AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Linienstrasse 142: Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen

Linienstrasse 142

Linienstrasse 142

Hausgeschichte der Linienstrasse 142 [gekürzt] (zusammengestellt von den letzten Mieterinnen und Mietern - http://linien142.wordpress.com/hausgeschichte/)

“ca. 1890 Baujahr des Hauses

nach der Wende, seit 1989
- Zwangsverwaltung durch die WBM, da Besitzer unklar
- bis auf wenige sind alle Wohnungen bewohnt
- ehemalige Besetzer des Hauses erhalten reguläre Mietverträge und sind nun legal
- WBM erhält Mieteinnahmen, es erfolgt KEINE Instandhaltung oder Reparaturen -> der Verfall beginnt
- Mieten werden gemäß Mietspiegel regelmäßig erhöht

1997/ 1998
- das Dach wird repariert

Ende 2000
- WBM vergibt trotz Bewerber keine Mietverträge mehr
- erster Leerstand entsteht

2001 – 2009
- Rückübertragung an rechtmäßigen Besitzer nach erfolgreichen Klagen dauerte ca. 8 Jahre
- aufgrund einer Hypothek (damalige Dachreparatur) kann der Besitzer sein Erbe nicht halten und ist zum Verkauf gezwungen

2009 – 2010
- 1. Verkauf des Hauses an die GbR: Klaus Poklekowski, PEG Potsdam Babelsberg GmbH für schätzungsweise 1,2 Mio. Euro
- Entmietung unter Androhung von Klagen oder Abfindungszahlungen
- großflächiger Leerstand
- Zwischennutzung im EG durch Galerie MMX
- Vorbereitung der späteren Verkaufsstrategie: Kunst soll das Objekt aufwerten “Die Kunst des Wohnens” oder “Vom Atelier zum Wohnzimmer” wird es später im Vertrieb heißen
- Vertrieb durch BoB Immokonzept GmbH

2012 – Anfang 2013
- 2. Verkauf des Hauses an die chairos Projektentwicklung GmbH für schätzungsweise 5 Mio. Euro
- 3. Verkauf des Hauses an die PRIMUS Immobilien AG für schätzungsweise 5,1 Mio. Euro

2013
- die 4 verbliebenen Mieter erhalten Kündigungen der PRIMUS Immobilien AG: „Ordentliche Kündigung des Mietvertrages gem. § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB wegen Hinderung angemessener wirtschaftlicher Verwertung“
- der PRIMUS Immobilien AG muss das Baujahr von ca. 1890 und das es noch reguläre Mieter gibt, bekannt gewesen sein
- Abbruch- und Bauarbeiten beginnen im August, obwohl die Kündigungsfrist noch bis Frühjahr 2014 läuft
- Mieter zahlen weiterhin Miete gemäß Mietspiegel”

Linienstrasse 142

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/branding-strategie-von-immobilienbesitzern-linienstrasse-142

2014-07-16

Autowahn

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Nachdem die meisten Spandauer Vorstadt Poller (aus chinesischen Granit) umgefahren wurden (und dann nicht mehr aufgebaut), konzentrieren sich die Autofahrer nun auf die gußeisernen „Wellmann-Poller“.
Die machen wahrscheinlich weniger Blechschaden …

Poller
gesehen in der Rosenthaler Straße

Poller
bewachter Poller in Kreuzberg

siehe auch:

umgefahrene Spandauer Vorstadt Poller (unvollständige Sammlung)

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/poller-geschichten

2014-07-08

Über den Tellerrand: Seit sieben Tagen Sperrgebiet in Kreuzberg

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Seit einer Woche sind drei Straßen rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule von der Polizei abgesperrt.

Polizeipräsident Kandt sprach heute im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses von den zur Zeit um die Kreuzberger Ohlauer Straße eingesetzten Polizeibeamten aus anderen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, NRW usw.) von Fremdkräften. Das ist anscheinend Polizei-Sprache.

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Fremdkräfte aus Baden-Württemberg

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Fremdkräfte aus Bayern

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Bundespolizei

Ausserdem betonte er erneut, die Polizei sei nur auf Verlangen des Bezirks dort, nicht auf Basis einer anderen Rechtsgrundlage oder von Ereignissen oder Gefahren, die ihr Eingreifen zwingend erfordere. “Wenn der Bezirk sagt, er verzichtet auf die Absperrungen, dann fahren wir in die Unterkunft, das ist mir wurscht.”(BZ)

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siehe auch:

http://www.vice.com/de/read/gruene-zermuerben-die-letzten-fluechtlinge-durch-polizeibelagerung

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kreuzberg-blog/drama-um-fluechtlinge-in-berlin-kreuzberg-ein-kiez-lebt-unter-staendiger-polizeikontrolle/10121306.html

2014-06-30

update 2014-07-01: via @fluxusx, ausführlicher Artikel zur Situation der Geflüchteten in der Schule
http://www.migazin.de/2014/06/30/es-waere-schoen-wenn-das-die-oeffentlichkeit-aufruettelt/

update 2014-07-03:

Am 1. Juli stellte der grüne Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Hans Panhoff, ein Räumungsersuchen.
Am 2.Juli hatten Bezirk und Flüchtlinge einen Kompromiss ausgehandelt: Demnach dürfen die rund 40 Flüchtlinge in einem abgegrenzten Bereich der Schule bleiben. Voraussetzung ist aber, dass keine neuen Flüchtlinge dazukommen. Ein Wachdienst und die Verteilung von Hausausweisen sollen dazu beitragen.
Der Vertrag sichert den Flüchtlingen einen legalen Aufenthalt in der Schule zu. Sie werden nicht wegen eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht verfolgt. Außerdem erhalten sie dieselben finanziellen und sozialen Leistungen, die auch die ehemaligen Bewohner der Schule bekommen, die in andere Unterkünfte umquartiert wurden.(rbb)
Die Polizei hatte in der Nacht zum 3.7. das Sperrgebiet aufgehoben und sich fast komplett zurück gezogen.

Die privatisierte Stadt - Forum Museumsinsel

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Vor ein paar Wochen hatte ich die Gelegenheit an einer Führung teilzunehmen über die Baustelle der Freiberger Holding, zwischen der Oranienburger Straße und der Spree. Gebaut wird bisher nur südlich der Ziegelstraße, weil der zukünftige Hauptmieter, die „School of Transformation“ der Telekom, eigentlich schon dieses Jahr einziehen wollte.

Hier ein paar Eindrücke:
Nein, einen Supermarkt oder ein Drogerienkettengeschäft soll es nicht geben, vielleicht einen Bioladen, aber eine Spezialitäten-Markthalle und 40 (!) Läden für den gehobenen Konsum. Dann ein großes 4 Sterne Hotel, Kunstsammlungen konnte man nicht ansiedeln, aber viel Platz für Büros - ein paar Luxuswohnungen - ansonsten, die Telekom als Hauptmieter …

Irgendwie ist es mir unheimlich, wenn EIN Investor ein so grosses Stadtgebiet entwickelt (Mitten in der Mitte von Berlin - Freiberger Holding-Werbung)
Einen Platz wird es geben in der Größe des Bebelplatzes, ja, Strassenmusiker sind auch willkommen, aber die müssten sich bewerben …

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Blick aus dem ehemaligen Haupttelegraphenamt, was zu einen Hotel umgebaut werden soll

Die Achse zwischen Oranienburger Strasse und Museumsinsel soll ausgebaut werden, mit Durchbrüchen an den Gebäuden in der Oranienburger Strasse - durch das ‘Forum Museumsinsel’, so die Vorstellung des Investors.

Die Touristifizierung in der Spandauer Vorstadt wird eine neue Dimension erreichen.
300 Jahre Architekturgeschichte von Gebäuden der öffentlichen Hand -
in Zukunft privat - als neue Shopping Zone.

Dem Investor ist an einen guten Image gelegen. Der Einladung zu einer exklusiven Führung in der letzten Aprilwoche in den Architekturforen, die seit Jahren über dieses Bauprojekt diskutieren, habe ich dankend angenommen.
Die Führung war sehr ausführlich (3 1/2 Stunden) und ermöglichte Einblicke in das aktuelle Baugeschehen und einmalige Blicke …

(mehr…)

Auguststrasse 17 - Fensterlüftung

Auguststrasse 17

Seit bald 4 Jahren steht nun das Vorderhaus und der Seitenflügel der Auguststraße 17 leer. 2010 wurde das Haus entmietet.
Ehemals günstiger Mietraum in Berlin Mitte gammelt unbewohnt vor sich hin.

Auguststrasse 17

Von MieterInnen eingebautes Bad:

Auguststrasse 17
Foto: von ehemaliger Bewohnerin der Auguststraße 17

Jetzt wurde mal gelüftet …

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auguststrasse-17

2014-06-13

Bröckelnder Putz und abplatzende Fassadenfarbe

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Gipsstraße 9

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Gipsstraße 15

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Gipsstraße 15

Bis in die 1990er Jahre konnte man in der Spandauer Vorstadt noch an vielen Häusern historische Fassadenbeschriftungen entdecken. Schnell wurden die Fassaden saniert und die Spuren der Zeit beseitigt.

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Gipsstraße 9 - abplatzende Fassadenfarbe - die Beschriftung wird wieder sichtbar …

2014-06-06

Das BND-Gebäude

BND

Von der Auguststrasse aus kann man zum neuen BND-Komplex spazieren (ca. 1500 m), an der Rückseite des Gebäudes sich an der renaturierten Panke auf eine Parkbank setzen und den Baukörper mit seinen tausenden Fenstern auf sich wirken lassen.

BND

“Die Auftraggeber hatten in der Ausschreibung des Baus besonderen Wert darauf gelegt, dass die neue BND-Zentrale ein für die Fernsehnachrichten taugliches Gesicht bekommt.” (http://www.zeit.de/2010/14/Richtfest-Zentrale-BND)

BND

BND

BND

Vielleicht auch über die Ursprünge des Bundesnachrichtendienstes nachdenken (Organisation Gehlen)
“Über die laufende Forschung wird in den Mitteilungen der Forschungs- und Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“ (MFGBND) berichtet.

„Der Bundesnachrichtendienst hat 2007 zahlreiche Dokumente vernichtet, die nach Einschätzung von Experten von großer historischer Bedeutung waren. Insgesamt 250 Personalakten mit Bezug zur NS-Zeit seien dem Reißwolf übergeben worden, kritisieren Historiker der unabhängigen Kommission zur Erforschung der Geschichte des Dienstes und zu den mutmaßlichen Verwicklungen seiner Mitarbeiter in NS-Verbrechen.“
– tagesschau, 29. November 2011

In einer eigenen Stellungnahme erklärte der Bundesnachrichtendienst im Dezember 2011, eine interne Untersuchung habe ergeben, dass die Vernichtung „seinerzeit gemäß den gängigen archivischen Regularien“ erfolgt sei. „Zu insgesamt 45 von 253 Personen, ca. 17%, konnte bislang eine ‚NS-Belastung‘ festgestellt werden.“”(Wikipedia)

siehe auch:

Immer mehr Augen richten sich auch auf den BND – Kann man die Überwacher überhaupt überwachen?

Fotos des Geländes vor Baubeginn:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/hochsicherheitszone-bnd-baustelle
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/berlin-mitte-geschichte-berliner-sand

2014-05-29

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