: “Da passt der neue Wandschmuck, der fast pünktlich zum fünften Jahrestag der Räumung der 183 enthüllt wurde. Die Goldlettern sind ein Statement. Vielleicht auch eine Provokation. Ganz sicher eine Demonstration für alle, die noch nicht verstanden haben, was Gentrifizierung ist. ”

Brunnenstrasse 183

Die Brunnenstrasse:

Brunnenstrasse

Brunnenstrasse

2014-11-06

SAP in der Rosenthaler Strasse

rosen_august.jpg
Rosenthaler Straße Ecke Gipsstraße - gesehen 1996

2002 entschied sich, dass die Fläche mit einem Bürogebäude bebaut wird, als Hauptniederlassung des SAP-Konzerns in Berlin.
Die taz titelte damals: “Standortvorteil Szeneviertel
Der Software-Konzern SAP eröffnet eine neue Niederlassung für 550 Mitarbeiter in Mitte. Auf dem Rosenthaler Hof entsteht für 60 Millionen Euro ein siebenstöckiges Bürogebäude. Konzernchef Plattner ist von der Jugendlichkeit des Viertels angetan.” und Hasso Plattner wird zitiert mit: “Wir haben in Walldorf zwar guten Spargel aber eine Kneipenlandschaft ist unseren Gästen oft wichtiger.”
2004 wurde das Gebäude fertiggestellt und der SAP-Konzern zog ein.

Die Gegend ist auch längst kein Szeneviertel mehr.

Doch seit Jahren wird die Glasfassade des Gebäudes immer wieder beschädigt. Der Konzern steht wegen seines Engagement in der Rüstungsbranche und der Sicherheitsindustrie in Kritik.

sap_rosenthaler_str0.jpg

sap_rosenthaler_str1.jpg

Die Tage wurden die Fenster wieder einmal erneuert:

sap_rosenthaler_str2.jpg

Die neuen Fenster werden angeliefert:

sap_rosenthaler_str3.jpg

siehe auch:

2007: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/scheiben-von-sap-rosenthaler%20%20-strasse-gipsstrasse-zerstoert

2008: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/scheiben-von-sap-in-die-rosenthaler-strasse-eingehauen

2009: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-sap-glasfassade-in-der-rosenthaler-strasse

2014: http://auguststrasse-berlin-mitte.de/sap-bleibt-beschaedigt

2014-10-16

Blind Spot

Blind Spot

Nach Martha Roslers /Josh Neufelds Banner Pull Up Those PIIGS (2011) und der Installation Tamasha von N S Harsha (2013) ist das neue, gemeinsame Projekt zwischen der Fassadengalerie des KuLe e.V. und dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Blind Spot des bildenden Künstlers Mykola Ridnyi und des Schriftstellers Serhij Zhadan (beide leben in der ostukrainischen Stadt Charkiw) an der Fassade in der Auguststrasse 10 zu sehen.
” Die Arbeit ist Teil einer kürzlich entstandenen Fotoserie von Mykola Ridnyi, die Pressefotos der bewaffneten Konflikte in der Ukraine mit dem Phänomen des allmählichen Erblindens und einem daraus resultierenden verengten Sichtfeld koppelt: die Bildmotive werden fast vollständig von schwarzer Farbe überdeckt. „Manchmal beginnt es wie ein kleiner, sich allmählich ausbreitender Fleck oder aber wie ein sich verengender Tunnel, der das Sehvermögen verschlingt, bis es ganz ausgelöscht ist. Diese Unfähigkeit zu sehen gleicht dem menschlichen Abwehrmechanismus, angesichts eskalierender Gewalt eine freiwillige Blindheit zu produzieren.“ M.Ridnyi

Blind Spot

Am Fuß der Fassade greift Serhij Zhadan mit seinem Essay Das zerschossene Museum, abgedruckt im ukrainischen Original sowie in russischer, deutscher und englischer Übersetzung, das Thema der Kriegszerstörung am Beispiel des von Bomben getroffenen Museums in Donezk auf
“In einem Artikel habe ich gelesen, das Regionalmuseum in Donezk sei von einem nächtlichen Bombenangriff getroffen worden. Von eingestürzten Decken und Gebäudeteilen wurde da berichtet, die sogar die Kellerdecke durchbrachen.(…)
Der Vorfall mit dem Museum ist typisch, denn eigentlich hat es doch niemanden gestört, wer hatte es also nötig, das Museum unter Beschuss zu nehmen, wer wollte auf diese Weise die Geschichte umschreiben oder genauer gesagt sie loswerden? Von Stellungen im Museum war gar nicht die Rede, es stellt sich plötzlich heraus, dass es völlig egal ist, ob da jemand eine Stellung hält oder nicht, der Zufall entscheidet, und leider nicht zum besten. Im letzten Krieg hat es das Museum im Übrigen auch erwischt, die Sammlungen sind zerstört worden. Kriege sind alle ähnlich.”
Serhij Zhadan

http://www.berliner-kuenstlerprogramm.de/de/veranstalt_detail.php?id=896

2014-10-06

nächste Seite »